In der 2. Klasse Ybbstal hat FC Göstling/Ybbs das Derby gegen ASKÖ Lunz/See mit 0:4 verloren. So eindeutig, wie es das Ergebnis vermuten lässt, war die Partie nach dem Eindruck von Lunz-Trainer Markus Sonnleitner aber lange nicht. Seine Mannschaft musste sich zunächst auf viel Tempo und harte Zweikämpfe einstellen, blieb dann kompakt und nutzte die Räume in der Schlussphase eiskalt.
Dass dieses Derby nicht mit angezogener Handbremse begann, stellte Sonnleitner gleich klar. "Es war von Anfang an eine Derbystimmung", sagte der Trainer der Gäste und sprach von einem schnellen Spiel auf beiden Seiten. Gerade in der Anfangsphase habe Göstling sehr präsent gewirkt und auch körperlich ordentlich dagegengehalten. Lunz habe sich deshalb erst an die Intensität anpassen müssen, dann aber immer besser hineingefunden. In der 25. Minute fiel schließlich das 0:1: Nach einem tiefen Ball über die Seite und einem Querpass war Adam Balajti zur Stelle und schob aus kurzer Distanz ein. Für Sonnleitner war der Pausenstand damit stimmig, weil seine Mannschaft das Spiel über die Flügel immer wieder gut aufgebaut habe und so regelmäßig in gefährliche Zonen gekommen sei.
Nach dem Seitenwechsel blieb die Partie zunächst offen, weil sich am knappen Vorsprung lange nichts änderte. Einen entscheidenden Moment sah Sonnleitner in einer Szene kurz nach der Pause. "Da hätte das Spiel vielleicht noch einmal einen anderen Charakter bekommen", sagte er rückblickend. Stattdessen blieb Lunz vorne und hinten in der Spur. "Wir sind hinten sehr kompakt gestanden", so Sonnleitner, der seine Mannschaft auch nach der Pause in der Defensive gut organisiert sah. Aus dieser Ordnung heraus kamen die Gäste dann immer wieder mit tiefen Bällen und schnellen Kontern nach vorne. Die endgültige Entscheidung fiel in einer kurzen, aber klaren Phase: Balajti traf in der 71., 73. und 77. Minute noch drei weitere Male und schraubte das Ergebnis auf 0:4.
Für Sonnleitner lag der Unterschied zwischen beiden Mannschaften weniger im nackten Endstand als in der Art, wie seine Elf das Spiel angenommen hat. "Wir haben körperlich gegen den Ball sehr gut gearbeitet, sind mit Druck in die Zweikämpfe gegangen und haben uns den Sieg hart erarbeitet", sagte der Trainer. Auch Göstling stellte er dabei ein ordentliches Zeugnis aus. Die Gastgeber seien aggressiv und zweikampfstark gewesen, hätten ihre Angriffe gut aufgebaut und seien mit langen Bällen immer wieder gefährlich geworden. Entscheidend sei aber gewesen, dass Lunz rund zwanzig Meter vor dem eigenen Tor kaum Räume zugelassen habe. Dazu passte auch sein Urteil über die Partie insgesamt: Es sei ein faires Derby gewesen, der Schiedsrichter habe das Spiel "sehr flüssig gehalten" und die Begegnung gut geleitet. Entsprechend zufrieden fiel das Fazit aus: "Ich bin stolz auf die Mannschaft. Wir haben heute eine sehr gute Leistung geliefert." Viel Zeit zum Feiern will man in Lunz trotzdem nicht verlieren, denn der Blick geht bereits auf das nächste Spiel in der kommenden Woche.