In der 2. Klasse Ybbstal hat Union Haag am Sonntag gegen den FC Hollenstein einen 2:1-Heimsieg eingefahren. Nach einer torlosen ersten Hälfte legten die Gastgeber kurz nach der Pause mit zwei Treffern den Grundstein, ehe es in der Nachspielzeit durch den Anschlusstreffer noch einmal eng wurde. Obmann Gerhard Stöckler sah den Ausschlag vor allem in der geschlossenen Teamleistung und im Kollektiv eines jungen Haager Kaders, der sich Schritt für Schritt entwickelt.

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Stöckler beschrieb eine Partie, die zunächst ausgeglichen anlief. „Am Anfang war es eher ebenbürtig, bis wir dann ein leichtes Übergewicht bekommen haben“, sagte der Haager Obmann. Dieses Plus schlug sich vor der Pause zwar noch nicht im Ergebnis nieder, beim 0:0 zur Halbzeit war aber zu sehen, dass die Gastgeber mehr und mehr Zugriff bekamen. Direkt nach dem Seitenwechsel nutzte Haag diese Phase dann konsequent. In der 50. Minute brachte Dominik Bichler die Heimelf 1:0 in Führung, sieben Minuten später legte Nico Harrer das 2:0 nach. Für Stöckler war genau das die Phase, in der seine Mannschaft das Spiel klar auf ihre Seite zog: „Dann haben wir die zwei Tore gemacht, dann haben wir alles im Griff gehabt.“
Dass Haag am Ende als Sieger vom Platz ging, wollte Stöckler nicht an einer einzelnen Szene festmachen. Seine Antwort auf die Frage nach dem entscheidenden Ausschlag fiel kurz aus, sagte aber viel über seine Sicht auf dieses Spiel: „Die Teamleistung war der Ausschlag.“ Gerade das passt für ihn zu einer Mannschaft, die noch längst nicht am Ende ihrer Entwicklung ist. „Wir sind ein sehr junges Team. Die Leute müssen erst einmal richtig reinkommen“, erklärte er. Umso wichtiger sei es, dass die jungen Spieler spürbar hineinwachsen und der Verein auf den eigenen Nachwuchs bauen könne. Stöckler sprach davon, dass sich die Eigenbauspieler im Klub sehr wohlfühlen und die Entwicklung in den vergangenen Monaten gut verlaufen sei. Das 2:1 ordnete er deshalb nicht nur als Sieg, sondern auch als weiteren Schritt in diesem Prozess ein.
Zum positiven Gesamtbild gehörte für den Obmann auch die Arbeit rund um die Mannschaft. Stöckler hob ausdrücklich hervor, dass die Entwicklung des jungen Kaders nicht von selbst komme. „Das ist auch die Trainerleistung, das muss man hervorheben“, sagte er und schob gleich nach, warum das für ihn ein wichtiger Punkt ist: „Er kennt alle sehr gut, weiß ganz genau, wie er mit den Leuten umgehen muss.“ Den Gegner aus Hollenstein wollte er trotz des Heimsiegs keineswegs kleinreden. „Jeder Gegner in der zweiten Klasse ist kampfkräftig. Es ist keiner zu unterschätzen. Man muss immer auf der Hut sein“, betonte er. Auch beim Thema Schiedsrichter blieb Stöckler ruhig. Diskussionen wollte er am Beginn der Meisterschaft gar nicht erst aufmachen und verwies darauf, wie schwierig Abseitsentscheidungen ohne Linienrichter in dieser Liga seien. Insgesamt zeigte er sich „grundsätzlich zufrieden“ mit der Leistung des Unparteiischen.
Wirklich spannend wurde es aus Haager Sicht erst wieder in der Schlussphase, weil sich die Gastgeber nach eigener Einschätzung etwas zu weit zurückzogen. „Ab der 70. Minute haben wir uns ein bisschen zurückgezogen“, sagte Stöckler. Der Anschlusstreffer von David Buder in der 91. Minute kam für ihn spät und auch „ein wenig glücklich“, brachte das Spiel aber nicht mehr entscheidend zum Kippen: „Da ist dann nicht mehr viel passiert.“ Den größeren Unterschied zwischen den Teams machte Stöckler ohnehin nicht an der Schlussphase fest, sondern an der täglichen Arbeit im Verein. Er verwies darauf, dass in Haag „so um die 22 bis 26 Personen“ konstant im Training stünden und der junge Kader bereit sei, weiter dazuzulernen. „Wir haben reinen Eigenbau, bei uns macht das Kollektiv das System aus“, sagte er. Mit sieben Punkten aus drei Runden ist Haag damit im oberen Bereich dabei. Gleichzeitig bleibt Stöckler realistisch. Mit Blick auf den Saisonstart meinte er: „In der ersten Runde haben wir mit Pech noch das Tor gekriegt, in der zweiten Runde haben wir ein bisschen Glück gehabt, jetzt war es wieder in Ordnung.“ Abgesehen von Ertl, so seine Einschätzung, würden viele Mannschaften auf ähnlichem Niveau liegen. Gerade deshalb werde in dieser Liga wohl oft die Tagesform entscheiden.