In der 2. Klasse Ybbstal hat FC Sonntagberg beim FCU Strengberg mit 3:1 gewonnen und damit die Tabellenführung behauptet. Trainer Pren Zefi war mit dem Ergebnis sehr zufrieden, mit dem ersten Durchgang aber ausdrücklich nicht. Erst nach der Pause habe seine Mannschaft im Ballbesitz die nötige Ruhe gefunden und das Spiel dann klar in ihre Richtung gezogen.

Foto von (Augustin-Foto) Jonas Augustin auf Unsplash
Dass Sonntagberg schon mit einer Führung in die Kabine ging, änderte an Zefis erster Einordnung wenig. Der Trainer sprach von zwei sehr unterschiedlichen Hälften und legte den Finger sofort in die Wunde. „Mit der ersten Halbzeit war ich nicht zufrieden“, sagte er klar. Aus seiner Sicht hatte seine Mannschaft zu wenig Ballbesitz, traf zu frühe Entscheidungen und suchte zu schnell den Weg in die Tiefe. Gerade weil Strengberg tief stand, sah Zefi darin das zentrale Problem. Sonntagberg verlor dadurch immer wieder Bälle in der Offensive, ohne einen sauberen Weg nach vorne zu finden. Trotzdem hatte er nie das Gefühl, dass seine Mannschaft leer ausgehen würde. Entscheidend war dann das 0:1 kurz vor der Pause: In der 37. Minute brachte Jan Gruber die Gäste in Führung, und genau dieses Tor war für den Trainer der Schlüssel. „Das erste Tor hat den Kopf freigemacht“, sagte er.
In der Halbzeit sprach Zefi genau jene Punkte an, die ihm davor gefehlt hatten. Seine Vorgabe war, nicht jeden Ball mit Gewalt nach vorne zu spielen, sondern im Ballbesitz zu bleiben und das Spiel geduldiger aufzubauen. „Wir mussten nicht jeden Ball nach vorne spielen, sondern mehr im Ballbesitz bleiben. Dann ergeben sich die Räume von selber“, erklärte er. Nach seiner Darstellung setzte seine Mannschaft das anschließend deutlich besser um. Das 0:1 zur Pause blieb damit nicht bloß ein knapper Vorsprung, sondern wurde zur Basis für einen kontrollierteren zweiten Abschnitt. In der 67. Minute legte Alex Balogh das 0:2 nach, acht Minuten später erhöhte Sebastian Plank auf 0:3. Erst in der 83. Minute gelang Strengberg durch Tristan Koglgruber noch der Treffer zum 1:3-Endstand. An Zefis Urteil änderte das nichts mehr. Für ihn war es „ein hochverdienter Sieg“, weil seine Mannschaft nach der Pause das Spiel so entwickelte, wie er sich das vorgestellt hatte.
Interessant war nach dem Spiel vor allem, wie deutlich Zefi trotz des Auswärtssiegs über die offenen Baustellen sprach. Die größte Stärke sieht er klar in der Offensive, gleichzeitig wollte er aber keinen einzelnen Spieler herausheben. „Es ist Mannschaftsarbeit“, betonte er und stellte den Auftritt des Kollektivs in den Vordergrund. Trotzdem ließ er keinen Zweifel daran, welcher Mannschaftsteil derzeit am verlässlichsten ist. „Auf unsere Offensive kannst du dich immer verlassen“, sagte der Trainer und verwies auf das Tempo und die Qualität seiner vielen Offensivspieler. Genau dort liegt aus seiner Sicht momentan der größere Trumpf. Wesentlich kritischer bewertet er das Verhalten gegen den Ball. „Im Gegnerballbesitz müssen wir uns extrem steigern“, forderte Zefi. Er will eine präsentere, stabilere und aggressivere Mannschaft sehen, die früher in die Zweikämpfe kommt und mehr Bälle gewinnt. Hintergrund dieser Einschätzung ist auch die personelle Lage: Weil in der Defensive umgestellt werden musste, sieht er dort aktuell noch den größten Schwachpunkt.
Auch den Gegner ordnete Zefi nüchtern ein. Strengberg habe alles versucht und über Umschaltmomente Lösungen gesucht, mehr sei an diesem Abend für die Gastgeber aus seiner Sicht aber nicht drinnen gewesen. Er sprach von einem „braven Gegner“, der vor allem defensiv Probleme habe und im Verlauf der Partie noch enger werden wollte, um stabiler zu stehen. Strittige Szenen sah der Trainer über neunzig Minuten keine. Den Unparteiischen lobte er sogar ausdrücklich und nannte ihn den besten Schiedsrichter, den Sonntagberg in dieser noch jungen Saison bisher hatte. Für die nächsten Wochen will Zefi den Sieg deshalb nicht größer machen, als er ist. Sonntagberg steht nach vier Runden mit zehn Punkten an der Spitze, doch für ihn ist das Entscheidende ein anderer Punkt. „Wir wollen besser werden, wir wollen stärker werden, wir wollen dominanter werden“, sagte er. Mit jungen Spielern, die nach Verletzungen zurückkommen, und weiter harter Arbeit soll genau dieser Weg fortgesetzt werden.