In der 2. Klasse Ybbstal musste sich SC Welser Profile Raika Gresten-Reinsberg daheim gegen SV Gaflenz mit 3:6 geschlagen geben. Trainer Philipp Schager sprach nach dem torreichen Abend von einem insgesamt schwachen Auftritt seiner Mannschaft. Vor allem die fehlende Kompaktheit und zu viele individuelle Fehler waren aus seiner Sicht die Hauptgründe dafür, dass die Gäste ihre Offensivstärke so deutlich ausspielen konnten.

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Aus Sicht der Gastgeber begann die Partie denkbar ungünstig. Schon in der 7. Minute brachte Josef Dusek Gaflenz mit 1:0 in Führung. Genau dieser frühe Rückstand veränderte das Spiel. „Wir sind gleich zu Beginn in Rückstand geraten und gegen eine Mannschaft wie Gaflenz, die sehr konterstark ist, ist das natürlich gleich einmal ein kleines Handicap“, erklärte der Trainer. Gresten-Reinsberg versuchte danach zwar, das Spiel weiter nach vorne zu verlagern, kam laut Schager auch ordentlich bis ins letzte Angriffsdrittel, doch der letzte Ball fehlte. „Der notwendige letzte Pass, um wirklich große Torchancen herauszuspielen, ist uns leider nicht gelungen“, sagte er. Während die Heimelf vorne also nicht entscheidend durchkam, nutzten die Gäste ihre Möglichkeiten besser. In der 37. Minute erhöhte erneut Dusek auf 2:0, mit diesem Zwischenstand ging es auch in die Pause.
Nach dem Seitenwechsel wollte Gresten-Reinsberg mit einer Umstellung mehr Variabilität ins Offensivspiel bringen. Der Plan war klar, doch zuerst traf wieder der Gegner: Simon Rettensteiner stellte in der 49. Minute auf 3:0 für Gaflenz. Trotzdem war die Partie damit noch nicht völlig gelaufen, weil Thomas Wagner nur fünf Minuten später auf 1:3 verkürzte. Schager sprach in dieser Phase von einem „kleinen Aufbäumen“, das seiner Mannschaft noch einmal Hoffnung gab. Umso bitterer war aus seiner Sicht, dass Gaflenz fast umgehend wieder davonzog. David Herzog erzielte in der 57. Minute das 4:1, später legten Tomas Motycka in der 72. Minute und noch einmal Josef Dusek in der 75. Minute zum 6:1 nach. Gerade diese Phase war für den Gresten-Coach sinnbildlich für den ganzen Abend. „Es gab nicht den einen entscheidenden Augenblick. Wir haben es über neunzig Minuten nicht geschafft, die Kompaktheit im gesamten Defensivspiel herzustellen“, sagte Schager. Dazu kamen Fehlpässe und Kommunikationsfehler, die Gaflenz laut seinem Trainer „zu oft eingeladen“ hätten, Angriffe sauber fertig zu spielen.
Schager fand nach dem Schlusspfiff deutliche Worte, ohne dabei etwas schönzureden. „Wir hatten leider keinen guten Tag erwischt“, sagte er und legte die Ursachen offen dar. Vor allem das Verhalten gegen den Ball gefiel ihm nicht. „Die mannschaftliche defensive Kompaktheit hat gefehlt. Wir waren zu oft zu luftig unterwegs“, so der Trainer. Gerade gegen eine Mannschaft wie Gaflenz sei das kaum zu kompensieren, wenn auch noch individuelle Fehler dazukommen. Gleichzeitig erkannte er aber auch an, was die Gäste stark gemacht hat. „Sie hatten ein sehr gutes Umschaltspiel von der Defensive auf die Offensive. Sie haben hinten eine kompakte Verteidigung gehabt und konnten ihre Schnellspieler mit einem guten Konterspiel immer wieder gut einsetzen.“ Auch deshalb sprach Schager von einem „verdienten Sieg für Gaflenz“ und einer „verdienten Niederlage für uns“. Offensiv sah er bei seiner Mannschaft zumindest phasenweise Ansätze, weil der Weg ins letzte Drittel durchaus da war. Was fehlte, war eben die letzte Genauigkeit, die aus Ballbesitz auch echte Torchancen macht.
Trotz des klaren Zwischenstands steckte Gresten-Reinsberg nicht auf. Das hob Schager ausdrücklich hervor, obwohl er das Resultat nicht relativieren wollte. Nach dem 1:6 gelang Elias Faschingleitner in der 82. Minute das 2:6, Thomas Wagner setzte in der 90. Minute mit seinem zweiten Treffer den Schlusspunkt zum 3:6. „Meine Mannschaft hat nicht aufgesteckt, hat Moral bewiesen und weiter nach vorne gespielt“, sagte der Trainer. Gerade in der Schlussphase sei die Restverteidigung wieder etwas besser gewesen, dazu kamen noch Möglichkeiten und eben zwei weitere Tore. Für eine Wende reichte das freilich nicht mehr, weil der Schaden davor längst zu groß war. Schager machte klar, dass die Partie intern sauber aufgearbeitet wird: Die Spieler hätten das Spiel selbst ähnlich eingeschätzt, die vielen Fehler seien offensichtlich gewesen, und genau das werde „nächste Woche beim Training auch sachlich angesprochen“. Der Schiedsrichter bot aus seiner Sicht übrigens keinen Anlass für Diskussionen. „Die Leistung des Schiedsrichters war sehr in Ordnung. Es gab keine strittigen Aktionen.“