In der 2. Klasse Ybbstal hat die Sportunion Wolfsbach am Sonntag bei ASKÖ Lunz/See ein torreiches 7:3 gefeiert und nach dem 2:2 zur Pause noch deutlich nachgelegt. Für sportlichen Leiter Georg Gruber war das keine wilde Zufallsnummer, sondern das Ergebnis eines klaren Plans: Wolfsbach verteidigte die starke Lunzer Offensive lange gut, nutzte seine Chancen konsequent und legte am Ende körperlich noch einmal zu.

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Gruber stellte gleich voran, dass der Auftritt auch eine Reaktion auf das Wochenende davor war. „Wir wollten heute in Lunz dieses Spiel einfach gewinnen“, sagte er, nachdem man zuletzt unglücklich Punkte liegengelassen hatte. Entsprechend trat Wolfsbach laut dem Funktionär auch auf: hoch positioniert, aufmerksam gegen den Ball und mit klarem Fokus auf die gefährlichen Lunzer Offensivkräfte. Daniel Sarossy brachte die Gäste früh in der 7. Minute in Führung, Benjamin Stollnberger legte in der 26. Minute das 0:2 nach. Für Gruber war diese Phase verdient, weil „der Druck auf die Lunzer Defensive immer größer wurde“. Dass es mit einem 2:2 in die Pause ging, wurmte ihn dennoch. Adam Balajti verkürzte in der 32. Minute, Nico Karl glich in der 42. Minute aus, und Gruber sprach offen von einem „mentalen Knick“, weil Lunz laut seiner Einschätzung beide Treffer nach Standardsituationen erzielte.
Entscheidend war dann, wie Wolfsbach aus der Kabine kam. „Wir müssen heute diese drei Punkte holen“, sei die Haltung in der Pause gewesen, erzählte Gruber, und genau so entwickelte sich die zweite Hälfte zunächst auch. Sarossy stellte in der 61. Minute auf 2:3, nur vier Minuten später erhöhte Hannes Gruber per Kopf auf 2:4. Damit schien Wolfsbach das Spiel wieder fest in der Hand zu haben, ehe Balajti mit seinem zweiten Treffer in der 69. Minute zum 3:4 noch einmal Spannung hineinbrachte. Diesmal ließ sich Wolfsbach aber nicht mehr aus dem Rhythmus bringen. Gruber verwies auf die Offensivwechsel nach der Pause und auf die Energie der jungen Spieler. In der Schlussphase schlug sich das auch klar im Ergebnis nieder: Sarossy machte mit seinem dritten Tor in der 79. Minute das 3:5, Simon Rittmannsperger legte in der 86. Minute nach, Felix Fortin setzte in der Nachspielzeit den Schlusspunkt zum 3:7.
Bei aller Offensivfreude rückte Gruber nach dem Schlusspfiff vor allem die Arbeit gegen den Ball in den Mittelpunkt. „Die Mannschaft hat das taktische Konzept unseres Trainers sehr gut umgesetzt“, sagte er, weil Wolfsbach die gefährliche Lunzer Achse mit Barnabas Barta und Adam Balajti über weite Strecken aus dem Spiel genommen habe. Gerade Außenverteidiger Albin Tempelmayr hob er dabei ausdrücklich hervor. „Wir haben kaum Chancen aus dem Spiel zugelassen“, meinte Gruber, und genau das war für ihn der Kern dieser Partie. Selbst die schwierigen Platzverhältnisse, die das Kurzpassspiel der Gäste erschwerten, änderten aus seiner Sicht nichts daran, dass Wolfsbach spielerisch die stärkere Mannschaft war. Ganz zufrieden war er dennoch nicht, weil wieder Tore nach ruhenden Bällen fielen. „Wir produzieren zu viele Standards in der gefährlichen Zone“, sagte Gruber. Dass es am Ende trotzdem ein klarer Auswärtssieg wurde, führte er vor allem auf die Schlussphase zurück: „Der Unterschied lag ganz klar in der physischen Komponente.“
Darum war dieses 7:3 für Wolfsbach mehr als nur ein auffälliges Ergebnis. Nach dem Rückschlag der Vorwoche war der Sieg laut Gruber auch mental wichtig, weil die Mannschaft nach dem Ausgleich nicht auseinanderfiel, sondern das Spiel noch einmal an sich zog und in der Schlussphase sogar klar dominierte. Dazu passte auch sein Gesamturteil über den Rahmen dieser Partie. Dem Schiedsrichter bescheinigte er „im Großen und Ganzen“ eine „sehr gute Schiedsrichterleistung“, auch wenn man aus seiner Sicht über den ersten Elfmeter diskutieren kann, dafür ist den Lunzern in der zweiten Hälfte einer vorenthalten worden, da hatten wir etwas Glück. Für Wolfsbach bleibt vor allem die Erkenntnis, dass die Mischung aus Routiniers und jungen Spielern fruchtet. „Die Jungs haben Spass im Training und die Mannschaft wird von Woche zu Woche stärker“, sagte Gruber, und in Lunz wurde diese Einschätzung mit sieben Auswärtstoren sehr deutlich.