2. Landesliga Ost

"Gehen ohne Druck ins Frühjahr" Ist Sierndorf noch in Reichweite auf den Meistertitel?

Sechs Punkte hinter dem Führenden Hohenau ordnete sich zum Abschluss der Hinrunde der SV Sierndorf ein. Der letztjährige Vizemeister der 2. Landesliga Ost wusste also auch in dieser Saison bereits mit guten Leistungen zu überzeugen. Trotzdem droht man, den Anschluss an die Spitze zu verlieren - unter anderem aufgrund von Verletzungspech. Trainer Rene Herbst hat die Hinrunde resümiert und über die Ambitionen für die restliche Saison gesprochen.

Es ist noch mehr drin

Acht Siege konnten die Blau-Gelben bislang verzeichnen, waren zwischenzeitlich neun Spieltage lang ungeschlagen. Ende Oktober musste man sich aber Tabellenführer Hohenau im Spitzenspiel nach einem Last-Minute-Treffer mit 3:2 geschlagen geben und verlor auch überraschend gegen Schlusslicht Bisamberg. Dennoch steht Platz drei mit 28 gesammelten Punkten unterm Strich. Für den Coach war es den Umständen entsprechend ein akzeptabler Herbst: "Wir haben sicher noch nicht unser Bestes ausgeschöpft. Dadurch, dass wir viel mit Verletzungen, Sperren und allem Möglichen zu kämpfen hatten, ist es aufgrund dieser Umstände in Ordnung. Zwei Leistungsträger sind uns beispielsweise mitten in der Saison verletzungsbedingt ausgefallen, für den Rest der Saison. Das ist natürlich nicht so einfach zu kompensieren."

Trotzdem tut besonders die Niederlage im Derby gegen Bisamberg weh. Fast ein Drittel aller Gegentore kassierte man bei der 5:3-Niederlage gegen den Tabellenletzten. "Ich glaube, es war eine gewisse Arroganz dabei. Wir haben geglaubt, dass man beim Letzten, der so lange nicht punkten konnte, ganz einfach schlagen kann. Es war dann am Ende auch viel Pech dabei mit den zwei Gegentreffern in den letzten Minuten, aber es hat auch gut zur Situation gepasst. Ich hoffe, wir können da mehr Erfahrung daraus ziehen, dass wir in solche Partien nicht mehr mit dieser Einstellung reingehen."

Ein alter Bekannter kehrt zurück

Transfertechnisch gibt es ein wenig Bewegung in Sierndorf. Vor allem aufgrund der Verletzungsmisere - nach dem dritten Kreuzbandriss im Spiel gegen Mistelbach hängt Thomas Bartholomay mit 31 die Schuhe an den Nagel. "Es tut uns natürlich sehr, sehr leid. Er ist noch nicht in dem Alter, wo man aufhören müsste, Fußball zu spielen", so Herbst.

Auch Boris Vukovic geht es ähnlich. Aufgrund einer langanhaltenden Knieverletzung konzentriert dieser sich erst einmal auf die Regeneration. Nikolaus Schmidt schließt sich aufgrund beruflicher und sportlicher Gründe dem SV Göllersdorf in der 1. Klasse an.

Im Gegenzug sicherte man sich die Dienste von Osman Ali, der letztes Jahr auch aufgrund von Knieproblemen die Karriere beendet hatte. Jetzt kehrt der 39-jährige Ex-Bundesligakicker wieder zurück nach Sierndorf. "Er muss jetzt erstmal schauen, ob alles gut läuft mit dem Knie, besonders weil wir auch auf Kunstrasen trainieren werden. Aber eigentlich ist er fit. Wenn alle fit sind, bin ich sehr positiv und glaube, dass wir mit einer qualitativ starken Mannschaft in die Rückrunde gehen werden", schätzt Herbst ein. Auch Luka Jokanovic von Ligakonkurrenten Wiener Neudorf, den der Trainer als "Spielerisch ausgezeichneten Spieler" bezeichnet, legte man sich zu.

Ist die Meisterschaft noch drin?

Vor der Saison galt man mit Sicherheit als einer der Favoriten auf den Titel in diesem Jahr. Hohenau lässt aber bisher alle hinter sich. Wie sich das Meisterrennen entwickeln wird, bleibt abzuwarten. Der Trainer übt sich eher in Zurückhaltung: "Da müssen natürlich viele Komponenten mitspielen, damit man sich am Ende zum Meister krönen kann. Wir gehen auf jeden Fall ohne Druck ins Frühjahr. Der Fokus steht bei uns auf der Weiterentwicklung der Mannschaft - genauso wie auch schon im letzten Jahr. Man darf nicht vergessen, dass wir vor zwei Jahren noch nicht so weit oben und dementsprechend nicht im Fokus waren."