In der 2. Landesliga West bekam der Tabellenzweite am Freitagabend einen Dämpfer: Der SK Eggenburg drehte daheim gegen die SKU Ertl Glas Amstetten Amateure nach der Pause einen frühen 0:1-Rückstand und gewann am Ende 3:1. Zur Halbzeit stand es noch 0:0, erst nach Wiederbeginn nahm die Partie richtig Fahrt auf. Co-Trainer Pjeter Preqaj ärgerte sich über die schnellen Gegentreffer und sprach von einem Spiel, das binnen Minuten kippte, lobte aber auch den großen Willen der Gastgeber. „Wir wurden knallhart bestraft“, bilanzierte er nach einer insgesamt schwierigen Auswärtsaufgabe und einem Abend, an dem der Favorit zu wenig aus seiner Führung machte.

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Die erste Hälfte war zäh und voller Brüche – das sah auch Pjeter Preqaj so. „Es war eine sehr zerfahrene erste Halbzeit“, sagte der Co-Trainer der Amstetten Amateure. Bis zur Pause blieb es torlos, vieles spielte sich zwischen den Strafräumen ab, klare Chancen waren selten. Gleich nach dem Seitenwechsel dann der perfekte Start für die Gäste: In der 48. Minute traf Maximilian Kerschner zum 0:1. „Mit dem frühen Tor dachten wir, das Momentum ist bei uns“, meinte Preqaj. Doch Eggenburg antwortete sofort. Nur eine Minute später stellte Manuel Maurer auf 1:1, und diese schnelle Antwort zog den Gästen den Stecker. „Innerhalb von zwei Minuten bekommen wir das Gegentor und das komplette Spiel kippt“, so Preqaj. Eggenburg blieb am Drücker, Maurer legte in der 58. Minute das 2:1 nach. Spätestens als Tim Berger in der 76. Minute auf 3:1 stellte, war die Partie entschieden – der Heimsieg stand, der frühe Vorsprung der Gäste war nur eine kurze Episode.
Nach dem Schlusspfiff suchte Preqaj keine Ausreden. „Grundsätzlich war es kein gutes Spiel von uns, und wir wurden knallhart bestraft“, hielt er fest. Besonders die Arbeit gegen den Ball ärgerte ihn: „Wir waren defensiv sehr anfällig.“ Den Ausschlag gab für ihn aber auch die Entschlossenheit des Gegners. „Man hat gemerkt, wir spielen gegen gute Eggenburger, die hochkonzentriert waren und mit unbändigem Willen das Spiel gewinnen wollten. Das hat man auf dem Platz gespürt“, sagte er. Eggenburg setzte immer wieder auf lange Bälle hinter die Kette – genau das machte Amstetten Probleme. „Die langen Bälle hinter der Kette haben uns ab und zu Probleme bereitet, mit zwei guten Stürmern vorne. Das wussten wir, aber die Qualität war schwierig zu unterbinden“, erklärte Preqaj. Diskussionen über den Unparteiischen gab es keine: „Die Schiedsrichterleistung war okay.“ Am Ende blieb der Eindruck, dass Eggenburg die eigenen Stärken besser ausspielte und die Gäste ihre Schwächen nicht abstellen konnten.
Was die Sache für Amstetten besonders bitter machte: Der Wiederbeginn gelang eigentlich. „Wir sind gut in die zweite Halbzeit gestartet“, sagte Preqaj. Ein Wechsel brachte laut ihm noch einmal Schwung, doch die prompte Eggenburger Antwort nahm den Gästen den Wind aus den Segeln. „Dann kam das 1:1, und das Momentum war komplett beim Gegner“, so seine nüchterne Analyse. In der Tabelle sind die Amstetten Amateure im Spitzenfeld unterwegs, Eggenburg bewegt sich im Mittelfeld – an diesem Abend aber zählte nur die Kraft auf dem Platz, und die lag nach dem Ausgleich klar bei den Hausherren. Mit Blick nach vorne hofft Preqaj auf personelle Entlastung: „Wir sind froh, wenn der ganze Stamm vom Kader wieder zurückkommt. Die Jungen sind mit ihrer Maturawoche beschäftigt, das hatten sie auch im Kopf.“ Die Aufgaben bleiben groß, doch mit voller Besetzung und weniger Unruhe im Hintergrund soll der nächste Auftritt wieder die wahren Qualitäten der jungen Truppe zeigen.