In der 2. Landesliga West feierte der SC Rathauskeller Melk einen 3:0-Heimsieg über den USC Höfler Metalltechnik Seitenstetten. Nach einer torlosen ersten Hälfte entschieden Sebastian Starkl, Tobias Teufner und Christoph Schmidinger die Partie nach der Pause. Gästecoach Peter Thaller sprach von einem Knackpunkt per Distanzschuss und ärgerte sich über einen Aufbaufehler, lobte aber Einsatz und Haltung seiner Elf: "Melk hat verdient gewonnen, dennoch ist das Ergebnis meiner Meinung nach zu hoch."

Foto von Hal Gatewood auf Unsplash
Seitenstetten begann umsichtig, stand eng am Mann und entzog Melks Offensive über weite Strecken die Räume. Peter Thaller war mit dem Auftritt vor der Pause grundsätzlich zufrieden: "Wir konnten die Räume für die Melker Offensive sehr verengen. Eine richtig gute Chance hatten sie, die unser Torhüter sensationell pariert hat. Ansonsten war in der ersten Halbzeit nicht viel los." Auch nach vorne war bei den Gästen etwas drin, doch es fehlte die letzte Genauigkeit: "Wir hatten einige Umschaltmomente, die wir zu unpräzise ausgespielt haben. Zur Pause war das 0:0 verdient." Nach dem Seitenwechsel drehte Melk an der Schraube – und in Minute 57 schlug Sebastian Starkl zu. Thaller ärgerte sich vor allem über das Anlaufen: "Kurz vor dem 1:0 kommt ihre Nummer sechs frei zum Abschluss. Wir waren den Schritt zu kurz, er trifft ihn aus fast 20 Metern ins Eck." Für den Trainer war klar: "Der Knackpunkt war sicher das 1:0. Wir waren in der Kette zu zögerlich."
Seitenstetten wollte nach dem Rückstand antworten, doch ein Fehler im eigenen Aufbau brachte Melk endgültig auf die Siegerstraße. In der 72. Minute erhöhte Tobias Teufner auf 2:0 – genau jene Szene, die Thaller im Nachgang beschäftigte: "Das 2:0 fällt nach einem Spielaufbaufehler. Da muss man wahrscheinlich einmal eine andere Variante wählen, um nicht in einen unnötigen Ballverlust zu kommen." Trotzdem steckten die Gäste nicht auf. "Nach dem 2:0 haben wir uns gefällig durchs Mittelfeld kombiniert, sind von einer Seite zur anderen gekommen und hatten ein, zwei Torchancen", schilderte Thaller, fügte aber an: "Wir schieben die Querpässe nicht über die Linie." In der Schlussphase machte Christoph Schmidinger in Minute 84 mit dem 3:0 alles klar. Thaller bilanzierte fair: "Wir hatten unsere Möglichkeiten auf das 1:2, aber Melk war im letzten Drittel besser – das war heute der Unterschied."
Im Rückblick betonte Peter Thaller noch einmal die aufopferungsvolle Defensivarbeit und die kleinen Stellschrauben, an denen seine Mannschaft drehen muss: "Solange es möglich war, haben wir gegen den Ball alles investiert. Wir konnten einige Halbchancen und Flankengänge kreieren, waren aber zu zögerlich, die Box zu besetzen." Den Melkern stellte er ein starkes Zeugnis aus: "Sie haben eine hohe individuelle Qualität, speziell vorne. Sie sind sehr gut am Ball, treffen gute Entscheidungen – das war heute der Unterschied." In der Tabelle steht Melk nun bei 40 Punkten im vorderen Mittelfeld, Seitenstetten bei 26 Zählern im unteren Bereich. Der Blick geht trotzdem nach vorne: "Wir haben noch vier Endspiele, wir werden kämpfen und rackern wie die Löwen und alles versuchen, die notwendigen Punkte zu holen. Wir müssen zusammenhalten, an uns glauben und in der nächsten Partie wieder präsent sein und uns mehr Momente kreieren, weiterhin mutig sein – und das Tor machen. Im Derby gegen Oed werden wir alle die USC Tugenden abliefern müssen, um erfolgreich zu sein. Die letzte Derby Niederlage schmerzt noch sehr und da haben wir auch einiges gut zu machen."