In der 2. Landesliga West hat SG Großweikersdorf/Wiesendorf die Saison auf Platz zwölf mit 37 Punkten beendet. Trainer Christian Höllrigl spricht nach einer „sehr durchwachsenen“ Rückrunde dennoch von einem wichtigen Schritt, weil seine junge Mannschaft den Klassenerhalt geschafft hat und sich nach schwierigen Wochen immer wieder aufgerappelt hat. Genau dieses Auf und Ab beschreibt der Coach als zentrales Merkmal der vergangenen Monate.

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Höllrigl ist erst im Winter zur SG Großweikersdorf/Wiesendorf gekommen und musste seine Bilanz deshalb über eine Phase ziehen, in der vieles gleichzeitig zusammenkam. Der Trainer spricht offen davon, dass die Rückrunde nicht geradlinig verlaufen ist. „Die Rückrunde verlief für mich, nachdem ich im Winter erst gekommen bin, sehr durchwachsen“, sagt er. Als Hauptgrund nennt er die Ausfälle im Kader. Den Verlust von Thiago Jantsch, Petr Gluhakovic und Benedikt Neudorfer bezeichnet er als schwierig, dazu kamen weitere personelle Probleme. Großweikersdorf/Wiesendorf musste vieles intern auffangen und setzte dabei auf ein sehr junges Aufgebot. Höllrigl ordnet das klar ein: „Wir hatten im Durchschnitt ein sehr junges Aufgebot unserer Stammelf.“ Genau daraus hätten sich auch die Leistungsschwankungen erklärt. Die Mannschaft war immer wieder in der Lage, starke Phasen zu zeigen, ließ aber auch Punkte liegen, die aus Sicht des Trainers möglich gewesen wären.
Ein Blick auf den Saisonverlauf passt genau zu dieser Einschätzung. Großweikersdorf/Wiesendorf bewegte sich über weite Strecken im unteren Mittelfeld und in der Gefahrenzone, zwischendurch ging es aber auch wieder nach oben. Nach Runde 18 stand die Mannschaft auf Rang 13, arbeitete sich später bis auf Platz 9 nach vorne und fiel am Ende wieder auf Rang 12 zurück. Gerade die letzten Wochen spiegeln diese Schwankungen gut wider. Auf das 2:1 gegen Eggenburg und das 4:2 bei Weißenkirchen folgte ein 2:2 gegen den späteren Meister SKU Amstetten Amateure. Danach setzte es allerdings noch ein 0:5 gegen Würmla und zum Abschluss ein 2:4 bei Lilienfeld. Höllrigl sagt selbst: „Wir haben manche Spiele, wo wir punkten hätten sollen, ausgelassen, und dort, wo wir eigentlich weniger Punkte erwartet haben, dann meistens gut gepunktet.“ Für ihn ist das kein Widerspruch, sondern ein Zeichen dafür, wie eng Entwicklung, Tagesform und Reife bei einer jungen Mannschaft zusammenhängen.
Dass der Trainer die Saison trotz aller Ausschläge positiv bewertet, hängt vor allem mit der Entwicklung innerhalb der Mannschaft zusammen. Höllrigl hebt nicht einzelne junge Spieler heraus, sondern spricht bewusst vom Kollektiv. „Ich möchte hier keine Spieler hervorheben, da für mich die ganze Mannschaft im Vordergrund steht“, sagt er. Trotzdem nennt er mit Tobias Eggenfellner einen erfahrenen Spieler, der in dieser Phase wichtig war. „Tobias Eggenfellner hat seine Rolle als Führungsspieler sehr gut wahrgenommen“, betont der Coach. Insgesamt sei der Altersdurchschnitt der Stammelf mit rund 20 bis 21 Jahren sehr niedrig gewesen. Für Höllrigl ist deshalb klar, dass nicht jede Woche gleich aussehen konnte. Umso zufriedener ist er mit dem Lernprozess. „Ich bin sehr zufrieden mit dem Fortschritt der jungen Spieler. Die haben sich hervorragend weiterentwickelt“, sagt er. Dazu komme, dass die etwas älteren Spieler die Jungen gut mitgenommen hätten. Auch das ist für den Trainer ein wesentlicher Teil der Saisonanalyse, weil damit eine Basis für die kommende Spielzeit entstanden sei.
Neben dem Sportlichen spricht Höllrigl auch viel über das Innenleben des Vereins. Zu Beginn sei die Stimmung noch angespannt gewesen, was nach dem Trainerwechsel und der schwierigen Lage wenig überrascht habe. Im Verlauf der Rückrunde habe sich das aber deutlich verbessert. „Der Umgang zwischen Mannschaft und mir oder dem Trainerteam ist hervorragend. Wir haben einen sehr guten Austausch, immer einen ehrlichen Kontakt miteinander“, sagt Höllrigl. Dieses offene Miteinander bezeichnet er sogar als „das A und O“. Auch das Umfeld kommt in seiner Bilanz gut weg. Er lobt die Unterstützung der Zuschauer, die Funktionäre und das wachsende Umfeld rund um die Mannschaft. Für den Sommer kündigt der Trainer an, dass Langzeitverletzte zurückkehren und die Mannschaft verstärken sollen. Zudem werde man „die eine oder andere Position im Trainerteam nachbesetzen“, Näheres solle aber erst später kommuniziert werden. Trotz aller Schwierigkeiten fällt sein Schluss deshalb klar aus: „Ich freue mich auf die neue Saison.“