Spielberichte

„Wir gehen mit einem positiven Ruck in die neue Saison“ – Oed/Zeillern blickt wieder nach vorne

USV Oed/Zeillern

Nach einer wechselhaften Saison in der 2. Landesliga West zieht USV Lehner Oed/Zeillern einen nüchternen, aber nicht mutlosen Strich. Platz 13 mit 35 Punkten war nach einem Frühjahr voller Ausfälle am Ende vor allem eines: der Klassenerhalt. Obmann Christian Spindler spricht offen über Verletzungspech, schmerzhafte Abgänge und darüber, warum der Blick trotzdem wieder nach vorne geht.

Nahaufnahme: Spieler holt zum Eckball aus. Weiß-grüner Ball, grüne Stutzen

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay

Ein Frühjahr, das nie richtig ins Laufen kam

Der Rückblick fällt bei Christian Spindler ehrlich aus, und genau das passt zur Saison von Oed/Zeillern. Lange Zeit war die Mannschaft in der Tabelle ordentlich unterwegs, bewegte sich in den ersten Monaten sogar immer wieder in den oberen Regionen, ehe das Frühjahr die Saison deutlich veränderte. Spindler macht dafür vor allem die personelle Lage verantwortlich. „Wir haben in der Frühjahrsaison extremes Verletzungspech gehabt und sehr viele Spieler vorgeben müssen“, sagt der Obmann. Für ihn ist das der Kern der schwierigen Monate. „Die Frühjahrsaison ist für uns eigentlich nicht so gelaufen, wie wir geglaubt haben, weil wir die vielen Ausfälle nicht so ersetzen haben können, wie wir uns erhofft haben.“ Dass Oed/Zeillern am Ende noch auf Rang 13 zurückfiel, passt zu dieser Einschätzung. In den letzten Wochen der Saison gab es nur noch wenig Konstanz, und genau diese fehlende Stabilität beschreibt Spindler im Rückblick zwischen den Zeilen sehr klar.

Klassenerhalt geschafft, Stimmung wieder besser

Trotz allem blieb für Oed/Zeillern am Ende das wichtigste Ziel stehen: die Liga wurde gehalten. Das wirkt im Verein spürbar nach. Spindler sagt: „Die Stimmung ist dadurch, dass wir das Abstiegsgespenst hinter uns lassen haben können, natürlich wieder etwas positiver.“ Dieser Satz erklärt viel. Denn nach einem Frühjahr mit ständig neuen Ausfällen ging es nicht mehr um große Sprünge, sondern darum, die Saison sauber über die Linie zu bringen. Besonders wichtig war dabei aus Sicht des Obmanns, dass viele Eigenbauspieler Verantwortung übernommen haben. „Ein gesicherter Mittelfeldplatz wäre natürlich für uns ein Riesenerfolg, wenn wir davon ausgehen, dass wir heuer mit sehr, sehr vielen Eigenbauspielern das Frühjahr gespielt haben“, sagt Spindler. Dazu passt auch sein Hinweis, dass man „ab und zu acht bis neun Spieler ersetzen“ musste. Dass der Klassenerhalt unter diesen Voraussetzungen trotzdem gelungen ist, wertet er deshalb als klares Plus und als Basis für die kommende Saison.

Junge Spieler im Fokus – und drei Abgänge, die weh tun

Wenn Spindler über die Mannschaft spricht, hebt er nicht nur die sportliche Seite hervor. Er betont auch den Zusammenhalt in der Gruppe. „Auch abseits des Feldes ist die Stimmung sehr, sehr gut und die Spieler sind eine sehr gute, eingeschworene Gemeinschaft, die sehr viel auch außerhalb vom Fußball miteinander machen“, sagt er. Gerade in einer Saison, in der sportlich vieles gegen die Mannschaft lief, ist das für ihn ein wichtiger Punkt. Sportlich hebt er besonders Niklas Spindler hervor. „Wir sind recht zufrieden mit der Entwicklung von unserem Niklas Spindler, der in dieser Saison einen sehr guten Schritt gemacht hat, sich sehr gesteigert hat und sich zu einer Stütze in der Mannschaft etabliert hat.“ Gleichzeitig verschweigt der Obmann nicht, was ihn in diesen Wochen ärgert. Drei junge Spieler haben den Verein verlassen, und dieser Punkt sitzt offenbar tief. Spindler spricht von einem „blutenden Herz unsererseits“ und kritisiert vor allem den Weg dieser Wechsel. Aus seiner Sicht hätte man das im direkten Gespräch lösen können und nicht nur „über einen Paragrafen“. Besonders nennt er dabei Marco Affengruber. Dass dieser einen Wechsel vorzieht, sieht Spindler „sportlich nicht wirklich als Ziel“.

Verletzte auf dem Weg zurück, Kaderarbeit läuft bereits

So deutlich Spindler die Probleme anspricht, so klar formuliert er auch, wohin der Weg nun gehen soll. Die medizinische Lage entspannt sich langsam. „Zurzeit ist der Großteil unserer Spieler am Weg der Besserung. Ein, zwei Spieler sind noch angeschlagen, aber da sind wir noch dabei, dass wir mit unseren Physiotherapeuten bis zum Meisterschaftsstart wieder alle topfit beieinander haben“, sagt er. Parallel dazu arbeitet Oed/Zeillern an Verstärkungen. „Wir sind noch dabei, dass wir das alles unter Dach und Fach kriegen und ein paar Verstärkungen für die nächste Saison lukrieren können.“ Diese Neuen sollen, wenn alles klappt, rasch integriert werden, damit wieder „eine schlagkräftige Truppe“ entsteht. Das Ziel bleibt bodenständig und passt zum bisherigen Kurs des Vereins. Spindler sagt: „Wir gehen mit einem positiven Ruck in die neue Saison und hoffen, dass wir uns wieder im Mittelfeld platzieren können.“