Der 2. Landesliga West-Siebente SC Hainfeld zieht nach dem Saisonende eine insgesamt positive Bilanz. Sportlicher Leiter Thomas Schnürer spricht von einer zufriedenstellenden Meisterschaft, weil der angestrebte einstellige Tabellenplatz erreicht wurde. Gleichzeitig verschweigt er nicht, wo der Hebel für die kommende Spielzeit angesetzt werden muss: Hainfeld bekam über die Saison hinweg und auch in der Schlussphase zu viele Gegentore.

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay
Dass Hainfeld am Ende auf Rang sieben gelandet ist, passt gut zu jener Mischung aus Auf und Ab, die die Saison begleitet hat. In den ersten Runden bewegte sich die Mannschaft zunächst im Bereich zwischen Platz sieben und elf, ehe es nach zehn Spieltagen sogar bis auf Rang 14 nach hinten ging. Genau dieser Abschnitt zeigt, dass die Saison keineswegs geradlinig verlaufen ist. Umso höher ist intern einzuschätzen, dass sich die Mannschaft danach wieder gefangen hat. Bis zur Winterpause arbeitete sich Hainfeld zurück, im Frühjahr ging es dann noch weiter nach oben. Zwischen Runde 21 und 28 stand die Mannschaft konstant auf Platz fünf, ehe sie in den letzten beiden Partien noch bis auf Rang sieben zurückfiel. Schnürer formuliert die Gesamtbewertung dennoch klar positiv: „Wir sind mit unserer Meisterschaft sehr zufrieden und haben mehr oder weniger den einstelligen Tabellenplatz erreicht.“ Das ist keine Schönfärberei, sondern eine Einordnung, die zur Entwicklung passt. Nach einem schwierigen Zwischenstück hat Hainfeld die Kurve bekommen und sich in der oberen Tabellenhälfte festgesetzt.
So zufrieden Schnürer mit dem Endergebnis ist, so deutlich spricht er den Punkt an, der aus seiner Sicht verbessert werden muss. „Verbessern müssen wir das gesamte Defensivverhalten der ganzen Mannschaft, weil wir einfach zu viele Tore bekommen haben“, sagt der sportliche Leiter. Dass er bewusst von der ganzen Mannschaft spricht, ist dabei ein wichtiger Hinweis. Es geht nicht um einzelne Spieler oder um eine isolierte Schwäche in einer Mannschaftslinie, sondern um das Verhalten gegen den Ball als Gesamtaufgabe. Gerade die letzten fünf Spiele haben diese Einschätzung noch einmal unterstrichen. Dem 3:2 gegen USC kaschütz Rohrbach folgten ein 2:5 in Gmünd, ein 2:2 gegen Eggenburg, ein 2:2 gegen Weißenkirchen und zum Abschluss ein 3:4 gegen den Meister SKU Amstetten Amateure. Hainfeld war in dieser Phase offensiv durchaus präsent und kam selbst regelmäßig zu Treffern, gleichzeitig kassierte das Team in diesen fünf Partien aber 15 Gegentore. Genau darin steckt die Spannung dieser Saison: Die Mannschaft hatte genug Qualität, um viele Spiele offen zu halten, sie hat sich mit der Zahl der Gegentreffer aber auch immer wieder selbst das Leben schwer gemacht.
Große Umbrüche wird es in Hainfeld vorerst nicht geben. Bei den Abgängen nennt Schnürer nur einen Namen: Serkan Demirbas verlässt den Verein, der offensive Mittelfeldspieler ist damit der einzige Abgang. Auf der Zugangsseite kommt mit Stefan Prinz ebenfalls ein Spieler für das offensive Mittelfeld, er wechselt aus Melk nach Hainfeld. Auch rund um Trainerteam und Organisation bleibt alles beim Alten. „Im Trainerstab und im Organisatorischen gibt es keine Neuzugänge oder Abgänge“, sagt Schnürer. Dafür wird im Umfeld des Vereins an anderer Stelle gearbeitet. „Großprojekt bei uns ist jetzt die Bewässerungsanlage. Wir bauen die Bewässerungsanlage am Hauptfeld und am Trainingsplatz.“ Solche Themen gehen im sportlichen Alltag oft unter, sind für einen Verein dieser Größenordnung aber alles andere als nebensächlich. Dazu kommt, dass die personelle Lage im Kader derzeit recht entspannt wirkt. Schnürer berichtet: „Wir haben nicht wirklich verletzte Spieler. Bei uns ist mehr oder weniger alles fit. Kleine Wehwehchen, aber nicht mehr.“ Auch das ist für die Vorbereitung auf die nächste Saison eine gute Nachricht.
Bemerkenswert ist, dass Schnürer bei der Bewertung der eigenen Mannschaft keinen einzelnen Spieler in den Mittelpunkt stellt. „Bei uns ist das Kollektiv entscheidend. Nicht ein oder mehrere Spieler sind hervorzuheben, sondern die ganze Mannschaft ist für diesen Erfolg verantwortlich“, sagt er. Dieser Satz passt gut zum bisherigen Bild des SC Hainfeld. Die Saison war nicht von einem einzelnen Unterschiedsspieler getragen, sondern von einer Gruppe, die sich nach einer schwächeren Phase wieder nach vorne gearbeitet hat. Gleichzeitig schaut Schnürer auch über die eigene Mannschaft hinaus und nennt jenen Klub, der ihn in der Liga am meisten beeindruckt hat: „Amstetten hat mich beeindruckt. Das ist eine sehr laufstarke Mannschaft und sie sind verdient Meister geworden.“ Für Hainfeld ist diese Einschätzung auch ein Fingerzeig. Wenn die Mannschaft ihren mannschaftlichen Charakter beibehält und das Defensivverhalten so verbessert, wie es der sportliche Leiter einfordert, dann ist die Grundlage da, um den nächsten Schritt zu machen und sich nicht nur mit einem einstelligen Tabellenplatz zufriedenzugeben.