In der 2. Landesliga West setzte sich SV Waidhofen/Thaya am Freitagabend mit 3:1 gegen SG Waidhofen/Ybbs durch. Trainer Niko Saric sah bei seiner Mannschaft aber lange Zeit Ansätze für mehr, vor allem in der Anfangsphase und gleich nach der Pause. Dass am Ende trotzdem nichts Zählbares herausschaute, erklärte er mit vergebenen Chancen, fehlender Konsequenz und folgenschweren Fehlern im Verteidigen.

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Gerade deshalb war die Niederlage für Saric so bitter, weil seine Mannschaft nach seiner Wahrnehmung ordentlich in diese Partie gefunden hatte. "Die ersten 30 Minuten waren wir sehr gut im Spiel und müssen eigentlich auch das 1:0 machen", sagte der Trainer. Für ihn lag in dieser Phase viel von dem drin, was er von seiner Mannschaft sehen will. Seine Elf war im Spiel, hatte laut Saric den Zugriff und hätte sich aus dieser Anfangsphase auch belohnen müssen. Umso mehr störte ihn, dass sein Team danach den Faden verlor. Saric sprach davon, dass man sich "ein bisschen vom Spiel von Waidhofen an der Thaya rausbringen" ließ und "dieses Aus-dem-Spiel-Rausbringen, dieses Irritieren" bis zur Pause annahm. Genau das gefiel ihm nicht, weil aus einer guten Anfangsphase dadurch bis zum Halbzeitpfiff zu wenig wurde. So ging es mit einem 0:0 in die Kabinen, obwohl der Trainer davor mehr für seine Mannschaft gesehen hatte.
Auch nach dem Seitenwechsel hatte Saric zunächst das Gefühl, dass seine Mannschaft wieder auf dem richtigen Weg war. "Wir sind rausgekommen aus der Halbzeit und waren richtig gut", meinte er. Besonders haderte er mit einer Szene beim Stand von 0:0. "Aus meiner Sicht muss man den Elfmeter geben", sagte der Trainer, der zugleich betonte, den Unparteiischen nicht zum Thema machen zu wollen. Viel wichtiger war für ihn, was danach passierte. In der 67. Minute brachte Robin Spielhofer den SV Waidhofen/Thaya mit 1:0 in Führung, in der 74. Minute erhöhte Michael Mejta auf 2:0. Für Saric waren das "zwei schwere Verteidigungsfehler", weil seine Mannschaft "nicht konzentriert verteidigt" habe. Er verwies darauf, dass er genau davor seit Wochen warne. Gleichzeitig sprach er dem Gegner Respekt aus. Die Gastgeber hätten das "mit super Flanken" und dann auch "sehr guten Kopfbällen" stark gelöst. Vor allem das 1:0 war für ihn der Knackpunkt, weil dieses Tor laut Saric "ganz klar der Dosenöffner" für den weiteren Verlauf war.
Mit dem 0:2 im Rückstand musste SG Waidhofen/Ybbs mehr riskieren, und genau daraus entstand laut Saric auch das dritte Gegentor. Seine Mannschaft stand hoch, wollte noch auf das 2:1 gehen und bekam in der 84. Minute nach einem Umschaltmoment das 3:0, wieder durch Robin Spielhofer. Das 3:1 von Niklas Schweighuber in der 90. Minute änderte am Ergebnis nichts mehr, auch wenn Saric danach noch "zwei Superchancen aufs 3:2" gesehen hatte. "Wer weiß, was dann noch passiert", sagte er. In seiner Gesamtanalyse wurde der Trainer deutlich: "Der unbedingte Siegeswille, mutig Fußball zu spielen, hat mir gefehlt." Dazu kam aus seiner Sicht, dass nicht nur die Defensive, sondern "alle zusammen" nicht konzentriert genug verteidigt hätten und man die eigenen Torchancen "konsequent und effektiv" nicht nutzte. Positiv blieben für ihn die ersten 30 Minuten, denn "wenn man so Fußball spielt, kann man in dieser Liga jeden schlagen oder gegen jeden bestehen". Den Sieger beschrieb Saric als "junge, giftige Mannschaft", gratulierte fair zum Erfolg und richtete den Blick sofort nach vorne: "Ich will von meiner Mannschaft am Freitag eine Reaktion sehen."