Im 2. Landesliga West-Derby hat der SV Absdorf bei der SG Großweikersdorf/Wiesendorf einen wichtigen 2:1-Auswärtssieg geholt. Die Gäste gingen nach wenigen Sekunden in Führung, verloren danach laut Sektionsleiter Mario Krumpöck aber den Faden und machten sich das Leben selbst schwer. Erst eine deutlich bessere Schlussphase und der Treffer von Edin Bijeljinac brachten Absdorf am Ende doch noch den erhofften Dreier im Abstiegskampf.

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay
Besser hätte es für Absdorf kaum beginnen können. Krumpöck schilderte den Auftakt sehr konkret: „Wir haben vom Anpfiff weg einen super Angriff gespielt und sind nach rund 15 Sekunden in Führung gegangen.“ Der Treffer zum 1:0 war tatsächlich sehenswert herausgespielt. Eduardo Haftner spielte aus der eigenen Hälfte den tiefen Ball auf Maximilian Lembacher, der die Übersicht behielt und in den Rückraum auf Kevin Sostarits legte. Der Absdorfer Angreifer schloss ins lange Eck ab und brachte seine Mannschaft damit früh auf Kurs. Gerade weil dieser Beginn so stark war, ärgerte den Sektionsleiter umso mehr, was danach passierte. Nach einer großen Möglichkeit von Florian Hahn in der zehnten Minute, mit der das 2:0 möglich gewesen wäre, kippte das Spiel aus seiner Sicht weg von den Gästen. „Danach ist uns das Spiel aus der Hand geglitten“, sagte Krumpöck. Absdorf überließ Großweikersdorf/Wiesendorf in dieser Phase den Ball, die Gastgeber hatten mehr von der Partie, wurden dabei laut Krumpöck aber „ohne zwingend zu werden“ optisch überlegen. Dazu kam kurz vor dem Pausenpfiff noch eine weitere große Chance für Florian Hahn, die ungenutzt blieb. So ging es zwar mit einer Führung in die Kabinen, wirklich zufrieden war man im Lager der Gäste mit diesem ersten Durchgang aber nicht.
Auch nach dem Seitenwechsel blieb das Bild aus Absdorfer Sicht zunächst unerquicklich. Krumpöck sprach davon, dass seine Mannschaft weiter zu fehleranfällig gewesen sei und damit den Gegner überhaupt erst in die Partie gebracht habe. Einer dieser Fehler im Aufbauspiel führte in der 56. Minute zum Ausgleich. „Einen unserer Fehler im Zentrum konnten sie nutzen“, sagte er über die Szene, nach der Randy Chiemezie für Großweikersdorf/Wiesendorf zum 1:1 traf. Gerade in dieser Phase musste Absdorf aufpassen, die Partie nicht ganz aus der Hand zu geben. In der 82. Minute brachte Edin Bijeljinac die Gäste dann wieder in Führung. Für Krumpöck war damit alles gesagt: „Das war der Startschuss für eine gute Schlussphase von uns.“ Mit dem Führungstor holten sich die Gäste neues Selbstvertrauen und hätten in der Endphase sogar noch auf 3:1 stellen können.
Trotz des Auswärtssiegs wollte Krumpöck die Leistung seiner Mannschaft nicht schönreden. Im Gegenteil: Seine Analyse fiel ungewöhnlich offen aus. „Wenig hat besonders gut funktioniert“, sagte er, und meinte damit nicht nur die lange Phase zwischen dem frühen 1:0 und der Schlussphase. Besonders enttäuscht war er darüber, dass aus seiner Sicht viele grundlegende Dinge gefehlt hätten. „Es war dann von beiden Seiten überhaupt kein gutes Spiel. Nicht ansehnlich. Ein Abstiegsderby, aber enttäuschend von meiner Mannschaft, weil wir viele Tugenden vermissen lassen“, so der Sektionsleiter. Gleichzeitig ordnete er auch den Gegner nüchtern ein. Großweikersdorf/Wiesendorf habe versucht, wie erwartet das Heft in die Hand zu nehmen, habe viel Ballbesitz gehabt und es „ordentlich gemacht“, unter dem Strich aber ebenso zu wenig aus dieser optischen Überlegenheit gemacht. Genau deshalb misst Krumpöck dem Ergebnis am Ende mehr Bedeutung bei als dem Weg dorthin. Dass Absdorf die schwächere Phase überstand und in der Schlussphase körperlich zulegen konnte, war für ihn das Entscheidende. Oder wie er es selbst formulierte: „Wir waren körperlich sehr präsent in der Schlussphase und konnten uns diesen Derbysieg dreckig erkämpfen. Mund abwischen, drei Punkte – um mehr geht es nicht.“
So wichtig die drei Punkte im Tabellenkeller auch sind, ganz am Ende stand bei Absdorf nicht mehr das Ergebnis im Vordergrund. In der Nachspielzeit wurde das Spiel durch die schwere Verletzung von Mateus Ferraboli überschattet. Krumpöck sprach von einer schweren Gesichtsverletzung, Ferraboli musste mit dem Rettungswagen abtransportiert werden. Entsprechend deutlich verschob sich auch der Fokus nach dem Schlusspfiff. „Wichtiger ist für mich jetzt einfach, dass die Verletzung unseres Spielers nicht so schlimm ist“, sagte Krumpöck. Weiters fügt er hinzu: "Ich möchte mich auf diesem Wege ganz herzlich im Namen des SV Absdorf bei den Gastgebern bedanken. Wie sich Obmann Dominik Breier, die Physiotherapeutin und andere Kollegen von Groß Weikersdorf um unseren Spieler gekümmert haben, ringt mir allerhöchsten Respekt ab. Vielen herzlichen Dank an den SV Blau Weiß Groß Weikersdorf."