In der 2. Landesliga West hat sich SC Hainfeld am Samstag in einem wilden Heimspiel mit ASV EATON Schrems 3:3 getrennt. Für Trainer Deni Luif fühlte sich der Punkt trotzdem "wie eine Niederlage" an, weil seine Mannschaft aus seiner Sicht über weite Strecken mehr vom Spiel hatte, zweimal vorlegte und in der Schlussphase sogar noch einen Elfmeter reklamierte.

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Es begann ganz nach dem Geschmack der Gastgeber. Bereits in der 12. Minute brachte Elvis Bozicevic Hainfeld mit 1:0 in Führung, und Luif hatte das Gefühl, dass seine Mannschaft genau so ins Spiel gefunden hatte, wie er es sehen wollte. "Wir waren mehr im Ballbesitz und haben die Spielkontrolle gehabt", sagte der Trainer. Umso bitterer war aus seiner Sicht das schnelle 1:1 nur zwei Minuten später. Nach einem Freistoß bekam Hainfeld den Ball nicht sauber weg, Dominik Lovrinovic köpfte unglücklich ins eigene Tor. Dass Elvis Bozicevic in der 26. Minute mit seinem zweiten Treffer wieder auf 2:1 stellte, passte ins Bild eines aktiven Auftritts, doch in der Nachspielzeit der ersten Hälfte glich Felix Burger noch zum 2:2 aus.
Auch nach der Pause blieb es ein Spiel mit schnellen Ausschlägen. Als Schrems in der 73. Minute durch Gwen Malonga sogar auf 3:2 stellte, drohte Hainfeld erstmals leer auszugehen. Luif blieb aber bei einem Punkt positiv: "Wir sind postwendend nach dem Rückstand zurückgekommen, haben das 3:3 gemacht und nicht aufgesteckt." Tatsächlich dauerte die Antwort nur eine Minute, Marcel Ladan stellte sofort auf 3:3. Der Trainer sah in dieser Phase genau den Willen, den er seiner Mannschaft bescheinigte. Dass am Ende trotzdem Enttäuschung überwog, lag für ihn vor allem an der letzten Aktion. "Marcel Varsanyi hat klar den Ball gespielt und wurde im Sechzehner zu Boden gebracht", sagte Luif über jene Szene, in der er noch einen Elfmeter für Hainfeld gefordert hätte.
Gerade weil Hainfeld aus Sicht seines Trainers vieles richtig machte, war der Punkt für ihn so schwer zu akzeptieren. Luif sprach von einer "extrem bissigen, lauffreudigen" Mannschaft, die "super im Gegenpressing" gewesen sei und den Gegner mit dessen Fünferkette kaum habe ins Spiel kommen lassen. "Wir waren sehr dominant mit Ball und sehr aggressiv gegen den Ball", sagte er. Dazu kam, dass Hainfeld nach seinen Worten immer wieder gut auf die Flügel verlagerte und mit Zug zum Tor spielte. Ganz ohne liegengelassene Möglichkeiten lief der Nachmittag aber nicht ab. "Vielleicht haben uns die letzten fünf Prozent vor dem Tor gefehlt", meinte Luif und verwies unter anderem auf einen Kopfball von Marcel Varsanyi, der daneben ging.
Der Kern seiner Analyse lag dennoch nicht vorne, sondern hinten. "Schrems hat aus drei Möglichkeiten drei Tore gemacht", sagte Luif und gab den Gästen damit ausdrücklich ein Kompliment für ihre Effizienz. Gleichzeitig legte er den Finger in die eigene Wunde: "Die drei Gegentore haben wir zu leicht verteidigt. Das ist für mich zu billig." Auch mit einigen Entscheidungen des Schiedsrichtergespanns war er nicht einverstanden, etwa vor dem 2:2 wo ein Handspiel, welches Glasklar war nicht gegeben wurde oder bei der strittigen Elfer-Szene ganz zum Schluss. Trotzdem schob er die Punkteteilung nicht allein darauf. "Ich möchte nicht sagen, dass die Schiedsrichter schuld sind an unserem Unentschieden und wir daher nur einen Punkt geholt haben", stellte er klar. Für Hainfeld bleibt damit nach zehn Runden Rang fünf, Luifs Blick geht aber längst weiter: "Wir müssen beim Wegverteidigen wieder Konstanz hineinbekommen, dann schaut es in der Tabelle auch wieder besser aus."
Luif: "Wenn wir ehrlich sind, lassen die aktuellen Leistungen der Schiedsrichter derzeit auf beiden Seiten stark zu wünschen übrig. Es ist offensichtlich, dass hier Handlungsbedarf besteht. Der Verband muss künftig unbedingt deutlich mehr Wert auf eine fundierte und professionelle Ausbildung der Schiedsrichter legen. Gleichzeitig dürfen sich die Vereine nicht aus der Verantwortung ziehen: Sie müssen sich bereit erklären, für diese Qualitätssteigerung auch mehr Geld in die Hand zu nehmen. Eine gute Ausbildung kostet, aber sie kommt am Ende allen zugute.
Darüber hinaus sollte man dringend über eine Regeländerung nachdenken: die Einführung eines „Time-Outs“ für Trainer. Jeder Trainer sollte die Möglichkeit bekommen, einmal pro Halbzeit eine strittige Entscheidung offiziell überprüfen zu lassen – ähnlich wie es bei der „Coach Challenge“ in anderen Bereichen oder der Bundesliga bereits diskutiert bzw. praktiziert wird.
Die technischen Möglichkeiten für eine solche Überprüfung sind längst vorhanden und mittlerweile auch leicht finanzierbar. Der große Vorteil einer solchen Regelung liegt auf der Hand: Strittige Situationen könnten direkt und transparent geklärt werden. Das würde das Gefühl von Ungerechtigkeit minimieren und die oft extrem aufgeheizte Stimmung auf dem Spielfeld sowie auf den Rängen sofort im Keim ersticken."