In der Bezirksklasse Weinviertel hat sich UFC Michelstetten den Meistertitel gesichert und die Saison mit 37 Punkten auf Platz eins abgeschlossen. Trainer Osman Bajguric spricht im Rückblick aber nicht von einem Selbstläufer. Gerade die frühen Wochen und die einzige Niederlage der Saison hätten gezeigt, dass die Mannschaft nur dann ganz oben bleibt, wenn sie vom ersten Spiel an voll da ist.

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Dass Michelstetten am Ende wieder ganz oben stand, hatte für Bajguric viel mit einer wichtigen Erkenntnis in der Anfangsphase der Rückrunde zu tun. Der Trainer redet den Titel nicht schön, sondern spricht offen an, dass seine Mannschaft nach den ersten Partien der Rückrunde zu locker geworden war. "Die ersten zwei, drei Spiele haben wir geglaubt, das geht von alleine. Nach dem Match gegen Kreuzstetten haben wir geglaubt, wir sind eh schon durch, wir sind eh schon Meister", sagt Bajguric. Genau in dieser Phase habe die Spannung nicht gepasst. "Da war die Konzentration nicht bei hundert Prozent bei einigen Spielern, und das hat man in den Matches danach gesehen." Die Tabelle zeigte zwar schon früh, dass Michelstetten vorne dabei war, aber sie zeigte eben auch, wie eng das Rennen wirklich war. Nach Runde eins lag die Mannschaft noch auf Platz vier, wenig später ging es hinauf, zwischendurch aber auch wieder weg von Rang eins. Für Bajguric war damit klar, dass der Titelkampf nicht mit einem starken Start entschieden sein würde, sondern nur mit der richtigen Haltung über Wochen hinweg.
Die einzige Niederlage der Saison blieb das 2:5 gegen USC Schletz, und genau dieses Spiel nennt Bajguric als Folge der fehlenden Schärfe in den ersten Wochen. Der Trainer sieht gerade darin aber den Wendepunkt der Saison, weil intern Klartext gesprochen wurde. "Nach dem klärenden Gespräch intern haben wir uns zusammengerissen und das Ziel, den Meistertitel, erreicht", sagt er. Danach brachte Michelstetten die Saison in einer Art zu Ende, die zur Spitzenposition passte. Das 24:0 gegen SC Prinzendorf war ein deutliches Ausrufezeichen, dazu kamen ein 8:0 bei Haringsee II und ein 6:0 gegen Hohenruppersdorf. Auch wenn Bajguric bewusst nicht alles auf einzelne Resultate reduziert, liest sich gerade diese Schlussphase wie die Antwort einer Mannschaft, die rechtzeitig wieder in den richtigen Modus gefunden hat. Für die kommende Saison zieht er daraus eine klare Lehre: "Wir müssen von der ersten Partie bis zur letzten Partie hundert Prozent konzentriert bleiben, dann schaut es auch für nächste Saison gut aus."
Im Rückblick auf die Konkurrenz hebt Bajguric vor allem FC Kreuzstetten und USC Schletz hervor, ohne dabei die eigene Linie zu verlassen. Kreuzstetten sei für Michelstetten "die große Unbekannte" gewesen, habe sich aber rasch als ernsthafter Gegner im Titelrennen herausgestellt. "Sie sind zweikampfstark und haben einen großen Kader. Damit haben wir Probleme gehabt", sagt Bajguric, verweist aber auch darauf, dass Michelstetten in zwei direkten Duellen ungeschlagen blieb. Bei Schletz wiederum sei sichtbar geworden, was möglich ist, wenn alles zusammenpasst. "Wenn sie komplett sind, sind sie eine ganz gute Mannschaft." Trotz dieser Konkurrenz sieht Bajguric seinen Verein stabil aufgestellt. Nach dem Meistertitel sei die Stimmung gut gewesen, "die Jungs haben brav gefeiert", und auch personell soll sich wenig ändern. Abgänge erwartet er keine, bei möglichen Zugängen gibt es keinen akuten Druck. "Wir sind die Konstante der Liga und haben auch vor, dass das so bleibt." Dazu passt auch, dass im Verein laut Bajguric strukturell alles unverändert bleibt. "Trainer, Sektionsleiter, Spieler, alles ist gleich geblieben." Mit Martin Staribacher gibt es nur einen verletzten Spieler, bei dem der Blick schon wieder nach vorne geht. "Für nächste Saison schaut es schon wieder ganz gut aus", sagt der Trainer. Einzelne Spieler will er nach dem Titelgewinn bewusst nicht herausheben. "Wir haben als Mannschaft alles gegeben, damit wir den Meistertitel nach Michelstetten holen." Genau dieser Satz beschreibt am Ende auch das Bild, das Bajguric von seiner Mannschaft zeichnen will: nicht nur Meister, sondern eine Gruppe, die nach einem frühen Warnschuss rechtzeitig wieder zusammengefunden hat.