In der Bezirksklasse Weinviertel hat sich SG Hüttendorf/Paasdorf am Samstag gegen USV Kleinharras mit 2:1 durchgesetzt. Nach einer starken ersten Hälfte führte die Elf von Wolfgang Meier schon 2:0, musste nach dem Anschlusstreffer aber noch arbeiten. Der Trainer sprach danach von einer deutlich besseren Leistung als in der Vorwoche und brachte die Hauptsache knapp auf den Punkt: "Morgen fragt keiner mehr, wie wir gewonnen haben."
Meier hatte vor dem Spiel einen klaren Plan. Auf der großen Anlage in Paasdorf wollte seine Mannschaft die Breite nutzen, früh attackieren und den Gegner über die Flügel beschäftigen. Genau so begann die SG auch. Schon mit dem ersten Eckball fiel ein Treffer, der wegen Foulspiels aberkannt wurde. Der Trainer sah sein Team trotzdem von Beginn an im Vorteil: "Wir waren eigentlich die spielbestimmende Mannschaft und hatten das Spiel ganz gut im Griff." In der 17. Minute traf Kevin Pusch zum 1:0, in der 25. Minute legte Tobias Eckner das 2:0 nach. Gerade in dieser Phase, so Meier, habe seine Elf vor allem über die Außen viel richtig gemacht. Ganz beruhigt ging es trotzdem nicht in die Kabine, weil Dominik Stur in der 41. Minute für Kleinharras auf 1:2 verkürzte.
Dass die SG trotz personeller Sorgen so aktiv beginnen konnte, hatte auch mit dem Trainer selbst zu tun. Weil Mario Weiss nach seiner Gelb-Roten Karte aus der Vorwoche gesperrt fehlte und der Kader ohnehin ausgedünnt war, stand Wolfgang Meier von Beginn an selbst auf dem Platz. "Das sollte nicht Ziel sein, dass ich selbst auf dem Platz stehe. Aber ich helfe der Mannschaft natürlich gern", sagte er nach dem Spiel. Am rechten Flügel bereitete er nach eigener Schilderung beide Tore vor. Vor dem 1:0 brachte er nach einer Standardsituation einen flachen Ball zur Mitte, der noch abgefälscht wurde, ehe Pusch abschloss. Beim 2:0 setzte sich Meier auf der rechten Seite durch und legte mit einem Stanglpass für Eckner auf. Gerade diese Routine sah er später auch als Unterschied zwischen beiden Teams: "In unserer Mannschaft steckt mehr Erfahrung."
Nach dem Anschlusstreffer wurde die Partie aus Sicht der Gastgeber nicht mehr so klar. Meier sprach von einer "überschaubaren Leistung" seiner Mannschaft in der zweiten Halbzeit, am Ende reichte es aber, das 2:1 über die Zeit zu bringen. Einen Grund dafür sieht er weniger im fehlenden Einsatz als in den körperlichen Voraussetzungen. "Die Mannschaft ist nicht topfit", sagte der Trainer offen und verwies auf die Trainingsbeteiligung, die meist nur zwischen neun und zwölf Spielern liege. Beruf, Familie und ein kleiner Kader würden sich bemerkbar machen. So war die SG nach der Pause nicht mehr so präsent wie zuvor, ließ sich den Sieg aber nicht mehr nehmen. Über den Gegner verlor Meier dabei kein schlechtes Wort. Kleinharras sei jung, ehrgeizig und eine Mannschaft, die "heuer noch der einen oder anderen Mannschaft Schwierigkeiten bereiten wird".
Viel Grund für große Töne sah der Trainer nach dem Schlusspfiff trotzdem nicht. Er sprach von einem fairen und intensiven Spiel bei sehr warmen Temperaturen und stellte auch dem Schiedsrichter ein ordentliches Zeugnis aus. "Die Schiedsrichterleistung war sehr in Ordnung", meinte Meier, der zugleich einräumte, dass es "kein sehr schönes Spiel für die Zuschauer" gewesen sei. Dazu kommen bei seiner Mannschaft weiter einige offene Themen: Verletzungen, zwei Abgänge im Sommer, ein neuer Tormann und der länger fehlende Kapitän bremsen den Rhythmus. Umso wichtiger waren für ihn die ersten drei Punkte. "Wichtig ist, dass wir von Woche zu Woche schauen", sagte Meier. Schon kommende Woche gegen Hohenruppersdorf soll Mario Weiss nach verbüßter Sperre wieder dabei sein. Und wenn wieder Not am Mann ist, ließ der Trainer mit einem Schmunzeln durchblicken, werde er der Mannschaft notfalls erneut selbst auf dem Feld helfen.