In der Bezirksklasse Weinviertel bog SV Ebenthal gegen UFC Gnadendorf früh auf die Siegerstraße ein und gewann am Ende klar mit 9:1. Für Gnadendorf-Trainer Marko Madner fiel die Einordnung trotzdem differenziert aus: Das 0:8 zur Pause sei natürlich deutlich gewesen, entscheidender war für ihn aber, dass seine Mannschaft nach dem Seitenwechsel Haltung zeigte und nicht völlig auseinanderfiel.

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Aus Gnadendorfer Sicht war die Partie schon sehr früh in eine Richtung gekippt. Matthias Veit brachte die Gastgeber in der 7. Minute mit 1:0 in Führung, danach wurde es für die Gäste binnen weniger Minuten richtig bitter. Vladimir Girman traf in der 11., 13. und 17. Minute gleich dreimal und stellte damit rasch auf 4:0. Als Jonas Dlapa in der 20. Minute das 5:0 nachlegte, war die Begegnung bereits klar auf Ebenthaler Seite. Noch vor der Pause schraubten Girman mit seinem vierten Treffer an diesem Abend auf 6:0, Radoslav Sekac auf 7:0 und Veit kurz vor dem Seitenwechsel auf 8:0. Madner verwies danach vor allem auf die personellen Probleme seines Teams. „Wir hatten genau elf Spieler an dem Tag und einige Leute, die schon länger nicht mehr gespielt haben“, sagte der Trainer. Dazu seien Spieler auf Positionen gestanden, die sie normalerweise nicht bekleiden. „Somit war die erste Halbzeit etwas unkoordiniert“, erklärte er und lieferte damit auch die wichtigste Erklärung für das klare Pausenergebnis.
So deutlich die erste Hälfte auch verlaufen war, ganz aufgesteckt hat Gnadendorf nach dem Seitenwechsel nicht. Ebenthal kam in der 61. Minute noch durch Matthias Veit zum 9:0, womit der Angreifer seinen dritten Treffer erzielte. Doch die Gäste fielen danach nicht mehr auseinander, sondern kamen selbst noch zum Ehrentor. Filip Holcapek verkürzte in der 66. Minute auf 9:1 und sorgte damit dafür, dass die zweite Halbzeit ausgeglichen endete. Madner hob genau diesen Punkt nach Schlusspfiff deutlich hervor. „Mit dem 1:1 in der zweiten Halbzeit haben wir uns nicht so schlecht geschlagen“, sagte er. Noch wichtiger war ihm dabei die Reaktion seiner Mannschaft auf das klare Pausenresultat. „Nach einem 0:8 zur Pause haben wir uns trotzdem nicht aufgegeben und weiter gekämpft“, meinte der Gnadendorf-Coach. Dazu kam laut Madner noch ein nicht genutzter Elfmeter, der die zweite Hälfte aus seiner Sicht sogar noch freundlicher hätte aussehen lassen können. Gerade deshalb wollte er das Endergebnis nicht einfach isoliert betrachten.
Der Trainer der Gäste versuchte nach dem 1:9, die Niederlage nüchtern einzuordnen. „Ich würde meiner Mannschaft da keinen Vorwurf machen“, sagte Madner, weil die Voraussetzungen aus seiner Sicht diesmal schlicht schwierig gewesen seien. Was er Ebenthal zugutehielt, formulierte er ebenso klar. Die Gastgeber seien „läuferisch, spielerisch um einiges stärker“ gewesen und vor allem offensiv eine „eingespielte Truppe“ mit „sehr, sehr guten Qualitäten“. Gerade vorne habe man die Qualität deutlich gesehen, weshalb Madner auch davon ausgeht, dass Ebenthal in dieser Saison „oben mitspielen“ wird. Streitige Szenen hatte er keine gesehen, auch der Unparteiische bekam von ihm ein ordentliches Zeugnis: „Der Schiedsrichter hat relativ souverän und aus meiner Sicht fehlerfrei gepfiffen.“ Für Gnadendorf bleibt nach dem klaren Resultat damit vor allem die Hoffnung, in der nächsten Runde personell wieder besser aufgestellt zu sein. Madner formulierte den Ausblick einfach und bodenständig: „Nächste Woche neuer Anlauf. Wenn hoffentlich wieder mehr Leute da sind, wird dann wieder etwas mehr gehen.“