Spielberichte

Mut zu den Jungen zahlt sich aus: Kropitz entscheidet für Deutsch-Wagram in Minute 90+3

Deutsch-Wagram
Mannsdorf-Großenzersdorf II

In der Gebietsliga Nord/Nordwest feierte der ATSV Sparta Deutsch-Wagram gegen Mannsdorf-Großenzersdorf II einen späten 2:1-Heimsieg. Noah Idinger brachte die Hausherren nach einer einstudierten Einwurfvariante in Führung, Christoph Sturm glich in der Schlussphase aus, ehe Paul Kropitz in der Nachspielzeit zuschlug. Trainer Christopher Petermann sprach von einem „Lucky Punch“, hob aber vor allem den Mut zu vielen jungen Spielern hervor.

Fußball mit Sternen-Design auf Rasen

Foto von Daniel Norin auf Unsplash

Führung nach Einwurf – 50:50 in Hälfte eins

Deutsch-Wagram erwischte in Runde 25 den wacheren Start – und der Trainer schilderte danach eine „sehr spannende Begegnung, die mit einem tollen Finale für uns glücklich geendet hat“. Früh setzte ein Aluminiumtreffer das erste Ausrufezeichen: „Wir sind gleich mit einem Stangenschuss von Noah Idinger gestartet“, so Christopher Petermann. Nach gut einer halben Stunde fiel dann die Führung, und auch die Art passte zur Marschroute: eine saubere Einwurf-Variante, vollendet von Noah Idinger zum 1:0. „Das war zu dem Zeitpunkt durchaus okay“, ordnete Petermann ein. Ganz zufrieden zurücklehnen konnte sich aber niemand, denn „Mannsdorf war auch immer gefährlich“. Insgesamt sah der Coach vor der Pause eine „ziemlich 50:50-Partie“, in der sein Team „nicht unverdient, aber um diesen Tick besser“ in die Kabinen ging.

Gäste drehen auf, Ausgleich – und dann sticht Kropitz

Nach dem Wechsel kippte das Spiel zunehmend in Richtung der Gäste. „Mannsdorf ist immer stärker geworden, ab der siebzigsten Minute waren sie sicher stärker“, beschrieb Petermann die Druckphase. Sein Team versuchte, das 1:0 zu halten, kassierte aber in Minute 82 das 1:1 durch Christoph Sturm – eine enge Sache. „Beim Ausgleich war es sehr knapp gegen uns, es könnte Abseits gewesen sein. In Summe war der Ausgleich in der Phase aber verdient“, blieb der Coach fair. Anstatt sich mit dem Punkt abzufinden, ging Deutsch-Wagram bewusst ins Risiko. „Wir haben volles Risiko genommen. Ich habe alle jungen Spieler eingewechselt, die wir haben“, erklärte Petermann. „Die Jungs haben sich voll reingehaut, waren bissig und giftig. Auf dieses Momentum haben wir gesetzt.“ Der Mut trug Früchte – in der 90.+3. Minute drückte Paul Kropitz den Ball mit einem sehenswerten Freistoß zum 2:1 über die Linie. „Am Ende war es ein Lucky Punch – aber ein wunderschöner“, sagte Petermann hörbar erleichtert.

Disziplin als Basis, Entwicklung im Blick – fairer Gegner und fairer Abend

Dass es überhaupt bis ganz zum Schluss die Chance auf den Sieg gab, führte der Trainer auf die verlässliche Grundordnung zurück. „Unsere größte Stärke war wieder die Disziplin. Wir haben die taktischen Vorgaben gut eingehalten.“ Im Finish sei der Dreier „ein Akt des Willens“ gewesen, auch wenn Petermann den glücklichen Moment nicht kleinreden wollte. Respekt gab es für Mannsdorf-Großenzersdorf II: „Spielerisch eine Top-Mannschaft mit sehr guten Individualisten. In Hälfte eins noch nicht so gut, aber in Hälfte zwei hat man die Klasse gesehen.“ Auch zum Unparteiischen blieb der Ton sachlich: „Die Schiedsrichterleistung war absolut in Ordnung.“ In der Tabelle liegen die Hausherren mit 33 Punkten auf Rang acht, Mannsdorf II hält bei 35 Zählern. Inhaltlich blickt Petermann bereits voraus: „Wir haben ein gutes Konzept gefunden, mit dem wir Spiele gewinnen. Darauf bauen wir auf, wollen uns spielerisch weiterentwickeln und variantenreicher werden.“ Ein persönliches Anliegen schickte er noch hinterher: Kurz vor Schluss verletzte sich ein Gästespieler an der Schulter – „ich wünsche ihm baldige Genesung und hoffe, dass er rasch wieder am Platz steht.“ Und für seine Youngsters hatte er ein besonderes Lob parat: „Es ist wichtig, dass die Jungen ihre Chance bekommen – und heute haben sie sie sich erkämpft.“

Gebietsliga Nord/Nordwest: Deutsch-Wagram : Mannsdorf-Großenzersdorf II - 2:1 (1:0)

  • 93
    Paul Kropitz 2:1
  • 82
    Christoph Sturm 1:1
  • 30
    Noah Idinger 1:0