Mit Platz sieben in der Gebietsliga Nord/Nordwest hat SC Neusiedl/Zaya eine Saison mit einigen Ausschlägen nach oben und unten abgeschlossen. Das 4:4 gegen SV Gablitz zum Schluss passte dabei gut ins Bild einer Mannschaft, die immer wieder zeigte, was in ihr steckt, sich nach Ansicht von Trainer Sedat Sahin aber noch öfter belohnen muss. Vor allem im Abschluss sieht der Coach den größten Ansatzpunkt für den nächsten Schritt.

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Der Blick auf den Tabellenverlauf zeigt recht deutlich, warum diese Spielzeit in Neusiedl/Zaya nicht einfach mit ein paar Schlagworten abzuhandeln ist. Die Mannschaft startete wechselhaft, arbeitete sich dann aber Stück für Stück nach vorne und stand zwischenzeitlich sogar auf Rang drei. Erst in den letzten Runden ging es wieder etwas zurück, am Ende blieb Platz sieben mit 37 Punkten. Auch die jüngsten Ergebnisse spiegeln das wider: Auf das 3:0 gegen Deutsch-Wagram folgten die Niederlage gegen SC Prottes, ein 2:2 gegen SCG Eckartsau, das beachtliche 1:1 gegen Meister FC Tulln und zum Abschluss das torreiche 4:4 gegen SV Gablitz. Es war also vieles dabei, und genau daraus lässt sich auch ableiten, warum Sahin nicht nur auf das Endresultat schaut, sondern stärker auf die Entwicklung seiner Mannschaft.
Für den Trainer ist der wichtigste Punkt in der Analyse schnell benannt, auch wenn er die Sache bewusst nicht auf eine einzige Baustelle reduzieren will. „Verbesserungspotenzial hat man natürlich immer“, sagt Sahin. Dann wird er konkreter und legt den Finger dorthin, wo er den größten Hebel sieht: „Besonders würde ich unser Verbesserungspotenzial im Abschluss darin sehen, dass wir zu besseren Möglichkeiten kommen und die Angriffe fertig spielen.“ Dahinter steckt mehr als nur der Wunsch nach mehr Toren. Sahin denkt das Spiel als Ganzes. Wenn vorne sauberer und konsequenter zu Ende gespielt wird, profitiert aus seiner Sicht die ganze Mannschaft. „Dann entlasten wir auch Mittelfeld und Verteidigung“, sagt er. Genau diese Verbindung macht seine Aussage interessant, weil sie zeigt, dass es ihm nicht nur um einzelne Stürmer oder einzelne Szenen geht, sondern um einen runderen Gesamtauftritt.
Auch personell tut sich beim Tabellensiebenten etwas. Verlassen haben den Verein laut Sahin ein langjähriger Innenverteidiger und Kapitän, dazu Stürmer Nikola Todorovic sowie Linksverteidiger Patrik Kanka. Gleichzeitig sind schon zwei Neuzugänge fixiert, mit denen der Kader breiter und gezielter nachgeschärft werden soll. „Für die Verteidigung ist Andreas Kleibl geplant, er kommt von Hausbrunn“, erklärt der Trainer. Dazu holte Neusiedl/Zaya mit Christoph Gritsch einen Stürmer aus Laa. Damit ist auch klar, in welchen Mannschaftsteilen der Verein nachjustiert. Besonders wichtig könnte daneben aber ein Spieler werden, der gar kein klassischer Neuzugang ist. „Ante Bacic ist mittlerweile schon voll im Training“, sagt Sahin über den Langzeitverletzten nach dessen Kreuzbandriss. Für die neue Saison soll er die Mannschaft wieder verstärken, außerdem hofft der Coach, dass ein weiterer angeschlagener Spieler nach seinen Blessuren ebenfalls wieder dazustößt.
Interessant ist auch, wen Sahin in der Liga besonders hervorhebt. Seine Wahl fällt klar auf den Meister. „Beeindruckt hat natürlich Tulln“, sagt der Trainer und begründet das nicht nur mit der Qualität des Kaders. „Man muss auch, wenn man sich gut verstärkt, diese Spiele alle erst einmal gewinnen und ohne Niederlage Meister werden.“ Dass Neusiedl/Zaya gegen diesen Gegner kurz vor Saisonende ein 1:1 holte, liest sich da umso ordentlicher. Im eigenen Kader richtet Sahin den Blick zugleich nach innen. Er sieht Spieler, die sich entwickelt haben, vor allem junge Kräfte, die sich in den Vordergrund gespielt haben. Gleichzeitig bleibt er bei der Einordnung bodenständig. Die Jungen haben sich gezeigt, doch der Trainer betont ebenso, dass noch Aufholbedarf da ist.