In der Gebietsliga Nord/Nordwest hat sich SC Leopoldsdorf/Mfd. am Samstag in einem wilden Derby mit 4:3 gegen SC Lassee durchgesetzt. Nach einer starken ersten Hälfte führte die Elf von Stephan Kasmader schon 4:1, verlor nach der Pause aber den Faden und musste bis zum Schlusspfiff zittern. Genau das störte den Trainer trotz des dritten Sieges im dritten Spiel am meisten.

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Der Start war aus Sicht der Gastgeber alles andere als sauber. Bereits in der 8. Minute brachte Raphael Strasser die Gäste mit 1:0 in Führung, und Kasmader machte gar keinen Hehl daraus, wie wenig ihm die Anfangsphase gefallen hatte. „Wir sind relativ schlecht in das Spiel reingestartet, mit einem sehr frühen Gegentor, wo wir uns einfach extrem passiv verhalten haben“, sagte der Leopoldsdorf-Trainer. Seine Mannschaft sei nicht mutig genug gewesen und habe gerade in den ersten Minuten jene Eigenschaften vermissen lassen, die in den ersten beiden Spielen noch da gewesen seien. Der Ausgleich in Minute 15 half dann spürbar weiter, auch wenn er auf ungewöhnliche Weise zustande kam: Nach einer Balleroberung und einem Angriff über links köpfte Andreas Unger den Ball ins eigene Tor. Danach, so Kasmader, „haben wir ab der 15. Minute das Kommando übernommen“ – und tatsächlich drehte Leopoldsdorf die Partie noch vor der Pause klar. Patrick Haas stellte in der 20. Minute auf 2:1, Daniel Schöpf erhöhte in der 32. Minute und traf in der Nachspielzeit der ersten Hälfte noch einmal zum 4:1. Besonders diese Phase gefiel dem Trainer: „Wir haben den Gegner wirklich eingeschnürt, haben ihm gar keine Chance gelassen.“
Dass Leopoldsdorf zur Halbzeit schon viermal getroffen hatte, war für Kasmader auch der wichtigste Punkt des Abends. „Sicherlich, dass wir in der ersten Halbzeit vier Tore erzielt haben und guten Fußball gespielt haben“, sagte er. Vor allem die Treffer zum 2:1, 3:1 und 4:1 blieben ihm als Ausdruck der eigenen Qualität in Erinnerung. „Tor zwei, drei und vier waren sehr, sehr schön herausgespielt mit wirklich tollen Kombinationen meiner Jungs“, meinte der Trainer, der gerade im letzten Drittel viel Kreativität und Spielfreude sah. Umso mehr ärgerte ihn dann aber, dass seine Mannschaft nach der Pause nicht an diese 30 starken Minuten anschließen konnte. Kasmader hatte zur Halbzeit gewechselt und zog in der 55. Minute noch einen zweiten Wechsel nach, danach riss der Rhythmus ab. „Dann ist uns der Spielfluss verloren gegangen“, sagte er. Statt weiter aktiv zu bleiben, sei sein Team wieder in alte Muster zurückgefallen, zu passiv geworden und habe sich zu sehr auf die klare Führung verlassen. Lassee kam dadurch wieder auf: Raphael Strasser verkürzte in der 61. Minute auf 2:4, Uros Krusic stellte in der 72. Minute auf 3:4. Mehr ließ Leopoldsdorf zwar nicht mehr zu, doch Kasmader war deutlich: „Wäre das Spiel noch zehn Minuten länger gegangen, hätte Lassee wahrscheinlich den Ausgleich noch erzielt.“
Gerade deshalb fiel die Einordnung des Trainers trotz des Sieges spürbar gemischt aus. Kasmader sprach offen an, dass er mit dem Auftritt seiner Mannschaft nur über Teile der 90 Minuten zufrieden war. „Mit der zweiten Hälfte war ich absolut nicht zufrieden, wie wir uns im Spiel mit und gegen den Ball präsentiert haben“, sagte er. Das Lob bezog sich klar auf jene Phase nach dem Ausgleich, in der Leopoldsdorf das Spiel kontrollierte und seine Chancen nutzte. Gleichzeitig verlor er aber auch den Gegner nicht aus dem Blick. Man habe gewusst, „dass Lassee schnelle Flügelspieler hat“ und mit Konstantin Breuer „einen sehr, sehr guten Fußballer“ in seinen Reihen habe. Am Ende blieb dennoch das Positive hängen: ein 4:3-Heimsieg, neun Punkte aus drei Runden und laut Kasmader „ein gutes Derby mit sieben Toren für die Zuschauer“. Viele Besucher, schönes Wetter und ein erfolgreicher Tag für den Verein – das nahm Leopoldsdorf mit. Die zweite Halbzeit dürfte intern aber trotzdem noch Thema sein.