In der Gebietsliga Nord/Nordwest hat der SC Leopoldsdorf/Mfd. gegen SC Neusiedl/Zaya eine 2:0-Führung noch aus der Hand gegeben und musste sich mit einem 2:2 begnügen. Für Co-Trainer Martin Krejci war das Remis deshalb kein gewonnener Punkt, sondern „eigentlich verlorene zwei Punkte“. Vor allem, weil Leopoldsdorf die Partie aus seiner Sicht über weite Strecken bestimmt hatte und erst in den letzten Minuten den Zugriff verlor.

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Martin Krejci sah von Beginn an ein Spiel, das zwar auf beiden Seiten recht ausgeglichen war, in dem seine Mannschaft aber dennoch etwas mehr vom Geschehen hatte. „Wir haben mehr Spielanteile gehabt und sind dann verdient in Führung gegangen, weil wir mehr fürs Spiel gemacht haben“, sagte der Co-Trainer nach dem Schlusspfiff. Diese Einschätzung passte auch zum Zeitpunkt des 1:0, das erst unmittelbar vor der Pause fiel. Ljubisa Ruzicic traf in der 45. Minute nach einer Standardsituation zur Führung. Krejci beschrieb die Szene als „normalen Corner in die Mitte“, nach dem es im Strafraum unübersichtlich wurde und schließlich ein Abstaubertor heraussprang. Für Leopoldsdorf war das ein wichtiger Treffer, weil er die bis dahin etwas bessere Spielanlage noch vor dem Seitenwechsel auch am Ergebnis sichtbar machte.
Auch nach der Pause blieb bei Krejci der Eindruck, dass Leopoldsdorf die bessere Mannschaft war. Umso größer war am Ende der Ärger darüber, dass aus dieser Überlegenheit kein Sieg wurde. „Das Problem war in der zweiten Hälfte, dass wir den Sack nicht zugemacht haben“, sagte er sehr klar. Als Richard Strauß in der 86. Minute auf 2:0 stellte, schien die Partie in Richtung Heimsieg zu laufen. Auch dieses Tor ordnete Krejci genau ein: über die Flügel, dann eine Flanke, ein Abschluss und am Ende wieder ein Nachschuss beziehungsweise Abroller. Gerade deshalb tat ihm das Remis weh. „Dann haben wir das 2:0 gemacht und geglaubt, es ist schon gewonnen“, meinte er. Für ihn war das der Punkt, an dem seine Mannschaft das Spiel nicht mehr sauber zu Ende spielte, obwohl sie es bis dahin gut im Griff gehabt hatte.
Dass Neusiedl/Zaya am Ende noch zurückkam, erklärte Krejci vor allem mit den eigenen Fehlern im Defensivverhalten. Den Gegner erlebte er als tief stehende, robuste Mannschaft, die mit hohen Bällen nach vorne arbeitete und viel wegverteidigen wollte. „Sie haben uns das Leben relativ schwer gemacht“, sagte er. Gleichzeitig betonte er aber auch, dass bei Leopoldsdorf nach vorne vieles so funktionierte, „wie immer“, weil man eine spielstarke Mannschaft sei. Das eigentliche Problem sah er dahinter. „In der Defensive sind immer wieder Lücken da, die wir einfach verbessern müssen.“ In der Schlussphase wurde das teuer. Christopher Gritsch verkürzte in der 90. Minute auf 2:1, in der Nachspielzeit stellte Alexander Knie noch auf 2:2. Krejci sprach davon, dass die Kette bei den Gegentreffern nicht gut gestanden sei und man den Gegner wieder habe aufkommen lassen. Sein Fazit fiel entsprechend deutlich aus: „Wir haben hinten nicht so gut gestanden, wie man sollte, und dann einfach leichtfertig den Sieg hergeschenkt.“ Diskussionen um besondere Aufreger oder den Schiedsrichter gab es für ihn übrigens nicht, er nannte die Spielleitung „relativ unauffällig“. Umso mehr blieb bei Leopoldsdorf das Gefühl, dass an diesem Nachmittag vor allem die eigene Schlussphase den vollen Ertrag gekostet hat.