In der Gebietsliga Nord/Nordwest hat sich SC Neusiedl/Zaya am Samstag mit SC Sparkasse Poysdorf 1:1 getrennt. Nach torloser erster Hälfte brachte Sebastian Berger die Gäste kurz nach der Pause in Führung, Tobias Welzel glich für die Gastgeber aus. Trainer Sedat Sahin sah vor allem die starke Anfangsphase seiner Mannschaft als ungenutzt an: Neusiedl habe das Spiel lange im Griff gehabt, sich dafür aber nicht belohnt.

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Aus Sicht von Sahin begann der Abend so, wie man ihn sich in Neusiedl vorgestellt hatte. „Das Spiel hat für uns eigentlich ganz gut angefangen. Wir haben das Spiel im Griff gehabt“, sagte der Trainer nach dem Schlusspfiff. Seine Mannschaft war nach seiner Einschätzung in der ersten Hälfte das aktivere Team und spielte sich auch zwei sehr gute Möglichkeiten heraus. Genau dort setzte für ihn aber schon der erste große Kritikpunkt an. „Die gute Phase am Anfang muss man nutzen“, sagte Sahin. Für ihn wäre in dieser Phase mehr drin gewesen. Auch nach dem Seitenwechsel sah Sahin seine Mannschaft zunächst ordentlich im Spiel, ehe eine Szene die Partie kippte. In der 49. Minute brachte Sebastian Berger die Gäste mit 1:0 in Führung, und der Neusiedl-Trainer beschrieb das Gegentor als Folge einer Fehlerkette. „Dann ist uns ein Fehler im Mittelfeld passiert, wir haben schlecht attackiert“, sagte er. Danach sei der Ball zum Gegner gekommen, der Abschluss aufs Tor gefolgt und die Situation unglücklich weitergelaufen. Für Sahin war das besonders bitter, weil er seine Mannschaft bis dahin weiter in einer kontrollierten Rolle gesehen hatte. Umso wichtiger war aus Neusiedler Sicht die Reaktion. In der 62. Minute stellte Tobias Welzel auf 1:1 und brachte die Gastgeber wieder zurück. Dass seine Mannschaft nach dem Rückstand noch einmal antwortete, passte zu Sahins Eindruck, dass sie über weite Strecken nicht schlechter war. Gerade deshalb blieb bei ihm aber auch das Gefühl, dass an diesem Abend mehr möglich gewesen wäre.
Richtig unangenehm wurde es für die Gastgeber dann in der Schlussphase. In der 74. Minute sah David Benedik die Rote Karte, und Sahin machte gar nicht erst den Versuch, diese Entscheidung in Frage zu stellen. „Der Ausschluss war auch okay, weil es einfach eine Torchancenverhinderung war“, sagte der Trainer klar. Für Neusiedl wurde die Aufgabe damit noch schwieriger, weil die Partie aus seiner Sicht ohnehin auf Augenhöhe verlief. Sahin zollte auch dem Gegner Respekt: Poysdorf habe hinten nicht viel hergegeben, vieles habe man sich erst erarbeiten müssen, und auch nach vorne seien die Gäste immer wieder gefährlich gewesen. Trotzdem blieb Neusiedl im Spiel. Sahin sprach davon, dass seine Mannschaft auch danach noch die eine oder andere Möglichkeit hatte, während auf der anderen Seite ebenso noch Gefahr entstand. Gerade diese Mischung aus eigenem Aufwand, Unterzahl und offener Schlussphase machte den Abend für ihn so unerquicklich.
Am Ende blieb für Neusiedl ein Punkt, der sich nach Sahins Worten nicht ganz rund anfühlte. „Es war für uns ein bitterer Abend“, sagte der Trainer und nannte dafür mehrere Gründe: die ungenutzten Chancen in der starken Anfangsphase, der Rückstand nach eigener Fehlerkette und die schwierige Schlussphase in Unterzahl. Am Ende überwog beim 1:1 vor allem das Gefühl, dass Neusiedl gegen einen ebenbürtigen Gegner viel richtig gemacht hat, sich dafür aber nicht ausreichend belohnen konnte.