In der Gebietsliga Nordwest/Waldviertel trennten sich Horn SV II und der USV Raika Dobersberg mit 1:1. Dobersberg führte zur Pause, Horn glich nach dem Wechsel aus. Aus Sicht der Gäste war es ein Punkt des Willens: ersatzgeschwächt, nach der Pause stark unter Druck, getragen von einem sehr starken Tormann und einer aufopfernden Defensive. Sektionsleiter Willibald Longin sprach offen von einem glücklichen Remis und lobte zugleich den Einsatz seiner Hintermannschaft.

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Dobersberg erwischte den besseren Start. Nach 25 Minuten stellte Rene Wendl auf 0:1, und mit diesem Vorsprung ging es auch in die Kabinen. Longin schilderte die Partie als zähes Ringen um jeden Meter, besonders nach dem Seitenwechsel: „Horn war in der zweiten Hälfte wesentlich stärker.“ Die Gastgeber legten zu, das Tempo blieb hoch – und in Minute 69 schlug Muhammed Balci zu und stellte auf 1:1. Danach blieb Horn das aktivere Team, während die Gäste tiefer standen und das Ergebnis absicherten. „Wir haben dann nur mehr verteidigen können. Das ist normalerweise nicht unsere Spielweise, aber heute war einfach nicht mehr drinnen“, erklärte Longin die Schlussphase, in der sein Team viel investieren musste, um den Zähler mitzunehmen.
Die Einordnung des Sektionsleiters fiel klar aus. „Mit der Mannschaft, mit der wir heute gespielt haben, wäre ein Sieg nicht möglich gewesen. Wir sind mit dem 1:1 zufrieden“, sagte Willibald Longin. Mehrfach verwies er auf die personelle Lage und die nachlassenden Kräfte bei den jüngeren Spielern. Umso größer war sein Lob für die Arbeit gegen den Ball: „Die Defensive war gut.“ Einen besonderen Anteil schrieb er dem Keeper zu: „Unser Tormann hat sehr gut gehalten und das 1:1 festgehalten.“ Namentlich hob er zudem die Abwehrreihe hervor: „Sebastian Gangl im Tor und unsere Verteidiger wie Mathias Wanko, Dominic Kühhas und Stefan Datler haben alles gegeben.“ Der Tenor: kompakt stehen, Wege zulaufen, das Zentrum dicht halten – und am Ende den Punkt sichern.
Auch für den Gegner fand Longin deutliche Worte – im positiven Sinn. „Horn ist eine junge Mannschaft, spritzige Burschen. Sie waren uns läuferisch und athletisch überlegen“, sagte er. Auf die Frage nach der Spielgerechtigkeit blieb er ehrlich: „Horn war dem Sieg näher.“ Strittige Szenen? „Die Schiedsrichterleistung war in Ordnung.“ In der Tabelle nimmt Dobersberg mit 38 Punkten Rang fünf ein, Horn SV II hält bei 27 Zählern und Platz zehn. Für die Gäste ist das Remis deshalb mehr als nur ein Ergebnis auf dem Papier: Es ist ein Zähler, der trotz schwieriger Personalsituation Stabilität gibt. „Sobald wir wieder kompletter sind, wollen wir unser Spiel mit mehr Mittelfeldpräsenz und Zug nach vorne auf den Platz bringen“, blickte Longin voraus – mit dem Selbstvertrauen, sich auch an einem schweren Abend behauptet zu haben.