Spielberichte

„Verkorkste Saison – viele Spiele hergeschenkt“: Bruckner setzt bei St. Martin auf Neustart

SC St. Martin

Nach einem schweren Jahr in der Gebietsliga Nordwest/Waldviertel ordnet SC-Trainer Christopher Bruckner die Lage beim SC St. Martin ein. Platz 14 und 17 Punkte stehen am Ende, der Abstieg tut weh – doch Bruckner bleibt ruhig. „Es war eine verkorkste Saison“, sagt er, spricht von fehlender Effizienz und verschenkten Spielen, betont aber auch: „Die Mannschaft ist gut, wir spielen guten Fußball – die Erfolge werden kommen.“ Während die Sommerpause läuft, arbeitet der Klub am Kader und am Neustart.

Weiß-Goldene Fußballschuhe auf Rasen

Foto: Harald Dostal/fodo.media

Rückblick mit klaren Worten: „Nicht das Glück, nicht die Effizienz“

Christopher Bruckner nimmt im Rückblick kein Blatt vor den Mund. „Es war eine richtig, richtig schwierige Saison für uns“, sagt der Coach und nennt die Hauptgründe: „Wir hatten nicht das Glück auf unserer Seite, uns hat oft die Effizienz gefehlt, und hinten haben wir zu einfache Fehler gemacht.“ In Summe, so Bruckner, sei es „eine verkorkste Saison“ gewesen, in der der SC viele Partien aus der Hand gab: „Wir haben wirklich viele Spiele hergeschenkt, wo hundertprozentig mehr drin gewesen wäre.“ Der Blick auf die Tabelle bestätigt die Durststrecke: St. Martin hing über weite Strecken am 14. Platz fest und kam nicht mehr weg. Trotz allem hält der Trainer dagegen: „Die Mannschaft ist gut, wir spielen guten Fußball – die Erfolge werden sicher kommen.“

Zusammenhalt trotz Abstieg: „Top Freunde“ und Vorfreude auf den Neustart

So hart der Abstieg ist – intern trägt der Teamgeist. „Wir haben eine extrem tolle Truppe, die hält wirklich zusammen“, betont Bruckner. „Das sind alles top Freunde.“ Genau dieser Zusammenhalt macht ihn zuversichtlich. „Trotz des Abstiegs sind wir guter Dinge für die erste Klasse“, sagt er und beschreibt die Stimmung zwischen Pause und Vorbereitung: „Wir haben jetzt noch drei Wochen frei, aber dann freue ich mich schon wieder, wenn’s losgeht. Wir werden wieder eine gute Saison spielen. Ich bin guter Dinge.“ Dass St. Martin in der abgelaufenen Spielzeit mit 17 Punkten dastand, verschweigt der Trainer nicht, aber er liest daraus keinen Dauerzustand ab. Der Neustart soll mit Energie, Disziplin und einem klaren Plan gelingen – getragen von einer Gruppe, die sich nicht spalten ließ.

Schmerzhafte Abgänge und zwei neue Legionäre in der Pipeline

Sportlich muss St. Martin jedoch umbauen. „Wir haben uns von unseren zwei Legionären getrennt, von Ihor Krasnyanyk und Jakub Kaspirek“, erklärt Bruckner. Ersatz steht bereit: „Wir haben zwei neue Legionäre, da läuft momentan die Anmeldung. Auf die haben wir große Hoffnungen.“ Schwerer wiegen Abgänge aus dem österreichischen Block. „Roland Pischinger, Fabian Raffetzeder, Marius Wandl und Michael Gruber sind weggegangen. Das schmerzt natürlich, überhaupt bei Fabian und Roli – die waren absolute Stammspieler in der Gebietsligasaison.“ Vollständig kompensieren lässt sich das nicht. „Alle Positionen werden wir nicht nachbesetzen können, aber wir versuchen, ein bis zwei Spieler noch dazuzubekommen“, sagt Bruckner. Entscheidend sei, die Lücken so zu schließen, dass der Grundkern der Mannschaft stabil bleibt.

Rückkehr der Zehn, 20-jähriger Torjäger und Langenlois als Maßstab

Wichtige Hoffnung macht die Gesundheit eines Schlüsselspielers. „Unsere Nummer zehn, Clemens Weissenbäck, hat die ganze Frühjahrssaison nicht gespielt wegen eines Außenbandrisses am Knöchel“, berichtet Bruckner. „Er sollte jetzt im Sommer wieder einsteigen – das wäre extrem wichtig. Das ist wie ein Neuzugang. Ich hoffe, er bleibt endlich länger gesund.“ Für positive Schlagzeilen sorgte bereits ein Youngster. „Unsere Nummer zwölf, Dominik Decker, hat mit 20 Jahren die meisten Tore bei uns gemacht und fast jedes Match zu den Besten gehört. Da liegt viel Last auf ihm, aber er steckt das cool weg“, sagt der Trainer. Als Messlatte dient der Aufsteiger: „Spielerisch war Langenlois die beste Mannschaft. Die haben einen Top-Kader mit vielen gleichwertigen Spielern – zu Recht aufgestiegen.“ Für St. Martin heißt das: anziehen, Klarheit vor dem Tor – und sich für den guten Fußball endlich wieder belohnen.