In der Gebietsliga Nordwest/Waldviertel hat USC Kirchberg/Altenwörth am Freitag gegen SC Admira Gföhl ein 1:1 geholt und sich den Zähler laut Trainer Oliver Oberhammer mit einer deutlichen Steigerung nach der Pause verdient. Nach einer ersten Halbzeit mit Vorteilen für die Gäste kam Kirchberg nach dem Seitenwechsel besser hinein, glich durch Philipp Klimpfinger aus und durfte sich am Ende über einen aus Sicht des Trainers gerechten Punkt freuen.

Image by Phillip Kofler from Pixabay
Schon der Beginn des Abends war ein wenig ungewöhnlich, weil die Partie erst mit rund einer Stunde Verzögerung angepfiffen wurde. Das Schiedsrichterteam war im Stau gestanden. Als dann gespielt wurde, brauchten die Hausherren nach Einschätzung ihres Trainers erst einmal, um in die Partie hineinzukommen. "Wir haben einige Minuten gebraucht, um uns ans Tempo zu gewöhnen, Gföhl war sichtbar auf ein schnelles Tor aus", sagte Oberhammer. Gegen einen Gegner, den er als "sehr gute Mannschaft" einordnete und mit Blick auf die Vorsaison daran erinnerte, dass Gföhl bis zuletzt im Meisterschaftsrennen gewesen war, hatte Kirchberg in der ersten Hälfte zunächst alle Hände voll zu tun, die Null zu halten. Oberhammer formulierte es klar: "Die erste Halbzeit war Gföhl spielbestimmend." Folgerichtig fiel in Minute 40 auch das 0:1, als die Gastgeber den Ball nicht sauber klären konnten und dieser mit etwas Glück wieder vor die Füße von Christian Hahn sprang und der Angreifer innerhalb des Strafraums platziert ins lange Eck abschloss.
Was Oberhammer an seinem Team gefiel, war die Reaktion nach dem Seitenwechsel. Kirchberg kam wesentlich besser in die Zweikämpfe, arbeitete gegen den Ball sauberer und fand damit auch den Zugriff, der in der ersten Halbzeit noch gefehlt hatte. "In der zweiten Halbzeit waren wir deutlich stabiler, deutlich besser", sagte der Trainer. Dazu kamen Ballgewinne und Umschaltmomente, die laut Oberhammer auch schon in der ersten Halbzeit vorhanden waren, zunächst aber nicht gut fertig gespielt wurden. Diesmal nutzten die Gastgeber ihre Phase besser und kamen in Minute 78 zum 1:1. Philipp Klimpfinger vollendete eine Aktion, die Oberhammer ausdrücklich lobte: "Unser Ausgleichstor war eine sehr schöne Aktion von hinten nach vorne herausgespielt." Gerade gegen so einen Gegner war das aus Kirchberger Sicht mehr als nur ein gelungener Angriff, sondern auch der Beleg dafür, dass die Mannschaft nach der Pause wirklich im Spiel angekommen war. "Wir haben es im Kollektiv ganz gut wegverteidigt", sagte Oberhammer über diese deutlich bessere zweite Hälfte.
Ganz ohne Diskussionen ging der Abend aus Kirchberger Sicht trotzdem nicht zu Ende. Oberhammer sprach eine Szene nach einem Eckball an, bei der der Ball im Tor landete, der Treffer aus seiner Sicht aber wegen einer Abseitsentscheidung nicht gegeben wurde. "Eigentlich hat niemand gesehen, dass jemand im Abseits gestanden wäre", sagte der Trainer und schob nach, dass selbst die gegnerischen Verteidiger das nicht erkannt hätten. Trotzdem machte er diese Situation nicht zum zentralen Thema, sondern ordnete das Remis insgesamt sachlich ein: "Im Endeffekt geht der Punkt für beide Mannschaften in Ordnung." Seine Erklärung dafür war schlüssig: Vor der Pause sei Gföhl etwas besser gewesen, nach der Pause Kirchberg. Daran änderte auch nichts mehr, dass Gästespieler Michael Lang in der 90. Minute noch die Rote Karte sah. Oberhammer richtete den Blick stattdessen lieber auf die Entwicklung seiner jungen Mannschaft. "Wir waren deutlich verbessert in der Defensive und insgesamt mit der höheren Intensität. Das war einer der Hauptgründe, warum wir gegen Gföhl einen Punkt machen konnten", sagte er. Und weil Kirchberg nach seinen Worten zum ersten Mal seit vielen Jahren wieder in dieser Liga unterwegs ist, sieht er den Weg ohnehin als Prozess: "Ich glaube, Kirchberg ist zum ersten Mal seit zwölf Jahren wieder in der Gebietsliga. Die Jungs geben alles und arbeiten gut im Training." Mit vier Punkten aus drei Runden ist der Start dafür jedenfalls ordentlich gelungen.