Spielberichte

Drei Gegentreffer vor der Pause: Reisenberg unterliegt 0:4

SC Reisenberg
Fortuna Wiener Neustadt II

In der Gebietsliga Süd/Südost erwischte der SC Reisenberg gegen SC Fortuna Wiener Neustadt II einen bitteren Abend: 0:4 nach 0:3 zur Pause. Die Entscheidung fiel praktisch vor dem Halbzeitpfiff, als die Hausherren zwischen der 20. und 43. Minute drei Gegentreffer kassierten. Trainer Kurt Jusits sprach hinterher von „sehr billigen Gegentoren“ und einer klar überlegenen Gästemannschaft, die ihren Plan konsequent durchzog. Für Reisenberg blieb trotz großem Einsatz am Ende nur Frust und die Erkenntnis, dass grobe Fehler auf diesem Niveau gnadenlos bestraft werden.

Ball auf Rasen

Foto von Michael Wright auf Unsplash

Früher Knackpunkt und bittere Minuten vor der Pause

Die Anfangsphase gehörte klar den Gästen, die mehr vom Ball hatten und früh Gefahr ausstrahlten. „Wiener Neustadt war von Haus aus überlegen, hatte mehr Ballbesitz und sehr gute Tormöglichkeiten. Unser Torwart hat zweimal sehr gut gehalten“, ordnete Kurt Jusits ein. Kurz darauf sei der Spielfluss der Fortuna „ein bisschen gebrochen“ gewesen, Reisenberg kam sogar zu einer Hundertprozentigen. Dann kippte die Partie endgültig: In Minute 20 stellte Yasin Adigüzel auf 0:1 – nach einer Szene, die der Coach detailliert erklärte: „Wir haben links sehr hoch attackiert, völlig unnötig, und damit den Raum auf der rechten Angriffsseite geöffnet. Die sind bis zur Grundlinie durch, spielen den Stanglpass, in der Mitte steht einer alleine und verwertet.“ Mit dem Führungstor bekamen die Gäste Auftrieb. Nach einem verunglückten Klärungsversuch verursachten die Hausherren statt Einwurf einen Corner, den Stipo Petrovic in der 40. Minute einköpfte – 0:2. Nur drei Minuten später folgte der nächste Dämpfer: Emre Akpinar traf nach einem unterlaufenen Wechselpass zum 0:3 (43.). Zur Pause war die Sache praktisch gelaufen.

Jusits' Klartext: Einsatz da, aber Defizite hinten und im Aufbau

Nach dem Dreierpack noch vor der Pause fiel das Fazit des Heimtrainers ungeschminkt aus. „Unser Defensivverhalten war teilweise schlecht“, sagte Jusits. „Außerdem haben wir die Bälle in die Tiefe sehr ungenau gespielt. Wir hätten die Angriffe technisch sauberer und besser lösen müssen.“ Positives wollte er dennoch nicht völlig unter den Tisch fallen lassen: „Einsatz und Wille waren gut. Im Zentrum haben wir gut vergiftet, dadurch ging vieles bei ihnen über außen. Aber gegen so starke Mannschaften wie Wiener Neustadt ist das zu wenig.“ Den Gegner hob er für seinen „klaren Matchplan“ und „sehr gute Einzelspieler“ hervor.

Auch ein Wort zum Unparteiischen gab es: „Der Schiedsrichter war tadellos, hatte das Spiel jederzeit unter Kontrolle.“ In der Tabelle steckt Reisenberg mit sechs Punkten aus 25 Runden weiter auf Rang 14 fest, die Fortuna hält nach dem Auswärtsdreier bei 50 Zählern und Platz vier.

Nach der Pause stabiler, doch zu harmlos – und der Blick nach vorn

In Hälfte zwei bekam der SCR die Partie phasenweise besser zu fassen, ohne die Fortuna ernsthaft in Bedrängnis zu bringen. „Zweite Halbzeit waren wir dann besser, haben Gott sei Dank nur ein Gegentor bekommen, aber hatten ehrlicherweise keine richtige Torchance mehr“, so Jusits. In Minute 80 machte erneut Yasin Adigüzel den Deckel drauf und schnürte seinen Doppelpack zum 0:4. Mehr ließ die aufmerksame Gästeabwehr nicht zu, weil Reisenberg im letzten Drittel schlicht zu ungenau blieb.

Für die nächsten Aufgaben kündigte der Trainer vor allem Arbeit an den Basics an: „Wir haben bei Standards nicht gut aufgepasst – das müssen wir abstellen. Und wir müssen hinten sauberer stehen.“ Haltung und Einsatz stimmen, betonte er noch einmal. Jetzt geht es darum, die groben Fehler abzustellen, um wieder näher an Punkte heranzukommen.

Gebietsliga Süd/Südost: Reisenberg : Fortuna Wiener Neustadt II - 0:4 (0:3)

  • 80
    Yasin Adigüzel 0:4
  • 43
    Emre Akpinar 0:3
  • 40
    Stipo Petrovic 0:2
  • 20
    Yasin Adigüzel 0:1