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SV Gottsdorf/M./P.-Coach Fabian Riedler: "Wir brauchen längere Ballbesitzphasen" – 1:5 in Rabenstein nach früher Führung

SC Rabenstein
SV Gottsdorf

Beim Duell von SV Gottsdorf/M./P. beim SC Rabenstein in der Gebietsliga West rückte für Fabian Riedler die Art und Weise in den Mittelpunkt: eine offene, chancenreiche Startphase, eine strittige Elfmeter-Szene – und danach deutlich mehr Kontrolle der Gastgeber. Der Trainer betonte Defizite im eigenen Ballbesitz und kündigte an, wieder gezielter über längere Phasen am Ball zu bleiben.

Fußball liegt neben dem Spielfeld

Foto von Duc Van auf Unsplash

Ein offener Auftakt mit klaren Möglichkeiten

Riedler ordnete die Begegnung als taktisch geprägtes, zugleich offenes Spiel mit vielen Aktionen ein: bis zum 1:2 in der zweiten Halbzeit sei es für beide Teams chancenreich gewesen. Der Start gehörte Gottsdorf: In der 8. Minute stellte Stefan Sailer auf 1:0. Kurz darauf bot sich die nächste Großchance – in der 20. Minute lief Fabian Stadler nach einem Querpass von Jonas Bredlinger frei ein, der Abschluss ging jedoch vorbei. Wenig später legte Klaus Fehringer im Strafraum mustergültig quer, fand aber keinen Abnehmer. Auf der anderen Seite verpasste Matej Chorvat zunächst knapp, ehe er in der 29. Minute zum 1:1 ausglich. Bis zur Pause blieb der Ballbesitz aus Gottsdorfer Sicht weitgehend ausgeglichen, mit einigen sauberen Zirkulationen und direkten Wegen in die Spitze – das grundlegende Selbstverständnis war zu spüren.

Die Wende nach der Pause

Die Schlüsselphase kam mit Wiederanpfiff: Mehr zweite Bälle gingen an Rabenstein, das Spiel verlagerte sich zunehmend in die Gottsdorfer Hälfte. Prägend war eine Standardszene kurz nach der Pause: Nach einer Ecke kam es im Fünfmeterraum zu einer Unstimmigkeit zwischen Verteidiger und Torhüter der Gäste, der zweite Ball fiel einem Rabensteiner vor die Füße – Johannes Fischer traf in der 49. Minute zum 1:2. Danach schraubten Jonas Niederer (65.) und Tobias Gugler (75.) auf 1:3 und 1:4, bevor Chorvat in der 85. Minute mit seinem zweiten Treffer den 1:5-Endstand herstellte. Ab diesem Zeitpunkt, so Riedler, verlor seine Mannschaft den Zugriff im Zentrum; die Gastgeber diktierten Tempo, Pressinghöhe und Zweikampfbilder, während Gottsdorf zu oft zum langen Ball greifen musste.

Diskussionen und Ausblick

Für Riedler entzündete sich die Debatte an einem aus seiner Sicht klaren, aber nicht gegebenen Strafstoß: Er schilderte eine Szene, in der Klaus Fehringer im Strafraum vom gegnerischen Torhüter getroffen worden sei – ohne Ballkontakt – und weder Elfmeter noch persönliche Strafe folgten. „Das war für mich spielentscheidend.“ Kurz darauf fiel das 1:2, und die Balance kippte endgültig. Individuell hob der Coach bei den Gastgebern Matej Chorvat hervor: permanent anspielbar zwischen den Linien, technisch sauber in der Mitnahme und zielstrebig im Abschluss – über neunzig Minuten ein ständiger Gefahrenherd.

Für die eigene Weiterentwicklung formulierte Riedler einen klaren Trainingsfokus: weg von erzwungenen Vertikalbällen unter Druck, hin zu längeren, strukturierten Ballbesitzphasen mit mutigerer Zirkulation. Das soll in den kommenden Wochen wieder Sicherheit im Aufbau geben, Wege ins letzte Drittel planbarer machen und jene Ruhe zurückbringen, die über weite Strecken der ersten Halbzeit sichtbar war.

Gebietsliga West: Rabenstein : Gottsdorf - 5:1 (1:1)

  • 85
    Matej Chorvat 5:1
  • 75
    Tobias Gugler 4:1
  • 65
    Jonas Niederer 3:1
  • 49
    Johannes Fischer 2:1
  • 29
    Matej Chorvat 1:1
  • 8
    Stefan Sailer 0:1