Spielberichte

SV Reifen Weichberger Oberndorf – Ivan Saric: "keinen Vorwurf an die Jungs, wir werden weiterhin das Glück provozieren" nach 0:0

SV Oberndorf
TSV Grein

Nach einem torlosen Nachmittag in Oberndorf wirkte Ivan Saric zugleich stolz und angefressen. Im Duell seines Teams mit dem TSV Meisl Grein in der Gebietsliga West sah der Trainer eine überlegene Vorstellung ohne Ertrag: viele Chancen, klare Dominanz, aber kein Tor. Das 0:0 war ihm deutlich zu wenig, dennoch betonte er die Geschlossenheit seiner Mannschaft und die defensive Stabilität.

Fußball auf Rasen neben gelber Markierungslinie

Foto: Harald Dostal/fodo.media

Dominanz ohne Belohnung

In seiner Analyse sparte Saric nicht mit deutlichen Worten zur Kräfteverteilung auf dem Platz. Er sprach von nahezu durchgehender Kontrolle und einem Gegner, der sich überwiegend aufs Verteidigen beschränkte. Sein Fazit: „Mit allem Respekt – das Unentschieden ist sehr ungerecht. Meine Mannschaft war klar dominant und überlegen, auch in den Torchancen.“ Hinten ließ Oberndorf aus seiner Sicht praktisch nichts zu, vorne erspielte man sich Möglichkeit um Möglichkeit. Zur Pause stand es 0:0, am Ende blieb es beim 0:0 – ein Resultat, das für Saric die Kräfteverhältnisse nicht widerspiegelte.

Schlüsselmomente, die die Entscheidung verpassten

Besonders präsent waren beim Trainer jene frühen und klaren Möglichkeiten, die das Spiel in die gewünschte Richtung hätten lenken können. Gleich nach zwei Minuten setzte sich Oberndorf über rechts durch und legte scharf in die Mitte; der abschließende Versuch wurde im letzten Moment geblockt. Später landete ein Abschluss am Aluminium – sinnbildlich für einen Nachmittag, an dem das Tor wie vernagelt wirkte. Auch ein scharfer Ball quer durch den Fünfer fand keinen Abnehmer. Insgesamt sprach Saric von mehreren Eins-gegen-eins-Situationen und einer ganzen Serie von „Hundertprozentigen“ in beiden Halbzeiten. Die Summe dieser Szenen erklärte seine Enttäuschung über das Remis: Die Mannschaft investierte, kombinierte sich bis in den Fünfer – und traf dennoch nicht.

Zwischen Pfiffen, Rahmenbedingungen und Ausblick

Auch strittige Szenen flossen in Sarics Bewertung ein. Grundsätzlich, so der Trainer, sei die Schiedsrichterleistung in Ordnung gewesen, auch zwei Gelb-Rote Karten gingen für ihn in Ordnung. In der ersten Halbzeit reklamierte er allerdings einen aus seiner Sicht fälligen Handelfmeter. Nach dem Seitenwechsel sah er zudem eine Situation, in der ein durchgebrochener Oberndorfer nur von hinten gehalten wurde – für Saric ein Fall für Rot, tatsächlich gab es Gelb. Die Rahmenbedingungen lobte er: Platz top, Stimmung ordentlich. Bei Standards sah er sein Team im Vorteil; nennenswerte Chancen des Gegners habe es kaum gegeben. Über Einzelkritik wollte Saric nach dem 0:0 nicht sprechen, vielmehr hob er die Einheit und Stabilität seiner Mannschaft hervor. Für die kommenden Wochen formulierte er eine klare Stellschraube: mehr Konsequenz im Abschluss. Defensiv soll das Niveau gehalten werden, offensiv will Oberndorf die Effizienz erhöhen – „das Glück werden wir provozieren, dann kommt die Leichtigkeit auch wieder zurück“, so Saric.