In der Gebietsliga West hat SC Herzogenburg die Saison mit 41 Punkten auf Rang sechs abgeschlossen. Trainer Horst Giller bewertet die vergangenen Monate trotz vieler Ausfälle insgesamt positiv. Der Coach verweist auf den Einbau junger Spieler, spricht von einer außergewöhnlich guten Stimmung im Verein und nennt zugleich jene Momente, in denen seiner Mannschaft in späten Minuten wichtige Punkte immer wieder entglitten sind.

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Der Blick auf die Saisonkurve zeigt, warum Giller seine Bilanz nicht einfach nur am Endrang festmacht. Herzogenburg war früh ganz vorne dabei, stand nach mehreren Runden sogar an der Spitze und hielt sich lange im Bereich der ersten Plätze. Erst im weiteren Verlauf ging es etwas nach hinten, ehe die Mannschaft schließlich auf Rang sechs ins Ziel kam. Auch die letzten Wochen der Saison spiegelten dieses Bild wider. Auf das 1:3 gegen Gottsdorf folgte ein 2:0 gegen Rabenstein, danach ein 0:0 gegen Purkersdorf/Pressbaum, ein 0:2 gegen Mauer-Öhling und zum Abschluss ein 2:2 gegen Leonhofen. Für Giller ergibt das in Summe trotzdem ein stimmiges Gesamtbild. „Grundsätzlich hat vieles gut funktioniert. Wir haben einige Junge eingebaut“, sagt der Trainer und hebt damit einen Punkt hervor, der für ihn in der Rückschau klar Gewicht hat.
Dass für Herzogenburg am Ende nicht noch mehr möglich war, erklärt Giller vor allem mit der Personalsituation. „Leider hatten wir viele Verletzungen und viele Ausfälle“, sagt der Coach offen. Gerade in einer langen Saison wirkt sich so etwas regelmäßig aus, weil Abläufe schwerer stabil bleiben und die Mannschaft nicht immer mit derselben Konstanz auftreten kann. Dazu kamen aus seiner Sicht Partien, in denen wichtige Punkte erst spät verloren gingen. „Einige Punkte haben wir in späten Minuten unglücklich liegen gelassen“, sagt Giller. Er bleibt bei seiner Einordnung aber bewusst fair und macht nicht nur das Pech zum Thema. „Wir haben aber auch ein, zwei Partien nicht unglücklich gewonnen.“ Genau diese nüchterne Sicht führt ihn am Ende zu einer klaren Gesamteinschätzung: „Von daher ist die Bilanz durchaus positiv.“
Bemerkenswert deutlich fällt Gillers Urteil aus, wenn es um das Innenleben des Vereins geht. „Die Stimmung ist sehr, sehr gut. Ich glaube, so gut war die Stimmung seit Jahren nicht mehr in Herzogenburg“, sagt er. Auch das Umfeld und die Zusammenarbeit im Klub beschreibt der Trainer als sehr positiv. Das ist vor dem Neustart nicht unwichtig, weil es trotz einiger personeller Bewegungen keinen großen Umbruch geben soll. „Es gibt einige Abgänge, die aber schon ersetzt worden sind oder noch ersetzt werden. Von daher ändert sich die Kadergröße nur geringfügig“, sagt Giller. Auch im Betreuerteam bleibt vieles beim Alten, lediglich auf der Position des Co-Trainers wird es eine Änderung geben. „Es wird einen neuen Co-Trainer geben, sonst wird sich im Betreuerstab nicht viel ändern.“ Dazu kommt die Hoffnung, dass die letzten kleineren Blessuren rasch ausheilen. „Ein, zwei Spieler sind noch angeschlagen, aber das sollte bis zum Meisterschaftsbeginn kein Problem sein.“
Mit Blick auf die Konkurrenz nennt Giller auch jene Teams, die für ihn in der vergangenen Saison besonders herausgestochen haben. „Waidhofen war spielerisch die stärkste Mannschaft“, sagt er über den Spitzenreiter der Liga. Dazu hebt er auch Mauer-Öhling hervor, das sich im Frühjahr stark präsentierte. „Mauer hat bis zum Schluss eine sehr gute Frühjahrssaison gespielt.“ Für Herzogenburg ist damit auch klar, wie die eigene Saison einzuordnen ist. Die Mannschaft war über weite Strecken in der vorderen Tabellenhälfte vertreten, konnte sich aber nicht dauerhaft ganz oben festsetzen. Trotzdem spricht aus Gillers Aussagen keine Unzufriedenheit, sondern eher das Gefühl, dass eine stabile Basis vorhanden ist. Gute Stimmung, ein nur leicht veränderter Kader und die Hoffnung auf weniger Ausfälle sollen nun die Grundlage dafür sein, dass Herzogenburg in der nächsten Saison wieder früh vorne mitmischt.