In der Gebietsliga West hat SV Weichberger Oberndorf gegen SC Herzogenburg trotz vieler Möglichkeiten nur ein 1:1 geholt. Trainer Ivan Saric sprach danach von „zwei verlorenen Punkten“ und sah den Grund dafür klar in der Chancenverwertung. Seine Mannschaft ging früh in Führung, hatte laut ihrem Coach über weite Strecken mehr vom Spiel, ließ den Gegner aber bis zum Schluss am Leben.

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Aus Sicht von Saric begann die Partie genau so, wie er sich das vorgestellt hatte. „Anfangs war es sehr stark von uns“, sagte der Oberndorf-Trainer, der seiner Mannschaft einen fokussierten Auftritt bescheinigte. Schon in der 8. Minute belohnte sich Oberndorf dafür: Jonas Biber traf zum 1:0, und auch dieses Tor blieb dem Coach in bester Erinnerung. „Von rechts ist der Ball in die Mitte gekommen, dann nimmt sich Jonas Biber ein Herz und schießt aus 17, 18 Metern mit dem linken Fuß ins Kreuzeck“, schilderte Saric den Treffer. Genau dieser gute Start machte das spätere Ergebnis für ihn noch bitterer, weil Oberndorf nach seiner Wahrnehmung schon früh alles in der Hand hatte und aus dieser Phase deutlich mehr hätte machen können.
Dass es nach so viel Druck trotzdem nur mit einem knappen Vorsprung in die Schlussphase der ersten Halbzeit ging, war für Saric der eigentliche Haken an diesem Nachmittag. „Wir haben uns über neunzig Minuten zahlreiche Hochkaräter herausgespielt, aber ein altes Leid ist wieder aufgekommen: Wir haben den Ball nicht über die Linie gebracht“, sagte er. Der Trainer sprach von einer ganzen Reihe an guten Möglichkeiten und davon, dass die Gäste den Ball sogar mehrmals von der Linie kratzten. Statt eines möglichen klaren Vorsprungs fiel in der 45. Minute das 1:1 für Herzogenburg. Marco Simon verwertete den Abpraller, nachdem Oberndorf über die rechte Seite die Zweikämpfe nicht gewonnen hatte, der Ball von der Stange zurückgekommen war und die Situation nicht sauber geklärt wurde. „Durch eine Unachtsamkeit kommt der Gegner mit der einzigen Chance zum 1:1“, brachte es Saric auf den Punkt. So ging es mit einem Remis in die Pause, obwohl der Spielverlauf aus Oberndorfer Sicht eigentlich eine andere Sprache sprach.
Auch nach dem Seitenwechsel blieb bei Saric vor allem hängen, dass seine Mannschaft sich das Ergebnis nicht mit der Leistung erklären musste, sondern mit der fehlenden Ausbeute vor dem Tor. „Durch die zahlreichen Chancen und unsere Dominanz hätten wir uns den Sieg auf jeden Fall verdient“, sagte er deutlich. Gleichzeitig ordnete er auch den Auftritt des Gegners nüchtern ein. Herzogenburg habe genauso gespielt, wie man es erwartet habe: „Sie standen tief, haben mit einem tiefen Block verteidigt und versucht, den einen oder anderen Umschaltmoment zu nutzen.“ Genau deshalb wog es für den Oberndorf-Coach noch schwerer, dass aus der Überlegenheit kein Dreier wurde. „Wenn es nach einer halben Stunde 3:0 steht, braucht sich keiner beschweren“, meinte Saric, ohne dabei seine eigene Mannschaft grundsätzlich in Frage zu stellen. Im Gegenteil: „Wir haben sehr viel investiert, alles probiert, alles gegeben, alles reingeworfen deswegen auch kein Vorwurf an die Mannschaft.“ Nach vier Runden steht Oberndorf damit bei sieben Punkten. Das 1:1 gegen Herzogenburg wird aber wohl vor allem deshalb nachhängen, weil es sich aus Sicht des Trainers nicht wie ein Punktgewinn, sondern wie zwei liegengelassene Zähler anfühlt.