Zum Auftakt der 1. Klasse Nord hat der ASV Raiffeisenbank Zurndorf gegen den SC Frauenkirchen ein 2:4 hinnehmen müssen. Trainer Christian Mayer sah lange ein taktisch geprägtes Spiel, in dem seine Mannschaft "zum richtigen Zeitpunkt zugeschlagen" habe. Nach einer knappen Pausenführung legten die Gäste direkt nach dem Seitenwechsel nach und brachten sich damit auf die Siegerstraße. Vor allem die starke Phase nach der Pause gab den Ausschlag.

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Was Christian Mayer nach dem Schlusspfiff besonders hervorhob, war die Geduld seiner Mannschaft in einer Partie, die aus seiner Sicht nur schwer ins Rollen kam. "Es war von Anfang an sehr taktisch geprägt", sagte der Trainer des SC Frauenkirchen. Der ASV Raiffeisenbank Zurndorf stand nach seiner Einschätzung diszipliniert, tief und kompakt, dazu beschrieb Mayer den Gegner als zweikampfstark, aggressiv und bissig. Umso wichtiger war für ihn, dass der SC Frauenkirchen in der Anfangsphase ruhig blieb und nicht die Ordnung verlor. Bis zur 30. Minute habe seine Mannschaft keine wirkliche Torchance zugelassen, selbst aber ein, zwei gute Möglichkeiten vorgefunden. Erst in den letzten Minuten vor der Pause kam der Gastgeber etwas besser ins Spiel. Trotzdem ging der SC Frauenkirchen in Minute 39 in Führung, als Patrick Enz das 0:1 erzielte. Mayer gefiel dabei nicht nur der Treffer an sich, sondern vor allem dessen Entstehung. "Das war von der Taktik her so vorgegeben", erklärte er. "Der Abschlag vom Tormann und dann der Lupfer über den Tormann, das war so trainiert und geplant."
Mit dem 0:1 im Rücken kam der SC Frauenkirchen genauso aus der Kabine, wie es sich Christian Mayer vorgestellt hatte. Schon in der 47. Minute erhöhte Tomas Bagi auf 0:2, und auch dieses Tor ordnete der Trainer nicht dem Zufall zu. "Der Standard war auch geplant, also trainiert", sagte Mayer und stellte damit klar, dass seine Mannschaft an diesem Abend von einstudierten Abläufen profitierte. Entscheidend war für ihn aber nicht nur dieses zweite Tor, sondern die gesamte Phase danach. "Wir haben zur richtigen Zeit zugeschlagen", fasste er den Knackpunkt der Partie zusammen. Gerade die ersten zwanzig bis dreißig Minuten der zweiten Halbzeit sah Mayer klar auf Seiten des SC Frauenkirchen. Seine Mannschaft blieb am Drücker, hatte das Spiel in dieser Phase laut Trainer deutlich mehr unter Kontrolle und legte in der Schlussviertelstunde weiter nach. Filip Krchnak stellte in Minute 76 auf 0:3, nur drei Minuten später machte Patrick Enz mit seinem zweiten Treffer des Abends das 0:4. Mayer sagte dazu auch, dass man nach dem 0:2 schon gemerkt habe, dass der ASV Raiffeisenbank Zurndorf daran schwer zu tragen hatte.
Der Trainer des SC Frauenkirchen erklärte den Auswärtssieg vor allem mit Disziplin und Reife. "Wir waren sehr diszipliniert", sagte Christian Mayer und verwies dabei noch einmal ausdrücklich auf die erste halbe Stunde, in der seine Mannschaft hinten wenig zuließ. Genau darin sah er eine der wichtigsten Grundlagen für den gelungenen Auftakt. Gleichzeitig sprach er aber auch offen an, dass noch nicht alles rund läuft. In den letzten Minuten beider Hälften und im konditionellen Bereich gebe es noch Luft nach oben. "Wir sind noch nicht eingespielt, haben viel Urlaub gehabt. Da ist noch Potenzial", sagte Mayer. Auch deshalb wertete er den Auftritt nicht als fertige Leistung, sondern eher als guten Start mit Entwicklungsmöglichkeiten. Dass der ASV Raiffeisenbank Zurndorf am Ende noch durch Samuel Antalek in Minute 82 und Dominik Radits in der Nachspielzeit auf 2:4 verkürzte, änderte an seiner grundsätzlichen Einordnung nichts. Für Mayer blieb der SC Frauenkirchen über die gesamte Distanz die etwas reifere Mannschaft, die in den entscheidenden Momenten klarer war.
Ganz ohne Diskussionen ging der Abend aus Sicht von Christian Mayer allerdings nicht zu Ende. Er sprach davon, dass in der ersten Halbzeit einige kleine Fouls und strittige Situationen des ASV Raiffeisenbank Zurndorf aus seiner Sicht nicht geahndet worden seien, während die Linie nach der Pause eher in die andere Richtung gegangen sei. Besonders deutlich wurde er beim zweiten Gegentor. "Das 2:4 war ganz klar abseits", meinte Mayer. Auch die Rote Karte gegen Miroslav Antal in Minute 94 sah er kritisch. Der Spieler habe in dieser Situation überreagiert, sagte Mayer, dennoch hätte man das mit etwas mehr Fingerspitzengefühl aus seiner Sicht auch anders lösen können. Am Gesamtbild wollte er diese Szenen aber nicht zu hoch hängen. "In Summe über neunzig Minuten war der SC Frauenkirchen sicher die stärkere Mannschaft", lautete sein klares Fazit. Damit steht für den SC Frauenkirchen zum Start in die Saison der 1. Klasse Nord ein 4:2-Auswärtssieg, den Christian Mayer vor allem auf eine disziplinierte Leistung und die richtigen Treffer zum richtigen Zeitpunkt zurückführte.