In der 1. Klasse Nord hat sich ASV Raiffeisenbank Zurndorf in der 8. Runde gegen FC Hill Jois mit 1:0 durchgesetzt. Es war, wie Trainer Miroslav Milosevic hinterher sagte, „kein schönes Spiel zum Ansehen“, sondern eine harte, zweikampfbetonte Partie. Entscheidend war am Ende, dass Zurndorf den Kampf annahm, hinten kompakt blieb und den entscheidenden Umschaltmoment in der zweiten Hälfte nutzte.
Von Beginn an entwickelte sich genau die Partie, auf die sich Zurndorf eingestellt hatte. Milosevic sprach nach dem Schlusspfiff von einem Spiel, das über die gesamten neunzig Minuten hinweg von vielen Zweikämpfen und Fouls geprägt war, und traf damit den Charakter dieses Nachmittags ziemlich gut. Vieles lief über Härte, Intensität und zweite Bälle, während spielerische Momente nur selten Platz bekamen. Das verstärkte den zerfahrenen Eindruck noch. Für die Zuschauer war das keine Partie, die man wegen schöner Kombinationen oder wegen großer Leichtigkeit in Erinnerung behalten wird. Für Zurndorf zählte aber etwas anderes. „Wir haben gewusst, auf welchen Gegner wir treffen, und wir haben unsere Aufgabe erfüllt“, sagte der Trainer. Jois brachte wie erwartet viel Robustheit mit, und Zurndorf war bereit, genau das anzunehmen. Dass es zur Pause 0:0 stand, passte deshalb ins Bild eines Spiels, in dem beide Mannschaften zuerst einmal dagegenhalten mussten.
Nach dem Seitenwechsel sah Milosevic dann jenen Abschnitt, in dem das Spiel langsam auf die Seite der Gastgeber kippte. „Da haben wir zwei, drei riesengroße Chancen gehabt, wo wir dann richtig gut im Spiel waren“, erklärte er. Diese Phase war aus seiner Sicht der Wendepunkt, weil Zurndorf in diesen Minuten mehr Druck entwickelte und die Partie nicht mehr nur über Kampf, sondern auch über klare Gelegenheiten bestimmte. Mit der dritten dieser großen Chancen fiel schließlich auch das 1:0. In der 73. Minute war es Mark Baranyai, der die Entscheidung brachte. Milosevic beschrieb die Entstehung des Treffers als saubere Umschaltaktion: „Wir haben den Ball sofort nach vorne gespielt, haben den Gegner in einem Moment erwischt, wo er unorganisiert war, und haben den Angriff gut zu Ende gespielt.“ Gerade weil das Spiel bis dahin so zäh verlaufen war, bekam diese Szene besonderes Gewicht. „Dann hat unser Spieler die Chance eiskalt verwertet, was in dieser Phase sehr wichtig war“, sagte der Trainer.
Dass dieser eine Treffer am Ende reichte, lag für Milosevic vor allem an zwei Punkten, die er besonders hervorhob. „Die größte Stärke war, dass wir die Zweikämpfe angenommen haben“, sagte der Zurndorf-Coach, der den Gegner in diesem Bereich als „schon eine Wucht“ bezeichnete. Gleichzeitig sei seine Mannschaft in der Defensive „ziemlich gut und kompakt gestanden“, auch wenn es wie in jedem Spiel Kleinigkeiten gegeben habe. So fasste er den knappen Erfolg am Ende treffend zusammen: „Wir haben den Gegner mit eigenen Mitteln besiegt.“ Ganz zufrieden war Milosevic trotz des Sieges aber nicht. Vor allem das Passspiel nach vorne sprach er offen an. Zu viele leichtfertige Ballverluste hätten unnötig Kraft gekostet, obwohl oft gar kein großer Druck vorhanden gewesen sei. Für die kommenden Spiele wünscht er sich deshalb längere Ballstafetten, mehr Ruhe am Ball und mehr Kontrolle in jenen Phasen, in denen ein Spiel auf der Kippe steht. Zur Leitung der Partie fand er ebenfalls klare Worte: Wirklich strittige Szenen habe es nicht gegeben, und der Schiedsrichter habe das Spiel „eigentlich gut geleitet“. So blieb unter dem Strich ein Arbeitssieg, der nicht schön war, für Zurndorf aber genau deshalb umso wertvoller sein dürfte.