In der II. Liga Mitte trennte sich der USC master design Pilgersdorf in einem wilden Auf und Ab mit 3:3 vom SV Draßmarkt. Nach einer frühen 2:0-Führung und dem 3:1 nach Rot für die Gäste schien alles auf Heimsieg zu stehen, ehe zwei späte Gegentreffer den Pilgersdorfern zwei Punkte raubten. Obmann Thomas Schlögl sprach von einem bitteren Abend: „Wir hatten das Spiel im Griff und führen 3:1 bei einem Mann mehr – das musst du trocken nach Hause spielen.“

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Pilgersdorf brauchte ein paar Minuten, dann nahmen die Hausherren Fahrt auf. „Nach rund 15 Minuten hatten wir das Match im Griff und bis zur Pause eigentlich die besseren Chancen“, schilderte Obmann Thomas Schlögl. Der Vorsprung wurde zielstrebig herausgespielt: Alin-Alexandru Pop traf erst in Minute 20 zum 1:0 und legte in der 28. Minute cool das 2:0 nach. Alles lief in die richtige Richtung, bis die Gäste in der Nachspielzeit von Hälfte eins doch noch zuschlugen. Zoltan Schimmer verkürzte in Minute 45+2 zum 2:1 – ein Moment, der Schlögl wurmte: „Durch einen unnötigen Eckball in der allerletzten Aktion vor der Pause fällt der Anschlusstreffer, und der Schiedsrichter pfeift gleich ab. So gehen wir statt mit 2:0 nur mit 2:1 in die Kabine.“
Nach dem Seitenwechsel schien Pilgersdorf die Partie endgültig zuzumachen. In der 56. Minute sah Draßmarkts Gabriel Elias Fuchs Rot, nur fünf Minuten später folgte der vermeintlich entscheidende Schlag: Richard Mark Gere zog in Minute 61 ab – und wie. „Das 3:1 war ein satter Weitschuss genau ins Kreuzeck von unserer Nummer 17“, schwärmte Schlögl. Auf den Rängen und in der Betreuerzone machte sich Zuversicht breit. „Da haben wir alle geglaubt, dass wir das sicher nach Hause spielen können“, sagte der Obmann. Bis etwa zur 80. Minute passte vieles: Einsatz, Zusammenhalt, die Wege stimmten. „Die Euphorie und der Zusammenhalt bis dahin haben mich beeindruckt“, so Schlögl – doch am Ende reichte es trotzdem nicht.
In der Schlussphase kippte die Partie, weil Draßmarkt genau dort zuschlug, wo Pilgersdorf es vermeiden wollte. „Wir wollten unbedingt Standards und Eckbälle verhindern, weil wir gewusst haben: Die sind da brandgefährlich, sehr kopfballstark“, erklärte Schlögl. Doch die Gastgeber brachten die Bälle nicht konsequent weg, und die Gäste witterten ihre Chance. In der 87. Minute stellte Szilard Köfarago auf 3:2, in Minute 90+2 köpfte Tobias Bader zum 3:3-Endstand ein. Schlögls nüchternes Fazit: „Alle drei Gegentore waren eigentlich Kopfbälle. Das entsteht aus Unachtsamkeit, falschem Stellungsspiel – manchmal musst du das Ding einfach wegschlagen statt herumzudribbeln.“ Besonders der ganz späte Ausgleich tat weh: „Wieder eine Flanke, wieder nicht konsequent genug. Mit einem Mann mehr darfst du das nicht hergeben.“
Bei allem Ärger sparte Thomas Schlögl nicht mit Anerkennung für den Gegner: „Wir wussten um ihre kampfbetonte Spielweise. Draßmarkt ist zweikampfstark, spielt viele hohe Bälle und hat schnelle Leute außen. Nach der Roten und dem 1:3 haben sie nie aufgegeben – dafür muss man ihnen ein Lob aussprechen.“ Zur Leitung des Unparteiischen gab es keinen Diskussionsstoff: „Der Schiedsrichter hat eine solide Leistung gebracht. Da gibt es nichts zu beanstanden.“ Sportlich bleibt es für Pilgersdorf eng, der Klub steht am Tabellenende und braucht Punkte. „Wir sind leider Letzter und wollen da unbedingt raus. Es bleiben noch vier Runden – wir müssen unser Bestes geben und weiterkämpfen“, betonte der Obmann. Bitter waren am Samstag auch die Ausfälle: „Nach einer halben Stunde haben wir einen Verletzten verloren, zur Pause musste ein Zweiter in der Kabine bleiben. Gott sei Dank nichts Ärgeres, aber einer wird die restlichen Runden fehlen.“ Und dann noch einmal seine zentrale Botschaft für die Schlussphase: „Wenn du zu Hause 3:1 führst und der Gegner 30 Minuten mit einem Mann weniger spielt, musst du das mit breiter Brust trocken nach Hause spielen.“