In der II. Liga Süd setzte sich der SV Marsch Neuberg in der 26. Runde mit 3:1 gegen den SC Grafenschachen durch. Toni Kurecki stellte früh auf 1:0, Viktor Markus glich rasch aus. Nach der Pause blieb es lange offen, ehe ein Doppelpack von Tomislav Liber die Partie entschied. Gästetrainer Lukas Halwachs sprach hinterher von einem verdienten Heimsieg und erklärte die Gründe aus Sicht der Gäste klar: „Neuberg war von Beginn an überlegen und hatte mehr Torchancen.“ Zudem machten Ausfälle den Gästen zu schaffen, „vorne hat uns einfach die Durchschlagskraft gefehlt.“

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Neuberg erwischte den deutlich besseren Beginn und ging bereits in Minute 2 durch Toni Kurecki mit 1:0 in Führung. Grafenschachen brauchte ein paar Minuten, antwortete dann aber prompt: Viktor Markus besorgte in der 6. das 1:1, womit die Partie früh Fahrt aufnahm. Bis zur Pause blieb es bei diesem Spielstand. Nach dem Seitenwechsel arbeiteten beide Teams an der Führung, die Hausherren wirkten dabei insgesamt zielstrebiger, während die Gäste zwar ordentliche Phasen hatten, im letzten Drittel aber selten sauber durchkamen. In der Schlussphase kippte es endgültig in Richtung Neuberg: Tomislav Liber traf in der 79. zum 2:1 und legte in der 85. zum 3:1 nach. Aus Sicht von Lukas Halwachs war genau dieses 2:1 der Knackpunkt: „Wenn wir das Unentschieden länger halten, nehmen wir sicher einen Punkt mit. Mit dem 2:1 war die Partie sehr schnell erledigt.“
Der Grafenschachener Coach blieb in seiner Analyse geradeheraus. „Wir sind, je länger das Spiel gedauert hat, besser reingekommen, aber offensiv hat uns ein bisschen die Durchschlagskraft gefehlt“, sagte Halwachs. Seine Mannschaft habe phasenweise ordentlich den Ball laufen lassen, im entscheidenden Moment aber zu oft die falsche Wahl getroffen: „Wir hatten teilweise guten Ballbesitz, haben dann aber nicht die richtige Entscheidung gefunden. Im letzten Drittel waren wir einfach zu harmlos, um wirklich gefährlich zu werden.“ Auch die Basics passten nicht immer: „Im Zweikampfverhalten und gegen den Ball haben wir einiges vermissen lassen.“ Dass Neuberg über weite Strecken mehr vom Spiel hatte, wollte der Trainer nicht wegreden: „Der Sieg von Neuberg war letztendlich verdient.“
Warum tat sich Grafenschachen so schwer? Aus Halwachs’ Sicht lag viel am starken Neuberg-Start und am konsequenten Anlaufen der Heimelf. „Sie waren von der ersten Minute an richtig gut in der Partie, sind uns gut angelaufen und haben Druck auf den Ball gemacht“, schilderte er. Genau dieser Zugriff der Gastgeber habe seine Elf gezwungen, oft unter Druck zu entscheiden – und da fehlte in vorderster Linie die Wucht. Zur Leitung des Unparteiischen fand der Trainer ruhige Worte: „Grundsätzlich war die Leistung vom Schiedsrichter okay.“ Die Kartenvergabe sah er allerdings nicht durchgehend einheitlich: „Bei Kleinigkeiten gab es schnell Gelb, bei härteren Fouls manchmal nicht.“ Insgesamt sei es aber „kein schwer zu leitendes Spiel“ gewesen.
Trotz der Niederlage richtete Halwachs den Blick sofort nach vorne. Der Kader ist aktuell „sehr, sehr dünn“, einige Ausfälle bremsten die Offensivoptionen – umso größer die Hoffnung, dass in der kommenden Woche Personal zurückkehrt. „Wir hoffen, dass nächste Woche Spieler zurückkommen“, sagte der Coach und kündigte eine konzentrierte Vorbereitung auf den nächsten Gegner an. An der Zielsetzung ändert das 1:3 nichts: „Wir werden uns gut vorbereiten und wollen nächste Woche auf jeden Fall wieder punkten.“ Gleichzeitig nahm er seine Mannschaft in die Pflicht: Zweikämpfe annehmen, gegen den Ball kompakter stehen und im letzten Drittel klarer werden.