Burgenlandliga

Neuer Impuls nach solidem Tabellenplatz: Christoph Tischler übernimmt bei der SpG Neudorf/Parndorf/Juniors

Nach einem alles andere als optimalen Start in die Herbstsaison und einem zwischenzeitlichen Abrutschen auf den vorletzten Tabellenrang zeigte der Aufsteiger im weiteren Verlauf der Meisterschaft bemerkenswerte Widerstandskraft. Schritt für Schritt stabilisierte sich die Mannschaft, sammelte kontinuierlich Punkte und präsentierte sich sowohl spielerisch als auch mental deutlich gefestigter. Diese positive Entwicklung schlug sich letztlich auch in der Tabelle nieder: Mit einem respektablen achten Rang zum Ende der Herbstsaison konnte man sich klar von der Gefahrenzone distanzieren und eine Spielzeit abschließen, die trotz anfänglicher Schwierigkeiten insgesamt als gelungen zu bewerten war.

Umso überraschender fiel in der Sommerpause die Entscheidung des Vereins aus, sich von Trainer Wolfgang Fischer zu trennen. Offizielle Stellungnahmen zu den Hintergründen dieses Schrittes blieben aus, was in der regionalen Fußballszene unweigerlich Raum für Spekulationen eröffnete. Gerade vor dem Hintergrund der sportlichen Stabilisierung und des positiven Saisonabschlusses kam dieser Einschnitt für viele Beobachter unerwartet.

Für noch größeres Aufsehen sorgte wenig später die Bekanntgabe des neuen Trainers: Christoph Tischler übernahm das Amt bei der SpG Neudorf/Parndorf Juniors – und das nur rund zwei Monate, nachdem er beim ASK Horitschon angeheuert hatte. Ein derart rascher Vereinswechsel ist im Amateurfußball keineswegs alltäglich und wirft zwangsläufig Fragen auf.

Was waren die ausschlaggebenden Gründe für den frühen Abschied aus Horitschon? Wie kam der Kontakt zu Neudorf/Parndorf zustande, und welche sportlichen wie strukturellen Argumente gaben letztlich den Ausschlag für diesen Schritt? Zudem stellt sich die Frage, wie Christoph Tischler die Rahmenbedingungen in seinem neuen Umfeld einschätzt und mit welchen Zielen und Erwartungen er die kommende Aufgabe angeht.

 

Ligaportal.at hat mit Christoph Tischler gesprochen und nachgefragt, was ihn zu diesem Schritt bewogen und wie er sich in Neudorf/Parndorf eingelebt hat.

Ligaportal: Christoph Tischler, die Trennung von Horitschon kam für viele überraschend. Was waren die ausschlaggebenden Gründe für Ihren Abschied nach so kurzer Zeit?

Tischler: „Erstens die geografischen Gegebenheiten, ich wohne in Neusiedl und zweitens die Möglichkeiten, die man in Parndorf vorfindet.“

Ligaportal: Gab es einen konkreten Auslöser für den Vereinswechsel, war es die 1:5 Niederlage am letzten Spieltag oder war es ein Prozess, der sich über mehrere Wochen entwickelt hat?

Tischler: „Die sportlichen Gründe waren hierfür nicht ausschlaggebend, es waren die Trainingsbedingungen, die in Parndorf  viel besser sind als anderswo. Hier arbeitet man auf einem höheren Niveau.“

Ligaportal: Wie schwer ist Ihnen persönlich die Entscheidung gefallen, den ASK Horitschon frühzeitig wieder zu verlassen?

Tischler: „Persönlich ist mir das sehr schwergefallen, ich habe mir die Entscheidung nicht leicht gemacht, weil ich in Horitschon sehr angenehme Leute am Werk sind, mit denen ich mich sehr gut verstanden habe.“

Ligaportal: Wie kam der Kontakt zu Ihrem neuen Verein zustande und was hat Sie letztlich überzeugt, dieses Angebot anzunehmen?

Tischler: „Die haben mich angerufen, ob ich Interesse hätte, denn man kennt sich ja in der Burgenlandliga, ich kenne Paul Hafner und die anderen Leute, die in Parndorf tätig sind und so ist der Wechsel entstanden.“

Ligaportal: Welche sportlichen Ziele wurden Ihnen seitens der Vereinsführung kommuniziert?

Tischler: „Das Ziel ist, dass man einige Spieler der Juniors in die RLO -Kampfmannschaft bringt, zurzeit sind Thomas Lamster, Luka Savoric und Melvin Marton nach Parndorf gewechselt und fix dabei. Das ist unsere Hauptaufgabe, zu schauen, dass der eine oder andere Spieler nachrückt.“

Ligaportal: Wie beurteilen Sie den aktuellen Kader – wo sehen Sie Stärken, wo noch Entwicklungspotenzial?

Tischler: „Bei jungen Spielern wird es immer ein Entwicklungspotenzial geben, der älteste Spieler im Kader ist 22 Jahre alt, wir sind eine blutjunge Mannschaft und da ist noch immer nicht das volle Potenzial ausgeschöpft.“
Ligaportal: Welche Spielidee oder Philosophie möchten Sie der Mannschaft vermitteln?

Tischler: „Die Spielidee ist, den Zuschauern am Fußballplatz mit einem Offensivfußball Freude zu vermitteln.“

Ligaportal: Gibt es kurzfristige Maßnahmen, die Sie bereits umgesetzt haben oder noch umsetzen wollen?

Tischler: „Wir sind jetzt zwei Wochen im Trainingsbetrieb, da ist noch nicht an den taktischen Feinheiten gearbeitet worden, das wird demnächst geschehen. Dann werden wir sehen, welches System oder welche Idee am besten passt. Ich bin ein Trainer, der gerne offensiv spielen lässt.“

Ligaportal: Gibt es Ab- oder Zugänge?

Tischler: „Es gibt vier Zu und vier Abgänge und die drei Spieler, die in den Regionalligakader aufgerückt sind.“

Ligaportal: Welche Ziele haben Sie sich persönlich für die Frühjahrssaison gesetzt?

Tischler: „Die Ziele sind bei einer so blutjungen Mannschaft schwer zu setzen, wir stehen mit 21 Punkten gut da, es ist gute Arbeit im Herbst geleistet worden. Ich würde sagen, dass wir auf einem einstelligen Tabellenplatz bleiben möchten.“