Burgenlandliga

Beste Offensive, stärkste Defensive, zwölf Punkte Vorsprung: Der MSV 2020 marschiert

In der vergangenen Saison musste sich der MSV 2020 dem übermächtigen SC / ESV Parndorf 1919 im Titelrennen geschlagen geben und dem Rivalen den Aufstieg in die Regionalliga Ost überlassen. Ein Jahr später präsentiert sich jedoch ein vollkommen anderes Bild: Der MSV 2020 ist in der laufenden Saison der Burgenlandliga das Maß aller Dinge und auf bestem Weg, den  ersehnten Schritt in die RLO zu realisieren.

Mit einem komfortablen Vorsprung von zwölf Punkten auf den Verfolger SC Oberpullendorf thront die Mannschaft an der Tabellenspitze. Dabei stellt der MSV nicht nur die beste Offensive der Liga, sondern auch die stabilste Defensive – eine Kombination, die die Dominanz der Mattersburger eindrucksvoll unterstreicht. Besonders hervorzuheben ist dabei Niklas Lang, der mit bislang 15 Treffern die Torschützenliste anführt und sich als verlässlicher Knipser erwiesen hat.

Bemerkenswert ist zudem die konsequente Vereinsphilosophie: Der MSV 2020 verzichtet vollständig auf Legionäre, der Großteil des Kaders stammt aus dem unmittelbaren Vereinsumfeld. Diese regionale Verwurzelung spiegelt sich auch in der mannschaftlichen Geschlossenheit und Identifikation wider, die Woche für Woche auf dem Platz zu sehen ist.

Maßgeblichen Anteil an dieser Entwicklung trägt Trainer Josef Kühbauer, der in nur vier Jahren Außergewöhnliches geleistet hat. Er führte den Verein von der 1. Klasse Schritt für Schritt bis an die Spitze der Burgenlandliga und formte den MSV 2020 zu einem ernsthaften Aufstiegskandidaten. Anders als bei früheren Stationen genießt Kühbauer in Mattersburg die volle Rückendeckung des Vereinsumfelds – seine Arbeit wird intern wie extern hochgeschätzt.

Auch die bisherigen Vorbereitungsspiele unterstrichen die Ambitionen des Tabellenführers: Mit zehn erzielten Treffern in zwei Begegnungen präsentierte sich der MSV 2020 treffsicher und selbstbewusst – ein weiterer Hinweis darauf, dass die Mannschaft bestens gerüstet in das Frühjahr und den möglichen Aufstiegskampf geht.

 

Ligaportal.at sprach mit Trainer Josef Kühbauer, ob die Herbstsaison nach seinen Wünschen gelaufen ist, welche Schwerpunkte in der Vorbereitung auf die Frühjahressaison gesetzt werden und wie die Mannschaft dem möglichen Aufstieg in die RLO entgegenfiebert.

Ligaportal: Wie bewerten Sie den bisherigen Saisonverlauf, insbesondere im Vergleich zur vergangenen Spielzeit, in der der Titel verpasst wurde?

Kühbauer: „Alles wie gehabt, alles gut. Die Herbstsaison im vergangenen Jahr war ausgezeichnet, nur Parndorf war besser, wir sind Vize-Meister geworden, mit fünf Punkten Abstand zum Drittplatzierten. Man muss schon die Kirche im Dorf lassen.“

Ligaportal: Worin sehen Sie die Hauptgründe für die aktuelle Dominanz des MSV 2020 Mattersburg in der Burgenlandliga?

Kühbauer: „Wir sind als Mannschaft gewachsen, sie ist stärker geworden, wir haben viele junge Spieler in der Mannschaft, die sich immer weiterentwickeln. Dann haben wir im Sommer noch einige gute Spieler dazubekommen.“

Ligaportal: Wie wichtig ist aus Ihrer Sicht der komfortable Vorsprung auf den ersten Verfolger SC Oberpullendorf?

Kühbauer: „Wir wissen schon, welche Dinge wir zu machen haben, aber es erleichtert unsere Aufgabe, zu schauen, dass sich unsere jungen Spieler weiterentwickeln, damit wir sie in die Kampfmannschaft einbauen können.“

Ligaportal: Ihr Team stellt sowohl die beste Offensive als auch die beste Defensive der Liga dar. Was ist der Schlüssel zu dieser Ausgewogenheit?

Kühbauer: „Wir sind als Mannschaft gewachsen, wir sind ein kompaktes Team geworden, sind gegen und mit dem Ball stark.“

Ligaportal: Welche Bedeutung hat Niklas Lang für das Spielsystem und die mannschaftliche Struktur?

Kühbauer: „Ich muss sagen, es hätte mich gefreut, wenn es mit Altach funktioniert hätte, ich hätte ihm alles Gute gewünscht. Meiner Meinung nach ist ein Wechsel von Lang nur aufgeschoben, wenn er sich im Frühjahr genauso gut präsentiert, dann werden weitere Vereine der Bundesliga bei uns anklopfen. Jetzt freuen wir uns, dass er hoffentlich im Frühjahr weiter Treffer für uns erzielen wird.“

Ligaportal: Der MSV 2020 verzichtet bewusst auf Legionäre. Wie schwierig ist es, mit einem rein regionalen Kader dieses Niveau zu halten?

Kühbauer: „Wenn man sich traut, den jungen Spielern die Chance gibt, spielerisch zu wachsen, dann kann man nach einer gewissen Zeit den Erfolg ernten.“

Ligaportal: Welche Rolle spielt die starke Identifikation der Spieler mit dem Verein für den sportlichen Erfolg?

Kühbauer: „Wir sind langsam gewachsen, haben uns punktuell verstärkt. In der Mannschaft sind noch immer Spieler, die in der 2. Klasse bei uns gespielt haben und jetzt in der Burgenlandliga eingesetzt werden. Daran sieht man das Wachstum der Mannschaft.“

Ligaportal: Die beiden Vorbereitungsspiele verliefen sehr erfolgreich. Welche Erkenntnisse haben Sie daraus gewonnen?

Kühbauer: „Dass wir auf einem guten Weg sind und gut drauf sind. Dass die Burschen das immer besser verinnerlichen, was wir spielen und immer stark auftreten. Aber Vorbereitungsspiele und Meisterschaft, das ist ein ganz anderer Schuh.“

Ligaportal: Spürt man innerhalb der Mannschaft bereits den Druck des möglichen Aufstiegs in die Regionalliga Ost?

Kühbauer: „Eigentlich nicht, es möchte natürlich jeder Spieler in die RLO aufsteigen und dafür kämpfen.“

Ligaportal: Welche Aspekte werden im Frühjahr entscheidend sein, um den Vorsprung ins Ziel zu bringen?

Kühbauer: „Dass wir nicht überheblich werden, mit unserem Spiel wie bis jetzt auftreten und am Ende des Tages den Aufstieg fixieren.“

Ligaportal: Wird der MSV im Frühjahr mehr Spieler zu Draßburg schicken, um sie vor dem Abstieg zu retten?

Kühbauer: „Es kommt immer darauf an, wir haben im Herbst einige verletzte Spieler gehabt, da hat es nicht so gut funktioniert. Im Frühjahr wird das besser werden, außerdem hat sich Draßburg im Winter wesentlich verstärkt. Uns ist natürlich eine 1b-Mannschaft in der II. Liga lieber als in der 1. Klasse.“