Er ist mit sechs Toren einer der erfolgreicheren Torschützen des SC Kappel im vergangenen Herbstdurchgang. Franz Josef Marcher hat letztes Jahr sein Sportwissenschafts-Studium am Zentrum für Sportwissenschaft und Universitätssport (ZSU) der Universität Wien auf der „Schmelz“ abgeschlossen. Nach seiner Rückkehr nach Kärnten – fünf Tage vor Transferschluss – fand er mit dem SC Kappel seinen neuen Verein. In einem Interview mit dem Ligaportal resümiert der Mittelfeldspieler seinen bisherigen Karriereweg und gewährt private Einblicke.
Foto: Franz Josef Marcher privat ( Marcher rechts)
Was bedeutet der Fußballsport für dich?
Fußball hat mir seit meiner Kindheit einfach Spaß gemacht. Jetzt, als gestandener Spieler, ist Fußball ein guter Ausgleich zum Alltag.
Wann und wo hattest du deinen ersten Kontakt mit dem Fußball?
Beim SV Oberes Metnitztal lief ich in der U8 das erste Mal als Vereinsspieler auf das Feld. Kurze Zeit später wechselte ich zum Friesacher AC, da ich als Achtjähriger nicht in einer U12-Mannschaft spielen wollte und Metnitztal keine U10 in der Meisterschaft stellte.
Hattest du in jungen Jahren ein Idol und von welchem Verein war dein erstes Fantrikot?
Damals war ich ein Fan von Ronaldo und mein erstes Trikot war von Real Madrid.
Zu deiner sportlichen Vita: Laut Statistik hast du in 486 ÖFB-Spielen bzw. 30.600 Einsatzminuten lediglich neun gelbe Karten kassiert. Was sagt das über dich aus?
Disziplin war schon immer eine meiner Stärken, und vielleicht hatte ich auch manchmal Glück mit einer Schiedsrichterentscheidung.
Erinnerst du dich an Meistertitel?
Mit Treibach wurde ich Meister in der 2. Klasse D, mit Kraig in der Unterliga Ost. Während meines Studiums in Wien durfte ich mit Floridsdorf in der 2. Wiener Landesliga einen Meistertitel feiern. Zudem errang ich drei Meistertitel und Aufstiege mit Purkersdorf.
Du bist im Sommer 2024 zum SC Kappel gestoßen – wie kam es dazu?
Nach meinem Studienabschluss an der „Schmelz“ absolvierte ich noch eine Ausbildung als Heilmasseur. Danach wollte ich zurück nach Kärnten und suchte einen Verein. Ein Freund, der ebenfalls bei Kappel spielt, empfahl mir, beim SC Kappel anzuheuern.
Wenn du nicht auf deiner angestammten Position spielen würdest – welche Position würde dich reizen?
Ich habe in meiner Karriere bereits auf jeder Position gespielt – mit Ausnahme des Torwarts – und mich überall wohlgefühlt. Am liebsten spiele ich aber auf der Sechser- oder Zehner-Position.
Wie haben dich die Spieler des SC Kappel anfangs aufgenommen?
Es gab keine Berührungsängste, das Team war mir gegenüber sehr offen. Es ist eine großartige Truppe, die viel Spaß am Fußball hat. Ich fühle mich hier wohl.
Bekommst du während eines Spiels etwas von den Zuschauern mit?
Ab und zu schon, aber ich blende es aus. Zudem bin ich auf das Geschehen am Platz fokussiert.
Wo siehst du dich in fünf Jahren?
Ich möchte in fünf Jahren noch aktiv Fußball spielen. Beruflich strebe ich nach Selbstständigkeit. Als studierter Sportwissenschaftler kann ich mir eine Karriere als Individualtrainer, Heilmasseur oder Physiotherapeut vorstellen. Interessenten können sich aber auch jetzt schon bei mir melden.
Gibt es für das Ligaportal eine lustige Anekdote aus der Kabine?
In einem meiner früheren Teams hatten wir einen sehr vorlauten und respektlosen jungen Spieler. Der älteste Spieler unserer Mannschaft wollte ihm eine Lektion erteilen. Als der junge Spieler duschen war, präparierte der Älteste dessen Unterhose mit Trauma Salbe. Nachdem der vorlaute Kollege seine Unterhose angezogen hatte, dauerte es drei bis fünf Minuten und er spürte die Wirkung der Salbe und sprang sofort wieder unter die Dusche, um sich abzukühlen. Alle in der Kabine haben herzlich gelacht.
Welcher Verein wird dir immer in guter Erinnerung bleiben?
Ich habe mich bei allen Vereinen, für die ich gespielt habe, sehr wohl gefühlt. Purkersdorf ist vielleicht eine besondere Ausnahme, da ich dort drei Titel mit einem Team feiern durfte – das war einzigartig.
Klaus Slamanig