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„Wir wollen eine Spielphilosophie entwickeln“ – SV Glanegg stellt sich nach dem Klassenerhalt neu auf

SV Glanegg

In der 1. Klasse Mitte geht der SV Glanegg nach einer schwierigen Saison in einen größeren Umbau. Trainer Kevin Schlosser, der erst Ende April beziehungsweise Anfang Mai übernommen hatte, blickt auf den Klassenerhalt auf Rang 14 zurück und richtet den Blick schon klar nach vorne. Die Marschroute für den Sommer ist deutlich: mehr Stabilität, mehr Routine im Gerüst und eine attraktive Spielphilosophie, mit der sich Verein, Spieler und Fans identifizieren können.

Fußballschuhe auf Ersatzbank, alle mit roten Stutzen

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay

Fazit der letzten Saison

Schlosser zieht sein Fazit bewusst aus der Zeit seit seinem Einstieg, und allein das sagt schon viel über die Lage aus, in der sich der Verein zuletzt befunden hat. „Ich persönlich kann nur darüber sprechen, seitdem ich da bin. Ich bin Ende April, Anfang Mai zur Mannschaft gestoßen“, sagt der Trainer, der nach Trainerstationen in Treibach und zuletzt Friesach damit in seinem Heimatverein an der Seitenlinie übernommen hat. Dass der Bezug zum Klub ein enger ist, macht er ebenfalls klar: Er hat in Glanegg selbst rund zwanzig Jahre Fußball gespielt. Sportlich habe er von Beginn an gesehen, dass Substanz vorhanden ist. „Die Mannschaft hatte Qualität, jedoch hat die Konstanz gefehlt“, sagt Schlosser. Genau dieses Auf und Ab spiegelt sich auch im Saisonverlauf wider, denn SV Glanegg rutschte im Frühjahr bis auf Rang 15 ab, stand also tief im Tabellenkeller und musste bis zum Schluss um den Klassenerhalt kämpfen. Umso wichtiger war für den Trainer, dass die Mannschaft in der entscheidenden Phase geliefert hat. „Zum Schluss in den wichtigsten Spielen waren wir aber da und haben den Klassenerhalt erfolgreich gemeistert“, sagt Schlosser. Dazu passten auch die beiden Siege in den letzten beiden Runden gegen SV Wernberg und WSG Wietersdorf, mit denen sich SV Glanegg noch auf Platz 14 rettete.

Rund zehn Abgänge, dazu eine Mischung aus jungen und einigen routinierten Spielern als Zugänge

Dass der Sommer in Glanegg kein gewöhnlicher ist, spricht Schlosser offen an. „Wir befinden uns in einem Umbruch“, sagt er, und dieser Satz ist bei SV Glanegg derzeit wohl die wichtigste Überschrift über der Kaderplanung. Rund zehn Spieler haben den Verein verlassen, Namen wollte der Trainer im Gespräch noch nicht nennen. Entscheidend ist für ihn ohnehin weniger die bloße Zahl als die Richtung, in die es gehen soll. „Wir möchten die Mannschaft nun neu aufstellen“, erklärt Schlosser. Im Kern heißt das: erfahrene Kräfte als Fundament, dazu junge Spieler, welche mehr Verantwortung übernehmen sollen, und junge Neuzugänge mit Glanegg-Bezug, welche Schritt für Schritt eingebaut werden. „Es ist uns wichtig, dass wir ein Fundament mit routinierten Spielern haben, das dann durch eine junge Mannschaft auf den anderen Positionen komplettiert wird“, sagt der Trainer. Zwei Neuzugänge stehen bereits fest: Dominik Surtmann und Nico Mitterdorfer stoßen als junge Spieler zum Team und bringen laut Schlosser auch einen klaren Glanegg-Bezug mit. Genau diese Mischung ist gewollt, weil der Verein nicht nur personell, sondern auch in seiner Ausrichtung wieder klarer werden soll. Ein fixes Saisonziel will Schlosser trotz dieser klaren Idee noch nicht ausrufen. Einen Satz stellt er aber doch voran: „Unser Ziel wird dieses Jahr sicher nicht sein, hinten mitzuspielen.“ Gleichzeitig bremst er bewusst jede vorschnelle Ansage. „Ein genaues Ziel kann ich aktuell noch nicht nennen. Das wird vorgegeben, sobald der gesamte Kader feststeht und wir wissen, mit welcher Mannschaft wir in die Saison starten werden.“

Motivierter Start in die Vorbereitung, Cupspiel wartet

Die Vorbereitung hat bei SV Glanegg bereits begonnen, und auch in diesem Punkt klingt Schlosser so, als wolle er von Beginn an Zug in die neue Saison bringen. „Mit dem Training haben wir bereits am Montag gestartet“, sagt er. In den kommenden Wochen warten die ersten Härtetests, ehe dann das erste Cupspiel ansteht. Auch personell ist die Lage zum Start überschaubar. Ein junger Spieler fehlt derzeit noch verletzt, soll aber laut Schlosser in den nächsten zwei Wochen wieder vollständig ins Training einsteigen können. Viel wichtiger als einzelne Namen ist dem Trainer im Moment ohnehin das Gesamtbild. Er hebt bewusst keinen Spieler heraus, wenn es um die Rettung im Frühjahr geht. „Ich möchte hier keinen hervorheben. Die ganze Mannschaft hat als Kollektiv den Klassenerhalt erfolgreich gemeistert“, sagt er. Diese Linie will er mit in den Sommer nehmen. „Die Mannschaft ist aktuell schon voll motiviert. Alle ziehen mit“, betont Schlosser. Dahinter steckt mehr als nur ein Standardsatz zum Trainingsauftakt, denn der Trainer verbindet den personellen Umbau mit einer inhaltlichen Idee. „Wir wollen hier eine Spielphilosophie in Glanegg implementieren, mit der sich der Verein, die Spieler und auch die Fans identifizieren können.“ Nach einer Saison, in der lange der Abstiegskampf im Vordergrund stand, ist genau das nun der nächste Schritt: erst den Kader fertigstellen, dann die Richtung endgültig festlegen und diesmal möglichst gar nicht erst wieder in die gefährliche Zone geraten.