In der 1. Klasse Mitte hat sich SG DSG Ledenitzen/SV Rosegg gegen SC Reichenau/Falkert lange nicht geschlagen gegeben, am Ende nahm Reichenau aber einen wilden 5:3-Auswärtssieg mit. Sektionsleiter Roland Lackner sprach danach trotzdem nicht von einem rundum gelungenen Auftritt. Vor allem nach der Roten Karte gegen die Gastgeber zog sich seine Mannschaft aus seiner Sicht zu weit zurück und machte es noch einmal unnötig spannend.

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Die Partie entwickelte sich zunächst so, wie es Roland Lackner auch nach dem Schlusspfiff schilderte: offen, umkämpft und ohne klare Vorteile auf einer Seite. Nach 20 Minuten brachte Florian Wassertheurer die Gastgeber mit 1:0 in Führung, doch Reichenau hatte rasch eine Antwort. Nur drei Minuten später stellte Denis Husejnovic auf 1:1 und sorgte damit dafür, dass die Gäste im Spiel blieben. Lackner sagte dazu: "Die erste Halbzeit war ziemlich ausgeglichen und wir sind relativ gut ins Spiel gekommen." Richtig brisant wurde es dann unmittelbar vor der Pause. In der 44. Minute sah Kenan Derzic die Rote Karte, und fast im selben Moment nutzte Reichenau die Situation noch vor dem Seitenwechsel. Arnold Freissegger traf ebenfalls in Minute 44 zum 2:1, womit die Gäste mit einer Führung in die Kabine gingen, obwohl Lackner den ersten Durchgang insgesamt keineswegs als klare Angelegenheit für seine Mannschaft sah.
Nach dem Seitenwechsel sprach auf den ersten Blick vieles für Reichenau. Mit einem Mann mehr und der knappen Führung im Rücken hatten die Gäste eigentlich alle Trümpfe in der Hand, um die Partie frühzeitig zu beruhigen. Arnold Freissegger baute den Vorsprung in der 78. Minute auf 3:1 aus und legte nur fünf Minuten später auch noch das 4:1 nach. Spätestens da hätte die Entscheidung fallen können. Genau das meinte Lackner auch, als er sagte: "Nach dem 4:1 für uns müssen wir eigentlich sagen, dass wir die Partie heimgespielt haben." Doch damit war das Spiel noch nicht vorbei. Ein Eigentor von Thomas Gellan brachte Ledenitzen/Rosegg in der 85. Minute wieder auf 2:4 heran, und als Hayri Mahmut Signak in der 90. Minute sogar das 3:4 erzielte, war die Partie plötzlich wieder völlig offen. Erst in der Nachspielzeit machte Freissegger mit seinem vierten Treffer an diesem Nachmittag alles klar und stellte auf 5:3. Genau dieses Hin und Her war es, das Lackner trotz des Auswärtssieges deutlich störte.
Bemerkenswert war nach dem Abpfiff vor allem der Ton des Reichenauer Sektionsleiters. Lackner sprach nicht über einen überzeugenden Auftritt, sondern sehr offen über die eigenen Schwächen. "Wir haben heute nicht wirklich gut gespielt", sagte er klar. Noch deutlicher wurde er bei der Phase nach der Roten Karte: "Mit einem Mann mehr haben wir uns zurückgezogen und das Spiel nicht frühzeitig entschieden." Dass Reichenau am Ende dennoch fünf Tore erzielte und die drei Punkte mitnahm, änderte seine Sicht auf den Verlauf nur wenig. Stattdessen hob er die Leistung der Gastgeber hervor. "Kompliment an die gegnerische Mannschaft. Die haben das richtig gut gemacht mit einem Mann weniger", sagte Lackner. Für ihn wäre sogar ein Remis kein ungerechtes Ergebnis gewesen: "Ein X für Ledenitzen wäre vielleicht sogar verdient gewesen." Auch deshalb sprach er mehrmals von einem "glücklichen Sieg" für seine Mannschaft.
Unterm Strich bleibt für Reichenau in einer torreichen Partie vor allem das Ergebnis stehen. Mit dem 5:3-Auswärtssieg hält der SC nach sechs Runden bei elf Punkten und steht damit in der Tabelle auf Rang fünf. Der Auftritt selbst lieferte für Lackner aber genügend Stoff für kritische Worte, weil seine Mannschaft aus einer Überzahl zu wenig Ruhe und zu wenig Kontrolle machte. Gleichzeitig konnte Ledenitzen/Rosegg trotz der Niederlage etwas aus diesem Nachmittag mitnehmen. Die Gastgeber gaben nach der Roten Karte nicht auf, arbeiteten sich sogar nach einem 1:4 noch einmal heran und zwangen den Gegner bis in die Nachspielzeit zu voller Aufmerksamkeit. Passend dazu sagte Lackner auch über den Gegner: "Sie haben mit einem Mann weniger nie aufgesteckt und immer daran geglaubt, dass sie noch etwas machen können." Am Schiedsrichter wollte er im Übrigen nichts festmachen: "Im Großen und Ganzen hat er das Spiel unter Kontrolle gehabt und es gut gemacht."