In der Kärntner Liga hat die Sportunion Matrei in Osttirol am Freitagabend gegen den TSV Grafenstein nach einem schwierigen Start noch ein 2:2 geholt. Zur Pause lagen die Osttiroler bereits 0:2 zurück, nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild aber komplett. Sportlicherleiter Harald Panzl sprach von einer Mannschaft, die „zweite Halbzeit wie ausgewechselt“ auftrat und sich den Punkt aus seiner Sicht verdiente.

Foto: Harald Dostal/fodo.media
Die erste Halbzeit gehörte aus Sicht der Gastgeber klar den Gästen. Harald Panzl machte nach dem Spiel keinen Hehl daraus, dass seine Mannschaft in dieser Phase zu wenig auf den Platz brachte. „Grafenstein war in der ersten Halbzeit dominant, hat sehr gute Einzelspieler und einen sehr guten Spielaufbau von hinten heraus“, sagte der Sportlicherleiter Genau daraus ergab sich auch die Führung: Bernhard Walzl traf in der 20. Minute zum 0:1, nachdem die Grafensteiner laut Panzl einen Standard nutzten. Beim zweiten Treffer, den Lukas Rabitsch in der 36. Minute zum 0:2 erzielte, sah er einen Fehler in der eigenen Defensive. „Wir waren erste Halbzeit zu weit weg, haben keine Zweikämpfe gewonnen und zu wenige Ideen gehabt“, fasste er den schwachen ersten Durchgang zusammen. Dass Matrei dennoch vor der Pause schon näher hätte herankommen können, zeigte eine große Möglichkeit durch Luca Ronacher, die ungenutzt blieb.
Nach dem Seitenwechsel zeigte Matrei dann ein völlig anderes Gesicht. Panzl sprach von einer Mannschaft, die „wie ausgewechselt“ aus der Kabine kam, und genau so entwickelte sich die Partie auch. Benjamin Cosic verkürzte in der 48. Minute rasch auf 1:2 und gab den Osttirolern damit sofort neuen Schwung. Von da an war Matrei deutlich präsenter, enger an den Gegenspielern und vor allem in den Zweikämpfen viel besser im Spiel. „Wir waren sehr dominant, zweikampfstark und haben die Räume eng gemacht“, sagte Panzl. Der Ausgleich fiel in der 68. Minute, wieder war es Cosic, der zum 2:2 traf. Panzl hob dabei vor allem das Miteinander und den Willen seiner Mannschaft hervor. „Das Miteinander, die Zweikampfstärke und der hundertprozentige Wille, gegen eine Topmannschaft doch noch etwas mitzunehmen, haben besonders gut funktioniert“, meinte er. Aus seiner Sicht blieb es nicht nur bei einer gelungenen Aufholjagd. „Im Großen und Ganzen war es ein verdientes Unentschieden, und wir waren auch einem Sieg näher als Grafenstein.“
Auch wenn Matrei nach dem 0:2 noch stark zurückkam, fand Panzl für den Gegner sehr deutliche und zugleich anerkennende Worte. Überrascht habe ihn Grafenstein nicht, beeindruckt aber sehr wohl. „Für diese Klasse ist das einfach eine Topmannschaft mit exzellenten Einzelspielern und einem sehr guten Spielaufbau“, sagte er und legte sich gleich fest, dass die Gäste für ihn „sicher oben um den Meistertitel mitspielen“ werden. Gerade deshalb hatte der Punkt für Matrei zusätzliches Gewicht. Gleichzeitig sprach der Sportlicherleiter offen an, wo seine Mannschaft noch zulegen muss. „Ausbaufähig ist mit Sicherheit unser Spielaufbau beziehungsweise das Spiel über die Seite“, erklärte Panzl. Diskussionen über einzelne Szenen wollte er nach diesem Abend nicht führen. Auch mit der Leitung des Spiels war er einverstanden: Das Schiedsrichtertrio sei „genau so, wie es sein sollte: unauffällig und sehr in Ordnung“ gewesen.
Dass Matrei nach dem schwierigen ersten Durchgang noch einmal zurückkam, führte Panzl nicht nur auf taktische und spielerische Gründe zurück. Er betonte auch den Einfluss der Stimmung rund um den Platz. „Zu Hause haben uns in der zweiten Halbzeit wieder die Zuschauer gepusht“, sagte er. Gerade an einem Freitagabend mit vielen Leuten im Rücken habe das der Mannschaft noch einmal zusätzlichen Antrieb gegeben. Für den Sportlicherleiter „sicher auch ausschlaggebend“, dass seine Elf noch einmal zurück ins Spiel fand und den Zwei-Tore-Rückstand tatsächlich wettmachen konnte. So stand am Ende ein 2:2, das nach zwei völlig unterschiedlichen Halbzeiten gut zu dieser Partie passte. Matrei hält nach fünf Runden damit bei acht Punkten, genauso wie Grafenstein. Vor allem aber blieb bei den Gastgebern das Gefühl, gegen einen starken Gegner Moral gezeigt und sich nach einer schwachen ersten Hälfte noch belohnt zu haben.