In der Unterliga Ost schloss der SV Hirter Kraig eine wechselhafte Saison auf einem starken vierten Rang ab. Interimstrainer Manuel Mitterdorfer übernahm die letzten Partien nach dem Rücktritt von Suat Pozder und fand eine Mannschaft vor, die zusammenrückte und sich zum Abschluss stabil präsentierte. „Die Stimmung ist sehr gut“, sagt Mitterdorfer – auch, weil ab Sommer Hannes Lassnig als Cheftrainer übernimmt. Ein 4:1 im Derby bei den Treibach Juniors war das positive Ausrufezeichen.

Foto von Ben Hershey auf Unsplash
Der Frühling in Kraig stand im Zeichen des Wechsels auf der Trainerbank. Suad Pozder trat zurück, Manuel Mitterdorfer übernahm kurzfristig die Verantwortung für die letzten vier Spiele. Aus seiner Sicht lässt sich die gesamte Saison nur bedingt beurteilen, dennoch bleibt die Leistung unterm Strich positiv. „Es war eine durchwachsene Saison, aber mit einem guten vierten Platz“, ordnet Mitterdorfer ein. Blickt man auf die Tabelle, bestätigt sich dieses Fazit: 40 Punkte, über weite Strecken zwischen Rang drei und fünf, am Ende solide Vierter – Kraig hatte oft mehr vom Spiel, ohne immer alles auszureizen. Entscheidend war, dass die Mannschaft nach dem Umbruch Ruhe bewahrte. „Ich habe die letzten vier Spiele übernommen“, sagt Mitterdorfer, „und die Burschen haben das sehr gut angenommen.“ Die Gruppe blieb eng, hielt Abläufe ein und suchte einfache Lösungen, statt sich zu verzetteln. Genau diese Bodenständigkeit trug durch die letzten Runden.
Die sportliche Spannweite seiner kurzen Amtszeit fasst Mitterdorfer über zwei klare Bezugspunkte zusammen. Da war einerseits das Auswärtsspiel in Eberstein, das ihm in Erinnerung blieb: „So weit hinten war ich zur Pause noch nie – weder als Trainer noch als Spieler.“ Eine unangenehme Erfahrung, die zeigte, wie schnell ein Spiel kippen kann, wenn man nicht sofort Zugriff bekommt. Andererseits steht das Derby bei den Treibach Juniors als Gegenstück: ein 4:1-Auswärtssieg, der vieles gerade rückte. „Da haben wir Moral bewiesen und jeder hat für jeden gekämpft“, betont Mitterdorfer. Zwischen diesen beiden Polen – einer deftigen ersten Hälfte in Eberstein und einem überzeugenden Derbysieg – lag der Kern des Kraiger Frühjahrs: lernen, reagieren, zusammenhalten. Es war kein Spektakel-Fußball, aber ein erwachsener Umgang mit Rückschlägen. Und wenn Kraig früh ins Spiel fand, blieb die Mannschaft am Drücker und nutzte ihre Phasen konsequent.
Was Mut macht: Der Kader ist nahezu komplett an Bord. „Zurzeit ist fast jeder fit“, erklärt Mitterdorfer, „bis auf Imran Khazhmagamadov. Er ist noch angeschlagen und kehrt langsam ins Mannschaftstraining zurück.“ Diese Personal-Lage ist Gold wert, weil ab Sommer die Weichen neu gestellt werden. „Wir haben ab jetzt einen neuen Trainer, Hannes Lassnig“, sagt Mitterdorfer, der künftig als Co neben ihm arbeiten wird. Die Stimmung im Verein und in der Kabine beschreibt er als sehr gut, gerade weil die Mannschaft den Frühling eng zusammenrückte. „Trotz Rücktritts haben alle sehr gut zusammengehalten. Die Mannschaft ist zusammengewachsen.“ Rund um den Kader tut sich ebenfalls etwas: „Wir haben fixe Abgänge und Neuzugänge, die wir demnächst auf unseren Social-Media-Seiten bekannt geben“, so Mitterdorfer. Inhaltlich soll Lassnig die Vorbereitung vorgeben – mit einem eingespielten Staff und einer Gruppe, die gezeigt hat, dass sie Platz 4 verdient hat.