In der Unterliga West läuft für Robert Müller, Obmann von Rapid Lienz, und seinen Verein ein anspruchsvolles Jahr. Nach einem Herbst mit Höhen und Tiefen und zuletzt einem wertvollen 0:0 gegen ASKÖ Gmünd steht die Mannschaft auf Rang zwölf – knapp vor der Abstiegszone. Müller zieht im Gespräch ein ehrliches Fazit, spricht über Veränderungen im Kader, die Integration der Nachwuchsspieler und den klaren Plan, den Klassenerhalt mit eigener Jugend zu sichern. Nach einer Niederlagenserie gegen FC Sillian, ATUS Nötsch und SV Greifenburg war der Punktgewinn gegen Gmünd für Lienz ein kleiner Befreiungsschlag.
„Es ist eine durchwachsene Saison gewesen“, sagt Müller. Rapid Lienz habe die wichtigsten Spiele gewonnen, aber insgesamt zu wenige konstante Phasen gezeigt. Zwei Siege in der Anfangsphase, darunter jener gegen URC Thal/Assling, wurden durch drei Niederlagen in Folge zunichtegemacht.
Trotzdem blieb das Team kämpferisch und erarbeitete sich beim 0:0 in Gmünd einen Punkt, der laut Müller „wichtig war, um dranzubleiben“. Nach 15 Spielen stehen die Osttiroler mit 13 Punkten auf Rang zwölf, punktgleich mit SV Arnoldstein. Die Tabellensituation sei „angespannt, aber nicht aussichtslos“, betont Müller – zumal der Letztplatzierte ASKÖ Irschen weit zurückliegt.
In der Winterpause blieb der große Umbruch aus. Müller bestätigt zwei Abgänge; zudem kam ein Neuzugang aus dem regionalen Umfeld. „Sonst ist alles gleich geblieben“, so der Obmann. Damit liegt der Fokus klar auf den jungen Kräften, die im Frühjahr Verantwortung übernehmen sollen.
Namentlich hebt Müller Talente wie Jonas Huber und Valentin Dorer hervor. Sie und weitere Nachwuchsspieler im Altersbereich zwischen 16 und 19 Jahren sollen im Frühjahr zeigen, „für welche Aufgaben sie in Zukunft zu gebrauchen sind“. Der Verein wolle langfristig wieder stärker auf die eigene Jugend setzen, nachdem zuvor vermehrt auf routinierte Spieler – teils aus dem Ausland – gesetzt worden war. Müller nennt das einen bewussten Kurswechsel.
Die Stimmung in der Mannschaft beschreibt Müller als „zuversichtlich und motiviert“. Seit zwei Wochen trainiert die Truppe intensiv und setzt die Vorgaben des Trainers konsequent um. Schwere Verletzungen gibt es keine, lediglich vereinzelte Erkältungen aufgrund der Witterung. „Wir hoffen, dass alle gesund bleiben und dass wir unser Ziel, eine Rangverbesserung, hundertprozentig erreichen werden“, erklärt Müller.
Das Saisonziel bleibt der Klassenerhalt – bevorzugt mit einem Kern aus Eigenbauspielern. Realistisch bleibt die Einschätzung mit Blick auf die Spitze: Gegen starke Gegner wie SV Seeboden, der Rapid im Herbst eine deutliche Niederlage beibrachte, erkennt Müller sportliche Unterschiede an. „Seeboden hat Spieler, die wir nicht haben. Aber jeder Verein ist für seine Zielsetzung selbst verantwortlich“, sagt er. Für Rapid Lienz soll der Weg künftig über die eigene Jugend führen.
Die letzten beiden Jahre seien für den Verein schwierig gewesen, bekennt Müller offen. „Wir haben sportlich nicht das gebracht, was wir uns vorgestellt haben, aus welchen Gründen auch immer. Aber ich bin auch selbst verantwortlich, dass es nicht so gelaufen ist.“ Gleichzeitig blickt er nach vorn: Finanziell sei der Verein solide aufgestellt, was im Amateurfußball keine Selbstverständlichkeit sei.
Müller glaubt an die Kraft des Zusammenhalts: „Wenn wir alle zusammenhalten, werden wir auch die Ziele erreichen.“ Der Verein wolle in den kommenden Jahren wieder sportlich dorthin, „wo er hingehört“. Mit dem Vertrauen in seine jungen Spieler, einer stabilen Basis und dem Rückhalt im Verein sieht Robert Müller die Grundlage gelegt, dass Rapid Lienz seinen Platz in der Unterliga West behauptet – mit viel Arbeit, aber einer klaren Linie.