Spielberichte

„Keiner hat ein Fixleiberl“ – Greifenburg setzt im Umbruch auf eigene Spieler

SV Greifenburg

Beim Unterliga West-Achtplatzierten SV Raika Greifenburg herrscht Aufbruchstimmung. Nach Rang acht mit 36 Punkten blickt der Verein zufrieden zurück – und plant den nächsten Schritt mit neuem Trainer, vielen jungen Kräften und klarer Linie. Obmann Franz Mandl betont den internen Konkurrenzkampf, lobt die vergangene Saison als solide Basis und legt das Ziel offen: künftig verstärkt mit einheimischen Spielern zu arbeiten. Gleichzeitig steht ein schmerzhafter Abgang, aber auch viel Zuversicht und Dankbarkeit gegenüber den Helfern im Fokus.

Weiß-Schwarze Fußballschuhe auf Rasen

Foto: Harald Dostal/fodo.media

Saisonfazit und das sichere Mittelfeld als Grundlage

Greifenburg hat eine ruhige und erwachsene Saison hinter sich gelassen. 36 Punkte, Platz acht und damit ein Mittelfeldrang in der Unterliga – das liest sich unspektakulär, ist für den Verein aber die stabile Basis für das, was nun kommen soll. Obmann Franz Mandl zieht ein positives Resümee: „Wir sind mit der abgeschlossenen Saison recht zufrieden. Wir sind im Mittelfeld der Unterliga gelandet und haben damit den Klassenerhalt klar geschafft.“ Er ergänzt mit einem kleinen Blick nach oben: „Mit ein bisserl mehr Glück wäre vielleicht noch der eine oder andere Tabellenplatz mehr drin gewesen.“ Entscheidend ist ihm der Ausblick: „Wir sind sehr zufrieden und blicken zuversichtlich in die Zukunft.“ Diese Gelassenheit fußt auf einer Mannschaft, die über weite Strecken verlässlich auftrat und genau das tat, was im Unterhaus zählt: punkten, wenn es nötig ist, und die eigene Linie beibehalten.

Umbruch mit Neuhauser: Jugend rückt nach, „Fixleiberl“ gibt es keines

Die Weichen für die neue Saison sind gestellt – und sie stehen klar auf Wettbewerb im Kader. „Wir befinden uns in einer Umbruchphase. Wir haben mit Raphael Neuhauser einen neuen Trainer engagiert“, sagt Mandl. Der Auftrag ist deutlich: Junge Kräfte sollen schrittweise an die Unterliga herangeführt werden. „Wir starten nächste Saison mit einer zweiten Klasse-Mannschaft und einer Unterliga-Mannschaft, weil wir die U17-Spieler schön langsam heranziehen wollen“, erklärt der Obmann. Im Alltag bedeutet das mehr Druck auf die Leiberln: „Keiner hat ein Fixleiberl, jeder muss sich um sein Leiberl duellieren und kämpfen.“ Dieser interne Wettkampf soll das Niveau heben, ohne die Bodenhaftung zu verlieren. Mandl setzt dabei auf einen spürbaren Schub durch den neuen Coach und frische Gesichter, aber ebenso auf Kontinuität im Vereinsverständnis: geduldig arbeiten, Chancen ergreifen, junge Spieler begleiten, anstatt sie zu überfordern.

Abgänge, Ziele und viel Dank fürs Ehrenamt: Greifenburg spannt den Bogen in die Zukunft

Zum Umbruch gehört auch ein schmerzhafter Abschied. „Ein schmerzhafter Abgang ist Tobias Mikulan. Er wechselt zu einem Kärntner-Liga-Club“, so Mandl. Bitter, weil er aus Greifenburg stammt, logisch, weil „seine sportlichen Fähigkeiten die Unterliga übersteigen“. Der Verein wünscht ihm ehrlich alles Gute – und hofft auf ein Wiedersehen. Ebenso verlässt Marcel Pirker den Klub. Mandl nützt die Gelegenheit für warme Worte: „Ein waschechter Greifenburger, der sein Leben lang für Greifenburg Tore geschossen hat – danke für alles und alles Gute auf dem neuen Weg.“ Sportlich bleibt der Fokus klar. „Wir werden die Sommerpause nutzen, die angeschlagenen Spieler wieder fit zu machen“, sagt der Obmann, der die Mannschaft als Kollektiv versteht: „Wir kämpfen und verlieren zusammen – so haben wir zuletzt gute Ergebnisse heimgebracht.“ Für die nächsten Jahre steckt der Verein das Ziel bewusst regional: „Unser erklärtes Ziel ist es, in naher Zukunft mit ausschließlich einheimischen Spielern zu spielen, um den finanziellen Druck rauszunehmen. Wenn wir die Klasse halten, ist alles gut. Wenn nicht, spielen wir auch gerne in einer anderen Klasse weiter.“ Ein zusätzlicher Baustein ist die neue Spielgemeinschaft in der 2. Klasse mit Weißensee. „Wir freuen uns auf die Herausforderung und erwarten uns viele neue Leute am Sportplatz. Am Weißensee wird wieder Fußball gespielt“, sagt Mandl – und vergisst nicht, wem dieser Weg zu verdanken ist: „Die Säule des Sportvereins sind die freiwilligen Helfer, Ehrenamtlichen und unsere treuen Sponsoren. Ohne sie wäre dieser Spielbetrieb nicht möglich. Dafür sagen wir von Herzen Danke.“