In der Unterliga West hielt SV Union Lind gegen SV AQUA-DOC Rothenthurn über weite Strecken ordentlich dagegen und hielt die Partie lange offen, musste sich dem Tabellenführer am Ende aber mit 1:3 geschlagen geben. Nach dem 0:1 durch Thomas Walker und dem 0:2 kam Lind nach der Pause durch Simon Steiner noch einmal heran, ehe der dritte Gegentreffer in der Schlussphase alles entschied. Trainer Ibel Alempic sah vor allem einen Grund auf Seiten des Favoriten: „Qualität war heute der Unterschied.“

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Von Beginn an hatte Rothenthurn mehr vom Spiel, genau das war auch Alempics Eindruck nach dem Schlusspfiff. „Von Anfang an war Rothenthurn spielbestimmend. Wir haben versucht, kämpferisch dagegenzuhalten und ihnen wenig Zeit und wenig Räume zu geben“, sagte der Lind-Coach. Das gelang den Gastgebern lange ordentlich. Sie hielten die Räume eng, arbeiteten gegen den Ball konsequent und schafften es, dass die Partie nicht schon früh in eine klare Richtung kippte. In der 28. Minute traf Thomas Walker zwar zur Führung der Gäste, doch auch diesen Rückschlag steckte Lind zunächst weg. Alempic sprach bei diesem 0:1 von einer unnötigen und unglücklichen Entstehung, wichtiger war für ihn aber, dass seine Mannschaft danach dranblieb und nur mit einem knappen Rückstand in die Halbzeit ging.
Auch nach dem Seitenwechsel blieb Lind im Spiel, obwohl Rothenthurn weiter das aktivere Team war. Alempic sah seine Mannschaft in dieser Phase sogar verbessert. „Allgemein war die zweite Halbzeit besser. Wir haben weniger zugelassen und sind höher attackiert“, erklärte er. Trotzdem kam der nächste Rückschlag in der 73. Minute, als Yannick Finn Brandner auf 0:2 stellte. Ganz weg war Lind damit aber noch nicht. Nur sechs Minuten später brachte Simon Steiner die Heimischen mit dem 1:2 wieder heran, und plötzlich war die Partie noch einmal offen. Alempic sprach von „ein, zwei Situationen“, in denen seine Mannschaft den Gästen noch Unruhe machen konnte. Die Hoffnung hielt allerdings nicht lange, denn in der 84. Minute machte erneut Thomas Walker mit dem 1:3 alles klar. Für Lind war damit auch die letzte realistische Chance auf einen Ausgleich vorbei.
Dass Lind trotzdem bis in die Schlussphase hinein an einem Punkt schnuppern durfte, wertete Alempic durchaus positiv. Gleichzeitig benannte er klar, wo seiner Mannschaft an diesem Tag die Mittel fehlten. „Offensiv hatten wir zu wenig Durchschlagskraft“, sagte er. Vorne seien die Aktionen zu oft isoliert geblieben, Unterstützung habe gefehlt, und genau dort habe sich die Klasse des Gegners bemerkbar gemacht. „Jeder hat gekämpft, jeder hat alles gegeben. Aber die individuelle Qualität und auch die Mannschaftsqualität waren beim Tabellenführer einfach höher“, so Alempic. Dazu kam eine schwierige Personalsituation schon vor dem Anpfiff. Laut dem Trainer war bis kurz vor dem Spiel offen, mit welchem Kader Lind überhaupt auflaufen kann, einige Akteure spielten angeschlagen, beide Flügelspieler fehlten verletzt. Diskussionen über den Schiedsrichter wollte er ausdrücklich nicht aufmachen: „Über den Schiedsrichter braucht man nicht reden. Er hat das Spiel korrekt geleitet.“
So blieb unter dem Strich eine verdiente Niederlage gegen den Tabellenführer, aber eben nicht nur Frust. Alempic hob nach der Partie bewusst auch das hervor, was aus seiner Sicht Mut macht. Samuel Ciccarelli feierte sein Debüt in der Kampfmannschaft und hinterließ beim Trainer einen guten Eindruck. „Samuel hat sein Debüt gehabt und ordentlich gespielt“, sagte Alempic, der in diesem Zusammenhang auch Timo Huber und Johannes Höring nannte. Gerade diese jungen Spieler hätten im Mittelfeld in der zweiten Halbzeit ihren Teil dazu beigetragen, dass Lind stabiler wurde. Den Gegner ordnete der Lind-Coach zugleich sehr hoch ein: „Wenn sie nicht Meister werden, spielen sie sicher um Platz eins.“ Für seine eigene Mannschaft richtet sich der Blick nun auf die kommenden Tage. Alempic hofft vor allem auf eine bessere Gesundheitssituation im Kader, damit Lind wieder schlagkräftiger wird und die nächsten Chancen auch in Punkte ummünzen kann.