In der Unterliga West hat sich WSG VAO Radenthein gegen SG Gitschtal mit 3:0 durchgesetzt. Das Ergebnis klingt klarer, als der Nachmittag lange war, denn vor der Pause tat sich Radenthein schwer. Ausschlaggebend waren laut Paul Görtschacher nicht feine spielerische Lösungen, sondern vor allem "Willenskraft und Freundschaft", dazu ein sicherer Rückhalt im Tor und zwei späte Treffer, die den Heimsieg endgültig absicherten.

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Paul Görtschacher machte nach dem Spiel keinen Hehl daraus, dass die Gastgeber lange nicht ihren besten Fußball gezeigt haben. "Die erste Halbzeit war kein schöner Fußball. Gitschtal war sogar etwas besser. Wir waren nicht gut", sagte er offen. Umso wichtiger war aus Sicht der Radentheiner die Führung in der 32. Minute. Noah Markt brachte seine Mannschaft mit 1:0 voran und sorgte damit für die wichtige Führung. Mehr Glanz war vor dem Seitenwechsel laut Görtschacher nicht dabei, aber der Vorsprung stand zur Pause. Gerade weil die Partie spielerisch auf beiden Seiten nur schwer in Schwung kam, hatte dieses Tor für Radenthein besonderes Gewicht.
Dass die Partie in der zweiten Halbzeit nicht mehr in die andere Richtung kippte, erklärte Görtschacher weniger mit spielerischer Überlegenheit als mit der Haltung seiner Mannschaft. "In der zweiten Halbzeit konnten wir durch Kampf und Willenskraft am Kirchtagswochenende beweisen, dass wir das Spiel gewinnen wollen", sagte er. Dazu passte auch seine knappe, aber klare Zusammenfassung der größten Stärke: "Willenskraft und Freundschaft." Es war also kein Nachmittag, an dem Radenthein den Gegner ausspielte, sondern einer, an dem die Gastgeber über Einsatz und Zusammenhalt im Spiel blieben. Ein wichtiger Teil davon war für Görtschacher auch Tobias Ramsbacher im Tor, dessen Leistung er ausdrücklich hervorhob. Gleichzeitig blieb er trotz des Sieges selbstkritisch, denn Verbesserungspotenzial sieht er "absolut im Spielerischen".
Lange blieb es bei diesem knappen Vorsprung, und genau deshalb war das Spiel trotz der Führung nie wirklich früh entschieden. Erst in der Nachspielzeit machte Radenthein den Heimerfolg auch auf der Anzeigetafel deutlich. Tobias Moser erhöhte in der 92. Minute auf 2:0, nur eine Minute später legte Markus Mikl das 3:0 nach. Görtschacher sprach beim zweiten Treffer von einem "Traumtor" und freute sich danach auch über das letzte Tor des Tages: "Das Schönste war, dass Markus Mikl getroffen hat." So wurde aus einem zähen 1:0 am Ende noch ein klarer Sieg. Das Resultat fiel damit eindeutiger aus, als es der Spielverlauf über weite Strecken vermuten ließ, aber Radenthein blieb bis zum Schluss am Drücker und nutzte die späten Möglichkeiten konsequent.
Der 3:0-Erfolg war für die Gastgeber deshalb mehr als nur ein sauberes Endergebnis. "Es war für uns sehr wichtig, dass die Kampfmannschaft von Radenthein und auch die Reserve gegen Gitschtal jeweils gewonnen haben und wir ein schönes Kirchtagswochenende verbringen", sagte Görtschacher. In dieser Aussage steckt viel von dem, was dieser Nachmittag für die WSG bedeutete: Freude über einen Sieg, der hart erarbeitet war, aber auch ein nüchterner Blick auf das, was noch besser werden muss. Denn Görtschacher hatte keinen Grund, die Leistung künstlich schönzureden. Auch den Gegner ordnete er sachlich ein: "Der Gegner war anfangs besser, jedoch spielerisch auch nicht sehr gut." Zur Spielleitung meinte er: "Man könnte das Spiel mehr laufen lassen, jedoch war die Schiedsrichterleistung in Ordnung." Unterm Strich nahm Radenthein also genau das mit, was im Unterhaus oft besonders viel zählt: drei Punkte, ein Erfolgserlebnis für das ganze Wochenende und das klare Wissen, dass spielerisch noch Luft nach oben da ist.