In der 1. Klasse Nord trennten sich der SV GG Haringsee und der SV Hausbrunn am 21. Spieltag mit 0:0. Die Gäste reisten stark ersatzgeschwächt an, verteidigten konsequent und setzten auf schnelles Umschalten. Haringsee hatte über weite Strecken mehr Ballbesitz. Patrick Schüller sprach von guter Defensivarbeit – und davon, dass seiner Elf in den entscheidenden Momenten „nur die Abschlussgenauigkeit“ fehlte.

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Für Hausbrunn begann der Nachmittag mit Improvisation und viel Zusammenrücken. „Wir sind mit einer schwierigen Ausgangslage hineingegangen. Uns fehlten insgesamt acht Spieler – vier privat verhindert, drei verletzt und einer gesperrt“, erklärte Patrick Schüller. „Dadurch mussten Spieler aus der 2. Mannschaft einspringen, darunter Leon Prohaska, der normalerweise Tormann ist und als Linksverteidiger ausgeholfen hat.“ Taktisch stellte Hausbrunn auf Sicherheit: „Wir wollten defensiver agieren und im schnellen Umschaltspiel Chancen herausspielen.“ Haringsee hatte im ersten Abschnitt mehr vom Ball und ein deutliches Chancenplus, doch die Gäste hielten diszipliniert dagegen. Zur Pause stand es 0:0, und genau damit war der Plan der Gäste vorerst aufgegangen: hinten kompakt bleiben unf auf den entscheidenden Moment warten.
Aus diesem Moment wurde nach dem Seitenwechsel beinahe der Lucky Punch. „In der zweiten Halbzeit hatten wir zwei hochkarätige Chancen durch Dominik Prohaska, der allein vor dem gegnerischen Tormann auftauchte“, schilderte Schüller. „Er hat sich super freigespielt, der Abschluss war jedoch nicht genau genug.“ Eine weitere Möglichkeit ließ Hausbrunn per Kopf liegen: „Auch Dominik Schüller setzte einen Kopfball nach Hereingabe von Patrick Schüller knapp daneben.“ Trotz dieser dicken Dinger blieb es beim 0:0. Schüller ordnete die Lage ein ein: „Haringsee hatte deutlich mehr Ballbesitz. Wir hätten das Spiel mit unseren Chancen entscheiden können, aber auch Haringsee hatte Möglichkeiten.“ Zum Kräfteverhältnis sagte er: „Ich glaube, dass Haringsee mit der gezeigten Leistung selbst nicht ganz zufrieden war. Aktuell sehe ich beide Teams auf Augenhöhe.“
Dass Hausbrunn in Haringsee einen Zähler mitnahm, hatte viel mit der Arbeit gegen den Ball zu tun – und mit einem Team, das trotz Engpass zusammenstand. „Gut funktioniert hat vor allem der Zusammenhalt im Team“, betonte Schüller. „Aufgrund der angespannten Personalsituation konnten wir nur sehr eingeschränkt trainieren. Im Frühjahr haben wir in acht Spielen nur drei Tore erzielt – daran erkennt man, wo wir Defizite haben. In der Verteidigung agieren wir sehr gut und erhalten grundsätzlich wenige Gegentore.“ Auch die Ersatzleute lieferten ab: „Die Spieler, die eingesprungen sind, haben eine sehr gute Leistung gezeigt und alles für die Mannschaft gegeben.“ Zum Unparteiischen hatte er keinen Anlass für Kritik: „Es gab keine wirklich strittigen Strafraumszenen oder spielentscheidende Situationen.“
Mit dem 0:0 festigt Hausbrunn seine Position im Mittelfeld und steht nach 21 Runden mit 28 Punkten auf Rang acht, Haringsee folgt mit 23 Zählern auf Platz zwölf. Angesichts der Ausfälle und des knappen Trainingsbetriebs kann sich der Auswärtspunkt sehen lassen – zumal Hausbrunn nach der Pause die gute Momente am Fuß hatte. Der rote Faden bleibt jedoch klar: mehr Zielstrebigkeit im Abschluss. „Uns hat wieder einmal die Abschlussgenauigkeit gefehlt“, fasste Schüller zusammen. Den Ausblick verknüpft er mit einer leisen Hoffnung: „Ich hoffe, dass sich in den nächsten Wochen unsere Personalsituation etwas entspannt und wir dann bessere Ergebnisse erzielen können.“ Bis dahin zählt jeder Punkt – und die Gewissheit, dass die Defensive trägt.