Beim 1. Klasse Nord-Sechsten SC Orth/Donau herrscht Aufbruchsstimmung trotz zäher Rückrunde. Sektionsleiter Alexander Windisch blickt auf eine Saison mit starker Hinrunde und Verletzungspech im Frühjahr zurück – und setzt nun bewusst auf Zusammenhalt: „Alle Spieler bleiben.“ Vier Neuzugänge sind mündlich zugesagt, Torhüter Patrick Rotter wird mit seiner gebrochenen Hand die Vorbereitung wohl noch verpassen. Nach 35 Punkten und Rang sechs sieht Orth/Donau „Luft nach oben“ und arbeitet an einem kompakten Kader für den Neustart.

Foto: Harald Dostal/fodo.media
Alexander Windisch ordnet die abgelaufene Spielzeit ohne Umschweife ein. „Die Hinrunde war wesentlich stärker als die Rückrunde“, sagt der Sektionsleiter und nennt die Gründe beim Namen. Eine Verletzungswelle habe den Rhythmus gebrochen, Schlüsselpositionen ließen sich nicht immer eins zu eins ersetzen. „Wir konnten die Ausfälle nicht ganz kompensieren. Einige sind nachgerückt und haben es sehr gut gemacht, aber insgesamt hat uns das gebremst.“ Dazu, so Windisch, kam das fehlende Quäntchen Glück. „In der Rückrunde wurden aus meiner Sicht einige Entscheidungen gegen uns getroffen, die spielentscheidend waren.“ In der Tabelle lässt sich der Verlauf ablesen: Orth/Donau mischte im Herbst mehrfach unter den Top-3 mit, ehe es im Frühjahr Schritt für Schritt nach hinten ging und am Ende Rang sechs herausschaute. „Somit wäre auf jeden Fall noch Luft nach oben gewesen“, hält Windisch fest – eine ehrliche Bestandsaufnahme, die gleichermaßen Kritik wie Zuversicht beinhaltet.
Während andere Vereine im Sommer umbauen, setzt Orth/Donau auf Stabilität. „Die Stimmung ist sehr gut, alle ziehen an einem Strang. Das wird auch kommende Saison so sein“, betont Windisch. Der wichtigste Satz fällt fast nebenbei: „Es werden alle Spieler bleiben. Es wird uns kein Spieler verlassen.“ Drei Akteure legen aus beruflichen beziehungsweise schulischen Gründen eine längere Pause ein, doch echte Abgänge verzeichnet der Verein nicht. Gleichzeitig laufen die Planungen für frische Impulse: „Vier Zugänge stehen zurzeit auf unserer Seite. Die Unterschriften fehlen noch, es gibt aber mündliche Zusagen.“ Zu den Profilen wird er konkreter, ohne Namen zu nennen: „Wir haben einen Stürmer, dazu zwei Spieler fürs Zentrum und einen für die Defensive geholt.“ Personell gibt es einen Wermutstropfen: Torhüter Patrick Rotter laboriert an einer gebrochenen Hand. „Er wird in der Vorbereitung aller Voraussicht nach noch fehlen“, so Windisch. Abseits davon sind nur kleinere Blessuren Thema: „Die werden zum Vorbereitungsstart alle fit sein.“
Windisch nutzt den Rückblick auch für ein Wort zum Umfeld – und macht keinen Hehl aus seiner Einschätzung der Konkurrenz. „Die stärkste Mannschaft neben Großebersdorf ist für mich Kreuttal. Die haben in der Offensive die stärksten Spieler in dieser Liga, ich traue ihnen den Aufstieg in die Gebietsliga zu.“ Die Tabelle unterstreicht das: Großebersdorf holt sich mit 63 Punkten souverän den Meistertitel, Kreuttal folgt mit 58 Zählern. Orth/Donau reiht sich mit 35 Punkten auf Rang sechs ein, punktgleich mit Spannberg. Trotz der eigenen Baustellen bleibt der Ton respektvoll. „Gratulation an Großebersdorf zum verdienten Meistertitel“, sagt Windisch – eine klare Anerkennung der Leistung des Ligaprimus. Für Orth/Donau gilt es nun, den Abstand nach oben zu verringern. Der Weg dorthin soll nicht über große Worte, sondern über konzentrierte Arbeit am Kader und am Trainingsplatz führen.
Der Plan für den Sommer ist klar umrissen. Erstens: die gute Stimmung halten. „Alle bleiben – das ist ein starkes Zeichen in die Kabine hinein“, betont Windisch. Zweitens: die vier angekündigten Neuzugänge fix machen und zügig integrieren. „Wir wollen gezielt Qualität dazuholen, vor allem vorne einen Stürmer mit linkem Fuß, zwei fürs Zentrum und einen für hinten.“ Drittens: die Rückkehrer an Bord holen. „Bis auf Patrick Rotter sollten alle Verletzten zum Vorbereitungsstart wieder fit sein“, erklärt der Sektionsleiter. Aus sportlicher Sicht soll die Herbstform wieder zur Konstante werden – mit weniger Ausfällen und mehr Effizienz in engen Spielen. Dass Orth/Donau das Potenzial hat, zeigen die starken Phasen im Herbst und die enge Tabelle im Mittelfeld. Windisch blickt deshalb bewusst positiv nach vorne: „Wir haben eine solide Basis. Wenn wir gesund bleiben und die Neuen einschlagen, ist einiges drin.“