In der 1. Klasse Nordwest-Mitte trennten sich Retz II und USC Ruppersthal mit 1:1. Die Gäste führten zur Pause nach dem Treffer von Artan Selimi (30.), doch in Minute 85 schlug Clemens Zöch für Retz II zu. Aus Sicht von Ruppersthal-Coach Ewald Jenisch war mehr möglich: Seine Mannschaft ließ klare Möglichkeiten auf das 2:0 aus und hielt den Gegner damit im Spiel. Der Abend war insgesamt hart umkämpft, geprägt von vielen langen Bällen und intensiven Zweikämpfen.
Von Beginn an entwickelte sich das von Ewald Jenisch angekündigte Kräftemessen. „Es war ein sehr kampfbetontes Spiel. Retz hat sehr robust gespielt, viele lange Bälle nach vorne. Das war schwer zu verteidigen“, schilderte der USC-Trainer. Seine Elf stellte sich im Verlauf aber gut darauf ein: „Wir haben uns dann gut eingestellt und über neunzig Minuten die weit besseren Torchancen vorgefunden.“ Die Führung fiel nach einer sauberen Aktion über die Seite – Manuel Geiger brachte den Ball zur Mitte, Artan Selimi vollendete zum 0:1 (30.). Danach lagen weitere Hochkaräter in der Luft: Maurice Matzku tauchte frei vor dem Tor auf, „nur drei oder vier Meter ganz allein vor dem Tor“, wie Jenisch betonte, vergab aber. Auch Geiger zwang den Heim-Keeper „halb links im Sechzehner“ zu einer Parade. So ging es mit einem 0:1 in die Kabinen (45.).
Nach dem Seitenwechsel blieb die Grundrichtung ähnlich: Ruppersthal hatte über weite Strecken mehr vom Spiel, brachte den möglichen Deckel aber nicht drauf. „Wenn wir das 2:0 gemacht hätten, wäre Retz wahrscheinlich weggebrochen. So haben wir sie am Leben gehalten“, ärgerte sich Jenisch. Die Gäste erspielten sich weitere Möglichkeiten, ließen jedoch im letzten Moment die nötige Konsequenz vermissen. Und so kam, was in solchen Spielen oft kommt: „Wieder haben wir nach einem Missverständnis einen Ball durchgelassen, und er hat eingeschoben.“ Der Ausgleich fiel spät – Clemens Zöch traf in der 85. Minute zum 1:1. Für Jenisch ist das Remis daher schwer zu schlucken: „Wir waren über sechzig, siebzig Prozent die bessere Mannschaft. Es ist ein sehr schmeichelndes Ergebnis für Retz.“ Am Ende blieb es bei der Punkteteilung, die sich für Ruppersthal wie zwei liegen gelassene Zähler anfühlte.
In seiner Analyse hob Jenisch zwei Konstanten hervor: die eigene Stabilität im Duell und die Wucht des Gegners. „Wir waren technisch besser und robust im Zweikampf, haben uns nicht unterkriegen lassen.“ Gleichzeitig überraschte ihn Retz II mit einem sehr direkten Stil: „In den ersten zehn Minuten sind fünf, sechs Bälle vom Tormann direkt in die Spitze geflogen – über sechzig, siebzig Meter. So eine Mannschaft ist schwer zu bespielen.“ Zum Unparteiischen blieb der Coach bewusst sachlich: „Die Schiedsrichterleistung zu bewerten, ist nicht meine Aufgabe. Es war sicher eine sehr schwierige Partie für den Schiri.“ Der Ausblick ist klar: mehr Ertrag vor dem Tor. „Wir werden unser Training auf den nächsten Gegner ausrichten und im Abschluss zulegen. Wir wollen die Ausbeute bei den Torchancen erhöhen – dann fällt auch das zweite Tor.“ Dass die Richtung stimmt, betont er trotzdem: „Wir können überall mithalten, oft sind wir sogar besser. Es fehlen nur Kleinigkeiten – aber genau die entscheiden das Ergebnis.“