Ein wilder Fußballnachmittag in der 1. Klasse Nordwest-Mitte: Der SV Hollenburg und der USC Kirchberg/Altenwörth lieferten sich ein 4:3 mit ständigem Hin und Her. Die Gäste lagen früh voran, kassierten nach einer frühen, unnötigen gelb-roten Karte vor der Pause zweimal den Rückschlag und kamen dennoch wieder heran – ehe Hollenburg spät zuschlug. Kirchberg-Trainer Oliver Oberhammer haderte vor allem mit der gelb-roten Karte: „Zu elft hätten wir die Partie, glaub ich, nicht verloren.“

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Kirchberg erwischte den besseren Start: Philipp Klimpfinger traf in der 10. Minute zum 0:1. Danach spielte sich Kirchberg noch eine tolle Chance heraus, doch anstatt querzulegen auf zwei freie Mitspieler traf Klimpfinger diesmal die falsche Entscheidung, suchte selbst den Abschluss und vergab die Riesenchance aufs 2:0. Hollenburg schlug jedoch nach einer gelb-roten Karte für Kirchberg zurück und drehte das Spiel noch vor der Pause – erst glich Tobias Kiener nach 30 Minuten aus, dann stellte Lukas Krcmarik in Minute 39 auf 2:1. Kurz vor dem Halbzeitpfiff meldete sich Kirchberg wieder: Paul Wohak drückte das 2:2 über die Linie, damit war zur Pause alles offen. Direkt nach dem Seitenwechsel übernahm Hollenburg erneut das Kommando: Benjamin Hofer traf in der 48. Minute zum 3:2. Die Gäste ließen nicht locker und kamen in der Schlussphase wieder zurück – Hans Gerbeth besorgte in der 79. Minute das 3:3. Doch Hollenburg blieb am Drücker und legte sofort nach: Nur zwei Minuten später stellte Amel Koldzic mit dem 4:3 (81.) den Heimsieg her.
Der Kirchberg-Trainer zeichnete ein klares Bild seines Abends. „Wir haben sehr gut begonnen, sind früh in Führung gegangen und hatten noch zwei Riesenchancen auf das 2:0“, sagte Oliver Oberhammer. Dann kippte für ihn die Partie. „Es gab eine kurze Regenunterbrechung. Gleich danach haben wir die gelb-rote Karte bekommen, in Unterzahl sogar noch vor dem ersten Gegentreffer nochmal die Riesenchance auf 2:0 zu stellen, als Klimpfinger alleine vor dem Tormann aber leider zu hektisch übers Tor schoss." Nach dieser Chance hat Kirchberg schlecht verteidigt, und Hollenburg konnte recht schnell den Ausgleich und dann das 1:2 erzielen. "Vor der Pause haben wir noch das 2:2 gemacht, nach der Pause war’s für uns schwierig.“ In dieser Phase habe sein Team nicht das gewohnte Niveau erreicht. Besonders bitter fand er die Art, wie die ersten beiden Gegentore zustande kamen: „Beim Ausgleich ist der Ball blöd aufgesprungen, unser Verteidiger hat ihn nicht sauber getroffen. Auch beim 2:1 war ein bisserl Pech dabei, der Ball geht durch die Beine.“ Trotz allem hob er eine gelungene Aktion hervor: „Unser Ausgleich war schön herausgespielt – Stanglpass und Tor.“ In der zweiten Halbzeit hatte Hollenburg mit einem Mann mehr natürlich mehr Chancen und Torabschlüsse, trotzdem hätten wir etwas mitnehmen können, vor allem wenn du auswärts führst und noch in Unterzahl noch zwei Tore erzielst.
In seiner Analyse nahm Oberhammer seine Elf in die Pflicht, blieb aber fair in der Gesamtbewertung. „Der Unterschied war, dass sie einer mehr waren als wir. Zu elft, glaube ich, hätten wir die Partie nicht verloren“, stellte er fest. Gleichzeitig sparte er nicht mit Selbstkritik: „Wir haben an diesem Tag hinten zu viele Geschenke verteilt.“ Diskussionen wollte er nicht aufmachen: „Ein, zwei Abseitssituationen in der zweiten Halbzeit waren vielleicht strittig, aber der Schiedsrichter war nicht schuld, dass wir verloren haben.“ Sportlich bleibt Kirchberg/Altenwörth als Tabellenzweiter voll im Rennen, doch das 3:4 in Hollenburg tut weh, weil man sich trotz großer Moral gleich mehrfach zurückkämpfen musste und am Ende wieder einem Rückstand nachlief.