In der 1. Klasse Nordwest hat SC Laa/Thaya gegen SV Leobendorf II nach einem 2:2 zur Pause noch klar mit 2:5 verloren. Für Co-Trainer Gerhard Sturm lag der Unterschied vor allem darin, dass seine Mannschaft trotz zweier Ausgleiche ruhig blieb, im Ballbesitz das Kommando hatte und nach der Pause ihre spielerische Klasse ausspielte. Vor allem die Phase ab der 66. Minute brachte den Gästen an diesem Abend schließlich den verdienten Auswärtssieg.

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Was Sturm von Beginn an auffiel, war die Ausrichtung der Hausherren. "Laa ist sehr defensiv ins Spiel gegangen. Dadurch ist es uns relativ einfach gemacht worden. Wir haben unser Ballbesitzspiel durchgezogen, waren von Anfang an dominant und über die 90 Minuten die spielbestimmende Mannschaft", sagte der Leobendorf-Co-Trainer. Das spiegelte sich zunächst auch im Ergebnis wider. In der 13. Minute brachte Tobias Frühwirth die Gäste mit 1:0 in Führung. Ganz so geradlinig lief die erste Hälfte für den Tabellenführer dann aber doch nicht. Petr Kirschner stellte in der 22. Minute auf 1:1, ehe Leobendorf nach einer Standardsituation durch Lorenz Hafner in der 30. Minute wieder vorlegte. Doch auch diese Führung hielt nicht bis zur Pause, weil Kirschner in der 34. Minute erneut ausglich. Sturm ärgerte dabei weniger die Reaktion seiner Mannschaft als die Entstehung der Gegentore. Beide Ausgleiche führte er auf Ballverluste im Mittelfeld zurück, die Laa konsequent nutzte. Umso wichtiger war aus seiner Sicht, dass seine Elf daran nicht zerbrach. "Wir haben nicht aufgesteckt und weiter Druck gemacht", betonte er.
Nach dem Seitenwechsel blieb die Partie zunächst offen, obwohl Leobendorf weiter mehr vom Spiel hatte. Den entscheidenden Moment verortete Sturm ganz klar in der Phase beim Stand von 2:2. "Laa hatte da eine sehr gute Chance, die unser Torwart hervorragend pariert hat. Wenn Laa dort 3:2 in Führung geht, hätte sich das Spiel in eine andere Richtung entwickeln können", sagte er. Genau diese Szene wurde aus Sicht der Gäste zum Wendepunkt. Statt eines Rückstands blieb Leobendorf bei sich und zog das eigene Spiel weiter durch. "So haben wir konsequent weitergespielt und sind mehr als verdient zum Sieg gekommen", meinte Sturm. Auf dem Spielbericht liest sich diese Überlegenheit dann deutlich: Tarik Klicic traf in der 66. Minute zum 3:2, legte nur zwei Minuten später das 4:2 nach und Aimen Ghribi machte in der 74. Minute mit seinem Treffer den Deckel drauf. Gerade dieser schnelle Doppelschlag nach etwas mehr als einer Stunde gab der Partie die Richtung, die sie aus Leobendorfer Sicht am Ende auch behalten sollte.
Für Sturm hatte der Auswärtssieg auch deshalb besonderes Gewicht, weil seine Mannschaft nur eine Woche nach der Niederlage gegen Leitzersdorf die passende Antwort gab. "Wir haben nach der Niederlage richtig unseren Charakter bewiesen und unsere Spielstärke gezeigt", sagte er. Vor allem das Kombinationsspiel, die Präsenz im Mittelfeld und die guten Zweikämpfe hob er hervor. "Wir waren im Mittelfeld präsent, haben dort den Ball laufen lassen und waren in den Zweikämpfen gut. Von Anfang bis zum Schluss war das eine hervorragende Leistung", so sein Fazit. Den Gastgebern sprach Sturm die Qualität trotzdem nicht ab. Gerade offensiv sah er bei Laa gute Ansätze und verwies auf die Gefahr, die immer von dieser Mannschaft ausgehen kann. Umso höher bewertete er, dass Leobendorf diese Stärke weitgehend im Griff hatte und spielerisch klar besser war. Seine Kernaussage fiel am Ende entsprechend deutlich aus: "Der entscheidende Unterschied war, dass wir den Sieg vielleicht mehr wollten und unsere Klasse ausgespielt haben." Mit dem 5:2 steht Leobendorf nach sechs Runden mit 13 Punkten an der Spitze, Laa folgt mit 12 Zählern knapp dahinter. Für Sturm zählt nun aber vor allem der nächste Schritt: "Jetzt heißt es aufbauen. Niederleis zu Hause wird ein ganz schweres Spiel, aber mit dieser Leistung bin ich sehr frohen Mutes."